Die Tölzer Buchbergklinik hat acht Patienten aufgenommen, die eigentlich in Akutkrankenhäusern liegen müssten.
Bad Tölz – Als „Dienst an der Gesellschaft“ versteht Torsten Deggendorfer das, was die Tölzer Median-Buchbergklinik seit Kurzem tut. Sie hat acht Patienten aufgenommen, die eigentlich in Akutkrankenhäusern liegen müssten. So werden, sagt der Kaufmännische Leiter des Hauses, die Akuthäuser entlastet und Bettenkapazitäten für Covid-19-Patienten frei.
Voraussetzung dafür war eine Begehung von Gesundheitsamt und der Führungsgruppe Katastrophenschutz, die für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau zuständig ist und die Rehaklinik als Hilfskrankenhaus auswählte.
In der Tölzer Buchbergklinik werden Patienten für Anschlussheilbehandlung (AHB) mit den Indikationen Orthopädie, Kardiologie und Neurologie aufgenommen. Man ist also an den pflegerischen Umgang mit Patienten gewöhnt. Gleichwohl sei von seinen Mitarbeitern deutlich mehr Flexibilität nötig, sagt Deggendorfer. „Wir lernen tagtäglich dazu. Das ist Neuland für uns.“ Seine Mitarbeiter seien hochengagiert, lobt er das Team und schickt auch ein Dankeschön an die Asklepios-Stadtklinik, die rasch und unkompliziert Sachmittel („etwa Flügelhemden, die brauchen wir ja sonst nicht“) zur Verfügung stellte.
Was für Akutpatienten nimmt die Rehaklinik auf? Vor allem ältere Leute. Es seien natürlich keine schweren Fälle, sondern etwa ältere Patienten, die derzeit keinen Platz in einem Pflegeheim bekommen oder bei denen die häusliche Versorgung nicht sichergestellt ist.
Die Buchbergklinik war im März wegen eines Corona-Falls zeitweilig geschlossen worden. Der Mitarbeiterin gehe es wieder gut, sagt Deggendorfer. Derzeit habe man wieder rund 70 AHB-Patienten in dem 236-Betten-Haus. Durch die Akutbetten – möglich sind 40 – würden auch die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gestärkt und Arbeitsplätze gesichert. Ein Teil der Belegschaft sei derzeit in Kurzarbeit.
Was machen andere Kliniken in der Corona-Zeit? Für Akutpatienten ist in der reinen Rehabilitationsklinik Frisia am Kogel kein Platz, sagt ihr langjähriger Leiter Dr. Ralph Munkert. „Dafür sind wir nicht ausgerüstet.“
Die Führungsgruppe Katastrophenschutz führt nach einer Besprechung das ansonsten geschlossene Haus aber nun als „Notkrankenhaus“. Munkert hat bei einer Besprechung angeboten, leichte Covid-19-Patientenfälle aufzunehmen. Dafür hat er eine Quarantänestation eingerichtet, die Platz für 30 Patienten (Pflegegrad 0 bis 3) bieten würde. Das Personal sei befragt worden und stehe auf Abruf bereit. Bisher seien diese Betten-Kapazitäten nicht belegt gewesen, sagt Munkert.