Mit einem Plädoyer für die Selbstliebe

Manuela Ortmann will Deutschlands „Speaker Star“ werden

+
Manuela Ortmann aus Buchendorf ist durch ihre Tätigkeit für die „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ bekannt geworden. Jetzt ist sie Speaker.
  • schließen

Manuela Ortmann war das Gesicht der „Aktion Knochenmarkspende Bayern“. Jetzt ist sie Speakerin - und will einen bundesweiten Contest gewinnen.

Buchendorf – Dass in „Germany’s next Topmodel“ die hübschesten Mädchen Deutschlands gesucht werden, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass es einen solchen Wettbewerb auch für Redner gibt. Sein Name: „Germany’s next Speaker Star“. Dafür hat sich Manuela Ortmann mit einem knapp zweiminütigen Video beworben, für das man noch bis 18. Juni voten kann. „Ich freue über jeden, der es sich anschaut und für mich stimmt“, sagt sie. Die fünf besten der 250 Bewerber machen den Titel bei einer Live-Veranstaltung am 20. Oktober in der Frankfurter Jahrhunderthalle unter sich aus.

Bis 18. Juni kann man seine Stimme abgeben

Ortmanns Rede hat die klare Botschaft: „Sorge zuerst für Dich selbst, bevor Du im Leben anderer den Unterschied machst.“ Das sollte nach ihrer Ansicht den Leuten viel öfter vermittelt werden. „Das hat überhaupt nichts mit Egoismus zu tun“, sagt sie. Viele Menschen würden sich nur so verhalten, wie es von ihnen gewünscht wird. Dass das nicht glücklich macht, weiß sie aus eigener, leidvoller Erfahrung.

Aufgewachsen ist die 56-Jährige in Biberach. Viel Liebe hat sie als Kind nicht erfahren. Ihren Eltern macht sie deshalb keinen Vorwurf. „Sie stammten aus der Kriegsgeneration, sie wussten es nicht besser.“ Aber Sätze wie „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ oder „Der Esel nennt sich immer selbst zuerst“ hat sie eben doch verinnerlicht. Sie arbeitete als Zahnarzthelferin, Fremdsprachenkorrespondentin sowie im Vertrieb. Sie brachte zwei Kinder zur Welt. „Aber so etwas wie Lebensfreude habe ich selten empfunden.“

Lesen Sie auch: Die Suche nach dem passenden Lebensretter

Bekannt wurde Ortmann, als sie anfing, für die „Aktion Knochenmarkspende Bayern“ (AKB) zu arbeiten. Sie koordinierte die Typisierungsaktionen – mit großem Erfolg. „Als ich anfing, hatten wir 100 000 Spender, als ich aufgehört habe, waren es 360 000“, erzählt sie nicht ohne Stolz. „Ich war das Gesicht der AKB.“ Doch dann passierte etwas, was sie aus der Bahn warf: Ihr eigener Vater bekam eine besonders aggressive Form von Leukämie. „Ihm war nicht zu helfen.“ Weihnachten 2015 teilte er seiner Tochter den Befund mit. Wenige Wochen vor seinem Tod im Oktober 2016 sagte er ihr einen Satz, der sie bis heute nicht loslässt: „Du musst anfangen, Dein eigenes Leben zu leben.“

Lesen Sie auch: Die Familie Hanrieder ist wieder da

Was folgte, war eine Leidenszeit. Den alten Job in der AKB konnte die Buchendorferin nicht mehr lange machen. „Mir ist jeder Fall zu sehr zu Herzen gegangen. Meine Haut wurde immer dünner.“ Auch auf einer anderen Stelle in der Stiftung wurde sie nicht glücklich. Der anschließende Burnout war eine schlimme Erfahrung. „Ich war nur eine leere Hülle.“ Gleichzeitig dachte sie darüber nach, was ihr Vater ihr sagen wollte. Was sollte das heißen, ein eigenes Leben zu führen? Tat sie das nicht?

Inzwischen geht es Manuela Ortmann wieder gut. Sie macht den Eindruck eines in sich ruhenden, ausgeglichenen Menschen. „Ich habe einfach die Selbstliebe in mein Leben gelassen.“ Aktuell baut sie sich eine neue Existenz auf, als Mentorin für Persönlichkeitsentwicklung, Trainerin für Stress- und Burn-out-Prävention sowie Speakerin – also Motivationsrednerin für Unternehmen. Speziell das sogenannte „Mindsetting“, also die Arbeit an einer positiven inneren Einstellung, liegt ihr. Immerhin hat sie damit schon den Diamond Award in Dubai gewonnen. Gegen den Titel „Germany’s next Speaker Star“ hätte sie gewiss nichts einzuwenden.

Das Video von Manuela Ortmann findet man hier

Kommentare