Michael Futschik will Planung kippen

Bürgerbegehren für eine neue Dorfmitte

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Im Waakirchner Zentrum  besitzt die Gemeinde viel Fläche.
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Ein Ratsbegehren zur Dorfmitte: Für Michael Futschik ist das nicht der richtige Weg. Er fordert eine neue Planung im Dialog – und will das mit einem Bürgerbegehren durchsetzen.

WaakirchenMichael Futschik geht’s ums Grundsätzliche. Was auf dem Bäckervoitl-Grundstück im Herzen Waakirchens entstehen soll, will er von vorn diskutieren. Seine Vorstellung: Bürger äußern Wünsche, Architekten zeichnen passende Entwürfe. Die fast abgeschlossene Planung der Gemeinde für einen Komplex mit fünf Wohn- und Geschäftshäusern will er stoppen. Dass der Gemeinderat die Bürger am Ende per Ratsbegehren entscheiden lassen will (wir berichteten), stellt Futschik nicht zufrieden. Er fordert eine neue Planung für die Dorfmitte, die im Dialog mit den Bürgern zu entwickeln ist. Nachdem sein entsprechender Antrag im Gemeinderat gescheitert ist, sieht er nur noch einen Weg: ein Bürgerbegehren.

Futschiks Forderung nach einem Planungsstopp fand bei der November-Sitzung des Gemeinderats keinen einzigen Befürworter. Aber: Das Gremium entschied sich für ein Ratsbegehren. Sofern der unlängst präsentierte Entwurf zur Dorfmitte finanzierbar ist, sollen die Waakirchner über seine Realisierung am Tag der Europawahl am 26. Mai 2019 entscheiden.

„Aber das ist doch keine Bürgerbeteiligung“, findet Futschik. Die Waakirchner könnten keine Ideen entwickeln, sondern lediglich den fertigen Entwurf annehmen oder ablehnen. „Das ist nur schwarz oder weiß.“ Um Bürger ins Boot zu holen, sei ein Ratsbegehren „die schlechteste Lösung“. Futschik will seine Forderung nach einer Dialogplanung mit einem Bürgerbegehren durchsetzen. „Mein Ziel ist es, die Bürger mitzunehmen und mit dem Gelände etwas zu machen“, erklärt Futschik.

Es geht um das Gebiet zwischen dem Anwesen Bäckervoitl und der Filiale der Kreissparkasse. Es gehört der Gemeinde seit dem Jahr 2010. Die Möglichkeiten hatte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) 2012 bei einer öffentlichen Sitzung des Ortsplanungsausschusses mit den Bürgern diskutiert. Auf Basis der Erkenntnisse entstand eine Planung von Architekt Hans Hagleitner, die gute Chancen hat, über die Wohnbauförderung des Freistaates realisierbar zu sein.

Vorgesehen sind 29 bezahlbare Wohnungen in fünf Häusern, die sich um einen Platz gruppieren. Ladenflächen finden sich in den Erdgeschossen. Die Bürger sind aufgerufen, sich über deren Verwendung und die Gestaltung des Platzes Gedanken zu machen. Nach Einschätzung von Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) ist damit Raum für die Realisierung der Bürgerwünsche zur Dorfmitte.

„Aber das ist doch nur Fassade“, findet Futschik. Die jetzige Planung hält er für zu mächtig. Sie orientiere sich ganz an den Vorgaben für die Wohnbauförderung. Ideen, was stattdessen entstehen könnte, hat Futschik bei der im Mai von ihm initiierten Bürgerwerkstatt gesammelt. Die Ergebnisse wurden bei der – von Futschik erzwungenen – Bürgerversammlung Anfang November vorgestellt, neben der Planung von Architekt Hagleitner. Da ging es um ein Heimatmuseum, Räume für Vereine, mehr Parkplätze und einen Skulpturenpark. Futschik will die Bürgerwerkstatt weiterführen. Aber eigentlich, findet er, müsste die Gemeinde die Organisation übernehmen.

Die Planung des Bürgerbegehrens wird Futschik ab Januar in Angriff nehmen. Es gilt, Unterstützer zu suchen und Unterschriften zu sammeln. Auch der Text des Begehrens ist noch zu entwickeln. Aber das Ziel ist definiert: Die Dorfmitte soll im Dialog mit den Bürgern völlig neu geplant werden. Wohnungen könnten dabei auch entstehen, meint Futschik. Aber nicht so viele: „Dafür gibt es doch gar keinen Bedarf.“

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