Hohe Wahlbeteiligung

Bürgerentscheid zum Wellenberg: Klares „Nein“ zum Grundstücksverkauf

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Schüttet die Urne aus: Gemeinderat Harald Niggl. Im Hintergrund Christiane Knöpfle und Dominikus Wolf.
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Die Oberammergauer haben ein deutliches Signal gesendet: Über 2100 Wahlberechtigte haben ihre Stimme beim Wellenberg-Bürgerentscheid abgegeben. Über 80 Prozent sprachen sich gegen den Verkauf von einer Teilfläche aus.

Um 19.14 Uhr ist es am Sonntagabend besiegelt. Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) verkündet im Kleinen Theater das Ergebnis des Bürgerentscheids: Eine deutliche Mehrheit der Oberammergauer lehnt es ab, ein 15 000 bis 20 000 Quadratmeter großes Teilstück auf dem Wellenberg-Areal zu veräußern, um dort ein hochwertiges Hotel anzusiedeln. Bei einer Wahlbeteiligung von zirka 51 Prozent votierten 82,39 Prozent gegen die Pläne des Gemeinderats.

Bürgerentscheid zum Wellenberg: Über 2100 Menschen stimmten ab

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Im April dieses Jahres hatte das Gremium das Ratsbegehren mit 12:7-Stimmen auf den Weg gebracht. 4151 Wahlberechtigte waren nun aufgerufen, ein Kreuz zu setzen. Und irgendwie lag es in der Luft, dass die Gegner wohl überwiegen würden. Zumindest hatten sie zuletzt lauter dafür geworben, einen Verkauf der Filetfläche zu verhindern. Dementsprechend kam auch für Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) das Ergebnis wenig überraschend.

Freilich hätte er sich ein positives Resultat gewünscht. Bei diesem sensiblen Thema war ihm das Risiko, eine Niederlage einstecken zu müssen, aber durchaus bewusst. Schließlich gab es bereits zwei Bürgerentscheide zum Wellenberg – 2010 und 2013. Beide mit negativem Ausgang. Trotzdem brachte der Gemeinderat die direktdemokratische Abstimmung selbst auf die Bahn. Unter anderem, um Transparenz zu schaffen. Die hohe Wahlbeteiligung bestätigt Rödl in dem Vorgehen. „Es war gut, dass wir das nicht im Alleingang im Gemeinderat beschlossen haben.“ Das Ergebnis nimmt er als Arbeitsauftrag, eine alternative Lösung zu finden. Auch, wenn es eine Herausforderung sein wird, die „verschiedenen Ideen zu kanalisieren und ein schlüssiges Konzept zu kreieren“.

Parteien besprechen weiteres Vorgehen

Die Gelben trafen sich noch am Abend, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auch die CSU hat sich bereits Gedanken gemacht. Stichwort: Dialogverfahren (ausführlicher Bericht folgt).

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