Uffinger Bürgermeister kandidiert erneut

Andreas Weiß: Noch nicht am Ende des Wegs

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Einer, der auch mal andere Wege geht: Andreas Weiß (r.) zu Corona-Zeiten 2021 bei einer digitalen Bürgerschau der Gemeinde auf YouTube mit (v.l.) Geschäftsleiterin Gudrun Geiger und Rathaus-Kollegin Christiane Pfanstiel.
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Die Entscheidung kommt nicht überraschend: Uffings Bürgermeister Andreas Weiß will sich 2026 erneut zur Wahl stellen. Der 41-Jährige befindet sich mitten auf dem Weg, den er 2020 eingeschlagen hat. Sein Tempo: zunächst atemberaubend.

Uffing - Wer genau zugehört hatte, vermochte vor über fünf Jahren die richtigen Schlüsse zu ziehen. Als sich Andreas Weiß damals als Bürgermeister-Kandidat vorstellte, erzählte er, wie Uffing 2035 aussehen könnte. Er erwähnte, dass das alles nicht in sechs Jahren zu schaffen sei. Damit war klar: Seine Bewerbung ums Bürgermeisteramt ließ sich nur als langfristig angelegtes Projekt verstehen, nicht als Lebensabschnitts-Laune. Nun befindet sich Weiß auf diesem Weg und will ihn weitergehen, wenn die Uffinger das bei den Kommunalwahlen 2026 gutheißen. Er habe 2020 ein Angebot abgegeben mit einigen Aufgaben, „da ist noch was zu erledigen. Ich werde mich zur Verfügung stellen. Mir macht‘s viel Spaß“, sagt Weiß und meint damit „die Mischung aus allem“. Besonders schätzt er den ehrlichen Umgang miteinander, den sie sich in Uffing weitgehend bewahrt haben. „Wenn es gut läuft, wird gelobt, wenn nicht, wird das kritisch angesprochen. Persönlich wird es nur selten. In unserer Gemeinde herrscht eine gute Kultur des Miteinanders.“

Weiß: „Gemeinde ist grundsätzlich mal eine Gemeinschaft“

Weiß passt dazu, er ist ein freundlicher Mensch, der Wert legt auf Sachlichkeit. Das Verständnis kommt ihm nur abhanden, wenn Einzelne bei heißen Eisen wie Bebauungsplänen, Baulandentwicklung oder Mobilfunk „zu sehr auf ihren Eigennutz schauen und uns deswegen in schwierige Situationen bringen wollen. Die Gemeinde ist grundsätzlich mal eine Gemeinschaft“. Da sei nicht der individuelle Vorteil das Wichtigste.

Von Beginn an in alle Themen eingearbeitet

Weiß hat tiefe Einblicke in alle Uffinger Themen. Ab 2000 durchlief der Schöffauer seine Verwaltungs-Ausbildung im Rathaus, und als er 2020 trotz dreier Mitbewerber auf Anhieb mit über 57 Prozent zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt wurde, war er Geschäftsleiter. Weiß, heute Kreisbrandinspektor, legte los wie die Feuerwehr. Und merkte, dass sich dieses Anfangstempo „nicht durchhalten lässt“. Auch seine Frau Stefanie, „meine große Stütze“ und „Partnerin“, mit der er drei Töchter (16, 14, 13 Jahre) hat, holte ihn auf den Boden der Tatsachen zurück. „Die Familie ist mein Rückzugsort.“ Erfahrene Leute legten Weiß nahe, etwas auf die Bremse zu steigen, auch weil „zu schnell zu viel zu verändern nicht gut ist“. Das habe er rasch gelernt. Heute bewegt er sich bewusst mehr und er organisierte sich neu, arbeitet nun „zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten“, gewinnt dadurch aber tagsüber Freiräume.

Auftakt-Klausur sorgt für die Arbeitsbasis

Weiß muss nicht als Einzelkämpfer abliefern. Seine Rathaus-Mannschaft, der Gemeinderat, „die sind ein wertvoller Schatz, unbezahlbar“. Deshalb hat er in seiner Weihnachtsansprache den Wunsch geäußert, dass im Gremium „alle weitermachen“. Dort hat Weiß keine Fraktion: Er trat als parteifreier Bewerber an, was sich „für meine Person bewährt hat“. In Sitzungen wird oft und gerne diskutiert. Der Bürgermeister versteht, wie wichtig es ist, dass hier die Türen offen stehen, wann immer das möglich ist, keine Hinterzimmerpolitik gemacht wird. „Information, Information, Information – das trägt dazu bei, dass die Leute verstehen, um was es geht.“ Die Arbeitsbasis, auch für ein gutes Miteinander, haben Gemeinderat und Bürgermeister bei einer Auftakt-Klausur in Ohlstadt geschaffen. „Da haben die drei Listen ihre Wahlprogramme synchronisiert.“ Seitdem geht man „gemeinsam nach vorne, aber nicht ohne die notwendigen Reibungen“.

Mehr Einwohner: Zahl der Gemeinderäte wächst von 14 auf 16

Das Gremium wird 2026 anwachsen von 14 auf 16 Mitglieder, weil Uffing die 3000 Einwohner-Marke (auf 3060) überschritten hat. Jeder Dritte wird dann über 60 sein, „da sind Ergänzungen notwendig“, sagt Weiß: Beschäftigung, Betreuung, geeigneter Wohnraum. Auch die Schaffung eines Bürgerhauses ist ihm wichtig. Weiß denkt dabei an die gemeindeeigenen alten Gebäude an der Kirchstraße, „vielleicht kombiniert mit Wohnraum für Senioren und junge Erwachsene“. Dazu steht unter anderem die Entwicklung von Baugebieten an – Wohnbau an der Schöffauer Straße, für Gewerbe an der Lagerhausstraße –, das Feuerwehrgerätehaus in Uffing gilt es an aktuelle Anforderungen anzupassen, in Schöffau geht es um eine gemeinschaftliche Heizungslösung für Gemeinde-Gebäude. Überhaupt die Wehr: Sie bleibt Weiß‘ großes Hobby. Er schätzt diese Abwechslung: „Da ist man pragmatisch unterwegs. In der Verwaltung ist vieles vorgegeben.“

Toiletten-Offensive: Andreas Weiß eröffnet mit einem Augenzwinkern am Rosenmontag 2022 das erste öffentliche WC Uffings am Friedhof. Bauhofchef Anton Hirschvogel sitzt Probe.

Nicht nur deshalb wartete in dieser Periode eine stattliche Aufgabenliste. Abgearbeitet wurden Freizeitsportanlage für junge Leute, Haus für Kinder, Wasserversorgung, Straßenkanäle, Tourist-Info, Toilettenoffensive, Besucherlenkungskonzept, Straßenbeleuchtung, Regionalmarkt, Bebauungspläne zur Nachverdichtung und und und. Dabei hat sich auch in Uffing der finanzielle Druck erhöht. Für mehr Luft zum Atmen sorgen Wohltäter der Bahlsen-Stiftung oder Ilse Erl, die beim Haus für Kinder Unterstützung leistet. Auch sie sind Begleiter auf dem Weg, der ein längerer werden könnte.

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