VonArmin Forsterschließen
Der Wahlkampf in Moosburg heizt sich auf: Zwischen den Stadträten Evelin Altenbeck (Grüne) und Rudolf Heinz (CSU) eskalierte jetzt eine Facebook-Debatte.
Moosburg – Noch vor einer Woche wurde von fast allen Moosburger Parteien gelobt, wie fair der Wahlkampf abgelaufen sei. Nun bekommt dieses Bild Risse: CSU-Stadtrat Rudolf Heinz hat sich empört an die Öffentlichkeit gewandt, nachdem ihn Evelin Altenbeck (Grüne) für seine Stichwahl-Empfehlung pro Josef Dollinger (FW) scharf kritisiert hatte.
Der Schlagabtausch begann bei Facebook: Dort hatte Heinz am Mittwoch in seinem Profil ein Wahlplakat Dollingers geteilt – was am Donnerstag von Altenbeck unter anderem mit folgendem Kommentar versehen wurde: „Im neuen Gremium ist Diplomatie und der Wille zur Suche nach Kompromissen gefragt, kein Haudrauf!“ Und: „Ist Dir klar, was Du damit machst?“ In privaten Facebook-Nachrichten ging der Disput laut Heinz noch weiter, und der Ton sei schärfer geworden – was Heinz am Freitag dazu veranlasste, sich per Pressemitteilung an die Öffentlichkeit zu richten. Überschrift: „Ohne Respekt!“
Heinz über Altenbeck: „Polemik und absolut unter der Gürtellinie“
„Wie in einer Demokratie üblich und richtig“, hätten viele Moosburger Persönlichkeiten Empfehlungen abgegeben, welchen Kandidaten sie unterstützen, so Heinz. Er vertraue auf Dollinger, speziell in der aktuellen Zeit und den kommenden Jahren, in denen Erfahrung „zur Sicherung von Arbeitsplätzen und einer Stabilisierung der Wirtschaft“ nötig sei. Die Vorwürfe von Altenbeck hätten ihn „maßlos geärgert“, betonte er im Gespräch mit dem FT.
Noch viel mehr verurteile er jedoch private Nachrichten, in denen Altenbeck ihm vorgeworfen habe, mit seiner Wahlempfehlung indirekt den frisch gewählten AfD-Stadtrat Gerhard-Michael Welter zu unterstützen, und ob man von der CSU aus Thüringen nichts gelernt habe. Heinz: „Zu konstruieren, dass ich mit der Empfehlung eines Demokraten einen Rechtsextremen hofieren würde, ist absolut unter der Gürtellinie.“ Altenbeck stichele immer wieder mit polemischen Äußerungen, „und das, obwohl die Grünen ständig einen fairen Umgang fordern“. Für so etwas sei im künftigen Stadtrat kein Platz.
Altenbeck über Heinz: „Verhält sich wie ein kleines Kind“
Angesprochen auf Heinz’ Kritik, zeigt sich Evelin Altenbeck verwundert: „Zitiert man aus privaten Nachrichten? Ich erwarte, dass Privates auch privat bleibt.“ Den Gang an die Öffentlichkeit nannte sie „albern“ und „grenzwertig“, Rudolf Heinz verhalte sich „wie ein kleines Kind“. Abgesehen davon stehe sie zu dem, was sie geschrieben habe. „Ich weiß, dass Josef Dollinger nicht so diplomatisch ist, wie er sich seit einem Dreivierteljahr gibt.“ Nicht umsonst habe es bei den Freien Wählern in den vergangenen Jahren mehrere Zerwürfnisse gegeben. Dollinger sei nun vor der Wahl gecoacht worden, sich zu mäßigen, vermutet Altenbeck. Der neue Stadtrat sei bunt, da brauche es das Verhandlungsgeschick eines Michael Stanglmaiers.
Zum Vergleich mit Thüringen sagte sie: Wenn man bei den künftigen Mehrheitsverhältnissen eine Koalition gegen die Grünen schmiede, sei man bei diversen Abstimmungen auf die Stimme von Gerhard-Michael Welter (AfD) angewiesen. An Heinz gerichtet, sagte die langjährige Grünen-Rätin außerdem: „Gerade er, der im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen. Ich finde es schon sehr grenzwertig, wo er in der Vergangenheit so mitgestimmt hat – Beispiel Rockermaier-Areal.“ Das habe schließlich Heinz’ Architekturbüro-Kompagnon Jürgen Pflüger geplant. „Auch Heinz’ Begutachtung des Bahnhofsgebäudes wurde nicht vom Stadtrat beauftragt. Das hat das Gremium erst durch eine CSU-Veranstaltung erfahren.“ Für Evelin Altenbeck stehe fest: „Wenn man sich aus dem Fenster lehnt, muss man damit rechnen, dass der Wind kommt. Das gilt auch für Rudi Heinz.“
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