VonChristian Fellnerschließen
Sie gibt nicht klein bei: Elisabeth Koch (CSU), neue Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, lässt sich von Kritik an ihren klaren Aussagen zu schwarzen Schafen unter den Urlaubsgästen nicht einschüchtern. Unterdessen wurde an einem Parkplatz bereits das Nachtcampen verboten.
Garmisch-Partenkirchen – Elisabeth Koch hat Worten Taten folgen lassen. Zumindest, so weit es für die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin (CSU) möglich war. An der Maximilianshöhe ist der Parkplatz bei der Almhütte deutlich markiert worden, Halteverbotsschilder sollen die Straße beidseitig für den Verkehr freihalten. Und – für Koch sehr wichtig: Übernachten mit Wohnmobilen ist dort ab sofort nicht mehr gestattet. Es gilt ein Parkverbot für die Nachtstunden von 20 bis 6 Uhr. „Mehr war auf die Schnelle nicht zu machen“, bedauert Koch. Denn am Pflegersee gehört der Grund dem Forstbetrieb, und für die Parkflächen rund ums Olympia-Skistadion, da muss die Rathauschefin den Gemeinderat einbinden, um ein ordentliches Konzept für die Zukunft zu erarbeiten.
Kritik zielt auf schwarze Schafe unter den Urlaubern ab
Die klaren Worte, die Koch vor gut einer Woche für manche Zustände in den touristisch interessanten Außenbereichen von Garmisch-Partenkirchen fand, haben Staub aufgewirbelt. „Das war mir klar“, betont die neue Bürgermeisterin. Der Tagblatt-Artikel wurde angeregt diskutiert (siehe Kasten), die Bürgermeisterin erhielt viel Zuspruch, wurde aber auch in der Luft zerrissen. Was Koch stinkt: „Die Leute verstehen gar nicht, worum es mir geht.“ Kochs Worte seien von vielen so hingedreht worden, als wolle sie keine Gäste in Garmisch-Partenkirchen. „Das ist Unsinn, wir leben vom Tourismus.“ Eines fügt sie jedoch gleich noch an: „Aber nicht vom Dreck.“ Genau darauf zielte ihre deutliche Kritik an den schwarzen Schafen ab. „Mir geht es um die Verschmutzung, die manche hinterlassen, und dazu stehe ich auch.“ Egal ob Wanderer oder Camper, der drei Tage im Außenbereich mit seinem Mobil steht – „warum müssen die Menschen überall ihren Dreck hinterlassen“. Ein beliebtes neues Wegwerf-Gut: gebrauchte Corona-Schutzmasken. „Die werden einfach im Wald entsorgt, dazu kommen unzählige Feuchttücher – ekelhaft.“ Sie könne die Menschen ja verstehen, dass sie raus wollen – gerade nach einer Phase der Isolation wie zu Hochzeiten der Corona-Pandemie. „Ich bin selbst sehr freiheitsliebend.“ Aber sie stößt sich an der „Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur“.
Retourkutsche eines Münchner stört die Bürgermeisterin wenig
Natürlich hat sie einige Kommentare verfolgt. Auch die Worte eines Münchners vernommen, der meinte, eine verbale Retourkutsche fahren zu müssen. Er wolle dann auch keine Garmisch-Partenkirchner mehr sehen, die das Autobahnende am Luise-Kieselbach-Platz verstopfen oder zur Oktoberfestzeit rund um die Wiesn ihre Hinterlassenschaften den Münchnern auftischen. Koch kann nur schmunzeln. „Immerhin führt mein Beitrag zu einer Diskussion darüber, das nehme ich an“, betont sie gelassen. Wer glaube, sie knicke aufgrund von teils anonymen Kommentaren ein, der sieht sich getäuscht. „Ich bin sehr druckresistent“, stellt sie klar. „Ich werde mein Handeln davon nicht leiten lassen. Wenn jemand meint, er müsse sich an seinen Computer setzen und mich beschimpfen, dann tut er mir leid.“
Parkplatz am Skistadion wird Thema im Gemeinderat
Koch hat schließlich auch viele Zusprache erfahren, sieht sich bestärkt auf ihrem Weg. Sie habe mit einigen Ratskollegen telefoniert, teilweise auch entscheidende Hinweise erst von den politischen Mitstreitern erhalten. „Diese Missstände sind ja für jeden bei uns auch täglich sichtbar.“ Daher möchte sie das Thema Skistadion auch schnellstmöglich auf die Tagesordnung im Gemeinderat bringen. „Wir müssen da professionell gegensteuern.“ Nur ein Beispiel: Wenn sie sehe, dass der Caravanpark am Wank halb leer steht, sich dafür die Wohnmobile am Skistadion türmen, „dann müssen wir etwas tun“.
