VonJosef Hornsteinerschließen
Florian Holzer, aufgewachsen mit der Stammtischkultur, tritt als CSU-Kandidat für die Wallgauer Bürgermeisterwahl 2026 an. Mit frischen Ideen und starkem Miteinander will er den Ort weiterentwickeln.
„Wer keine Stammtisch-Erfahrung hat, der hat im Leben fast nichts gelernt“, zitiert Florian Holzer den Kabarettisten Gerhard Polt – und schiebt augenzwinkernd hinterher: „Das könnte von mir sein.“ In der Tat: Der Wallgauer CSU-Kandidat für die Bürgermeisterwahl 2026 ist mit der Stammtischkultur aufgewachsen. „Mein Laufstall stand direkt daneben“, erinnert er sich an die Gastronomie seiner Eltern zurück, wo er früh zwischen den Spezln seines Vaters – dem bekannten „Café-Martl“ – erste Lebenslektionen lernte. „Wie Obelix in den Zaubertrank gefallen ist, bin ich mit einer Überdosis Stammtisch ins Leben gestartet – und ich glaube, es hat nicht geschadet.“
Seit Dienstagabend ist es offiziell: Florian Holzer, 42, tritt für die CSU als Herausforderer von Amtsinhaber Bastian Eiter (WWV) an. Seine Nominierung erfolgte einstimmig von 16 Wahlberechtigten im Gasthof Isartal, dem traditionellen Treffpunkt der Christsozialen. Der Gastronom präsentierte sich als bodenständiger, gleichzeitig zukunftsorientierter Kandidat, der Wallgau mit „frischen Ideen“ und einem „starken Miteinander“ weiterentwickeln will.
Besonderes Augenmerk auf Tourismus und Landwirtschaft
Besonderes Augenmerk legt er auf Tourismus und Landwirtschaft, die er als „zwei Seiten derselben Medaille“ bezeichnet. Beide Bereiche müssten enger zusammenarbeiten, um Wallgau lebendig zu halten. Nachhaltiger Tourismus, die Stärkung der Landwirtschaft und Investitionen in die Infrastruktur – etwa in das Haus des Gastes, den Winterdienst, die Loipenpräparierung oder die Instandhaltung von Straßen und Wanderwegen – stehen für ihn im Fokus.
Zudem spricht sich Holzer klar für die Alpenwelt Karwendel aus. „Im Verbund ist man stärker als allein“, betont er. Doch angesichts sinkender Übernachtungszahlen in Wallgau müsse die Vermarktung effizienter und günstiger werden. Er will Vermieter motivieren, online buchbar zu sein – ein „großes Potenzial, ohne gleich vom großen Hotel träumen zu müssen“.
Ein weiteres zentrales Thema für Holzer ist die wirtschaftliche Belebung des Ortes. Florierende Handwerksbetriebe, Gastronomie, Dienstleister und Einzelhandel seien „der Herzschlag des Dorfes“. Die Gemeinde müsse hier die passenden Rahmenbedingungen schaffen.
Holzer übt Kritik an schleppender Umsetzung
Deutliche Kritik übt Holzer an der schleppenden Erweiterung des Gewerbegebiets: „Seit fünf Jahren bewegt sich kaum etwas – mal hakt es hier, mal dort.“ Die Bürokratie sei ein Bremsklotz. Als das Projekt im Finanzausschuss des Landtags feststeckte, habe ein Anruf bei CSU-Landtagsabgeordnetem Harald Kühn genügt – kurz darauf kam das Signal aus München. „Mit mehr Beharrlichkeit und den richtigen Kontakten wären wir längst weiter“, so Holzer. In Zukunft müsse es schneller gehen.
Auch familienpolitisch will Holzer Akzente setzen: Betreuungseinrichtungen, Schule und Turnhalle müssten in gutem Zustand bleiben – nicht als Luxus, sondern als Grundvoraussetzung für einen attraktiven Schulstandort. Ebenso wichtig ist ihm die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, vor allem für Familien und Senioren.
