VonIngrid Zeilingerschließen
Bei den Kommunalwahlen 2020 wird in der Kreisstadt ein neuer Stadtrat gewählt, aber kein Bürgermeister. OB Erich Raff (CSU) scheidet erst im Jahr 2023 aus seinem Amt aus.
Fürstenfeldbruck – Eine weitere Kandidatur ist ausgeschlossen – aus Altersgründen.
Erich Raff ist am 21. Mai 2017 zum Oberbürgermeister gewählt worden. Zuvor hatte er Klaus Pleil (BBV) nach seinem Herzinfarkt im Amt vertreten. Nachdem Pleil für dienstunfähig erklärt worden war, wurden die Neuwahlen außerhalb der Reihe nötig. Raff könnte seine Amtszeit nun verkürzen, um Stadtrats- und OB-Wahl wieder anzugleichen. Doch das ist nicht geplant, teilte er auf Tagblatt-Nachfrage mit. „Wenn es meine Gesundheit zulässt, mache ich bis Mai 2023 weiter.“ Und derzeit gehe es ihm gut.
Schlimmer kann es nicht mehr werden
Dieses Vorgehen sei auch mit dem CSU-Ortsverband abgesprochen, sagt Raff. „Sonst müsste jetzt schon ein Kandidat aus den eigenen Reihen gekürt werden.“ Er sei auch immer wieder gefragt worden, ob er bis 2023 weitermache. Und auch bei den übrigen Fraktionen rechnet keiner wirklich mit einem vorzeitigen Abschied des Stadtoberhauptes.
Vorgezogene Wahlen hätten Erich Raff auch keine weitere Amtszeit ermöglicht. Denn er wird im April 2020 67 Jahre alt – elf Tage zu spät, um noch unter die Altersgrenze fürs hauptamtliche OB-Amt zu fallen. „Das hat etwas Gutes, aber auch etwas Schlechtes“, sagt er. Bei einer weiteren Amtszeit würde er mit 73 Jahren aufhören, so ist er gerade 70, wenn er in den Ruhestand geht. „Das ist eine runde Zahl.“
Dass er ab Mai 2020 mit einem neuen Stadtrat regiert, schreckt den Rathauschef nicht. „Schlimmer kann es nicht werden“, sagt er im Blick auf viele Streitigkeiten und Konfrontationen durch die Oppositions-Fraktionen während der Sitzungen. Gerade Debatten wie die jüngste bei den Haushaltsberatungen würden ihn zwar beschäftigen. Aber das gehöre dazu. Die Zusammenarbeit mit dem Gremium sei von Anfang an schwer gewesen. „Es ist schade, dass sich SPD, BBV und Grüne so zusammengeschlossen haben. Das macht keinen Spaß.“
Es geht um die Stadt
Aber Raff will den Kopf nicht in den Sand stecken. „Es geht immer um die Stadt“, sagt der 66-Jährige. „Ich habe Ehrgeiz, nur weil ich ausgebremst werde, gebe ich nicht auf.“ Er fühle sich wie ein Polizist, der ermitteln wolle. „Ich bin Sportler, der lässt sich nicht durch Niederlagen vom Weg abbringen.“
In den verbleibenden vier Jahren will Raff drei große Themen voranbringen. So soll die neue Schule West an der Cerveteristraße dann stehen. Auch den Rathaus-Umbau oder Neubau in der Innenstadt will er abschließen. Und zu guter Letzt soll das Sportzentrum III im Westen – mit Sportplätzen und Vereinsheim für den TSV West und seine Schützen – in abgespeckter Form gebaut sein.
Auch das Mammutprojekt Fliegerhorst wird ihn weiter beschäftigen. „Ich hoffe, dass wir es gemeinsam mit den anderen Bürgermeistern auf den Weg bringen.“ Das neue Viertel wird freilich erst weit nach seinem Abschied aus dem Amt entstehen. „Aber ich kann vielleicht planerische Erfolge vermelden.“
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