Jetzt steht ein zweiter Bewerber fest: „Ich will Bürgermeister von Gröbenzell werden.“ Mit diesen Worten hat Ingo Priebsch sich seinen Parteifreunden, den Grünen, vorgestellt – und wurde gewählt.
Gröbenzell – Von zwölf Stimmberechtigten haben sich neun bei der Mitgliederversammlung für den Kandidaten ausgesprochen. Drei Stimmen waren ungültig.
Amtsinhaber Martin Schäfer (UWG) hat bereits vor Monaten angekündigt, dass er noch einmal kandidieren wird. Dass auch die Grünen sich nun mit einem eigenen Kandidaten um dieses Amt bewerben, begründete deren Ortsvorsitzender Walter Voit mit den immer besser werdenden Wahlergebnissen in den vergangenen Jahren. „Wir wollen nicht am Spielfeldrand stehen.“ Den frühen Zeitpunkt der Nominierung erklärt er damit, dass der 56-Jährige verheiratete Diplom-Pädagoge bekannter gemacht werden soll in der Bevölkerung.
Mitgliedschaft bei den Grünen noch jung
Der gebürtige Flensburger lebt seit sieben Jahren in Gröbenzell. Seine Mitgliedschaft bei den Grünen ist noch jung. Im Sommer vergangenen Jahres ist er der Partei beigetreten. Bereits wenige Monate später, im Herbst, wurde er als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Wie der 56-Jährige verriet, war er in seiner Jugend Mitglied der Jungen Union (JU) und später bei der SPD. „Doch seit 1998 wähle ich grün.“ Allerdings kommt er nicht wie so viele Grüne aus der Friedensbewegung. Er war zwölf Jahre bei der Bundeswehr, später jahrelang als Manager im Handel tätig. Derzeit betreut er für ein internationales Netzwerk Deutsche, die im Ausland arbeiten und Ausländer, die in Deutschland tätig sind.
Kritische Worte zur Amtsführung des aktuellen Bürgermeisters
Voit fand so manches kritische Wort zur Amtsführung des jetzigen Bürgermeisters. Viele Dinge hätten sie zwar mitgetragen. Doch nicht verstehen könne er, warum Schäfer sich gegen den Bau von günstigem Wohnraum auf dem Züblinzwickel gestellt habe, warum in den vergangenen fünf Jahren so wenig in der Bahnhofstraße passiert sei und weshalb es eine so hohe Personalfluktuation im Rathaus gibt.
Die Führung der Gemeindeverwaltung ist einer der Punkte, die Priebsch am Herzen liegen. Bringe ein Mitarbeiter keine Leistung, müsse man sich fragen: will, darf, oder kann er nicht. „Teamwork sichert den Erfolg“, ist er überzeugt. Gröbenzell will er unter anderem ökologisch weiter entwickeln. „Wir brauchen dringen mehr Fahrradwege.“ Auch der motorisierte Verkehr stoße an seine Grenzen. In den Morgenstunden benötige man mittlerweile 20 Minuten, um in Richtung Lochhausen den Ortsrand zu erreichen.
Mehr in die Höhe bauen
Um das Auspendeln zu reduzieren, will Priebsch nach der Kommunalwahl mehr Arbeitsplätze schaffen. „Gewerbe ist kein Störenfried.“ Auch mehr Wohnraum ist ihm ein Anliegen. Und da Gröbenzell bereits jetzt dichter besiedelt sei als Essen und Düsseldorf, erwägt er, dass in die Höhe gebaut wird. Voit kann sich dies auch im Gewerbegebiet vorstellen, wo Wohnungen auf Einkaufsmärkten entstehen könnten.
Jugend und Senioren sind weitere Schwerpunkte des frischgebackenen Bürgermeisterkandidaten. Ihm schwebt ein Jugendparlament vor, was auch angesichts der Schließung der Musikkneipe Hexe eine Alternative sei. Für die ältere Generation sind Mehrgenerationenhäuser und barrierefreier Geschosswohnungsbau angedacht. (sus)
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