Bürgermeisterwahl 2020

Sechs Fragen - sechs Antworten: Drei wollen den Chefsessel in Haimhausen

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Sie stellen sich zur Bürgermeisterwahl: Peter Felbermeier (CSU), Sabrina Spallek (Bündnis 90/Die Grünen) und Detlef Wiese (Bürgerstimme Haimhausen)

Wir haben den drei Bürgermeisterkandidaten in Haimhausen, Peter Felbermeier, Sabrina Spallek und Detlef Wiese, sechs Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.

  • In Haimhausen stehen Peter Felbermeier, Sabrina Spallek und Detlef Wiese zur Wahl des Bürgermeisters.
  • Wir haben den Kandidaten sechs Fragen gestellt rund um ihre Gemeinde gestellt.
  • Wer ins Rathaus einzieht, entscheidet sich am 15. März. 

Haimhausen - Unsere Redaktion hat die Bürgermeisterkandidaten in Haimhausen befragt. Gegen Amtsinhaber Peter Felbermeier (CSU) treten Sabrina Spallek (Bündnis 90/Die Grünen) und Detlef Wiese (Bürgerstimme Haimhausen) an. Sechs Fragen - sechs Antworten. Die Kandidaten antworten nach alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens.

Peter Felbermeier: Amtierender Bürgermeister.
Sabrina Spallek: Betreuerin in der Mittagsbetreuung, Physiotherapeutin und gelernte KfZ-Mechanikerin.
Detlef Wiese: Diplomingenieur und arbeitet selbstständig im Bereich Medientechnik und Kommunikation.

Wie stehen Sie zu den Plänen einer neuen Stromtrasse zwischen Haimhausen und dem Inhauser Moos?

Peter Felbermeier: Von Anfang an habe ich gegenüber der im Bundesauftrag handelnden Projektfirma die Einwände der Gemeinde gegen die Stromtrasse deutlich geltend gemacht. Die ganze Sache ist noch in einem frühen Informationsstadium. Unsere Interessen und Wünsche müssen bei der weiteren Planung gewahrt bleiben.

Sabrina Spallek: Beide vorgeschlagenen Trassen haben massive Nachteile. Mit einem fraktionsübergreifenden Antrag fordern wir eine Prüfung der konkreten Auswirkungen auf Mensch und Natur. Wir stehen für die Energiewende, dafür braucht es auch Stromtrassen, aber über deren Verlauf müssen die Bürger mitentscheiden.

Detlef Wiese: Der Wechsel von klassischer Stromerzeugung zu erneuerbaren Energien ist notwendig und die damit einhergehenden Änderungen unumgänglich. Bayern braucht nach Abschaltung der AKWs und Kohlekraftwerke Strom aus dem Norden und dieser kommt über Trassen. Ich bin ganz klar gegen die Nordtrasse, da sie uns einige Ortsentwicklunggsmöglichkeiten verbaut.

Welche konkreten Pläne haben Sie, um den Ortskern vitaler zu gestalten?

Peter Felbermeier: In Haimhausen sind natürlicherweise mehrere Plätze gewachsen, die wir in den kommenden Jahren zu einem unverwechselbaren Ortsbild weiterentwickeln wollen – und das mit hoher Bürgerbeteiligung. Hinzu kommen neue Möglichkeiten im Brauereigelände. Letztlich ist stets die Grundstücksfrage entscheidend.

Sabrina Spallek: Ich will öffentliche Wohnzimmer, das heißt begrünte Freiflächen für Begegnungen mit hoher Aufenthaltsqualität. Es braucht: die Wiederbelebung des Wochenmarktes, fußläufige Einkaufsmöglichkeiten, Plattformen für Kunst, Kultur und Geschichte sowie attraktive Bedingungen für mittelständische Betriebe

Detlef Wiese: Haimhausen hat keinen Ortskern. Es gibt einen historischen gegenüber des Nahkauf-Markts, und einen im Sommer Gelebten beim Eis-Café Cellino. Die Entwicklung eines Ortskerns ist eine der dringlichsten Aufgaben. Ich werde einen städtebaulichen Wettbewerb dazu ausschreiben, um dann die Ergebnisse mit Bürgern diskutieren zu können.

Kommunalwahl 2020 in Haimhausen: Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

An welchen Stellen sehen Sie in der Gemeinde Verbesserungsbedarf?

Peter Felbermeier: Wohnraum, Mobilität, Infrastruktur, Umwelt und stabile Finanzen haben für mich oberste Priorität. Hinzu kommen die Themen und Perspektiven für Jugend und Senioren sowie die sozialen Aufgaben. Es wird die Herausforderung sein, unsere Lebensqualität in Haimhausen auf dem erreichten Niveau zu halten.

Sabrina Spallek: In den Bereichen Klimaneutralität, fahrradfreundliche Kommune und Bürgerbeteiligung liegt enormes Potenzial. Zentrales Thema sind die Gemeindefinanzen. Wir brauchen dringend mehr Einnahmen, um soziale Einrichtungen und Vereine zu fördern, Betreuungsgebühren zu senken und für bezahlbaren Wohnraum.

Detlef Wiese: Die Menschen, die in Haimhausen leben, brauchen attraktive Angebote. Im Bereich Sport und Kultur ist schon vieles vorhanden, doch es kann noch deutlich verbessert werden. Wir brauchen einen Veranstaltungsort, einen Bürgersaal, einen Badeweiher, der für alle funktioniert, auch Familien mit Kindern, mit einer Infrastruktur.

Wie kann der Pendlerverkehr durch Haimhausen eingedämmt werden?

Peter Felbermeier: Durch intelligent vernetzte und überörtliche Maßnahmen sowie durch Erweiterung des Angebots im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit kürzeren Taktzeiten der Busse will ich einen wesentlichen Teil des Stau-Problems lösen. Aber auch das Mobilitätsverhalten wird sich mittelfristig etwas ändern müssen.

Sabrina Spallek: Wir brauchen einen attraktiven ÖPNV, einen dichteren Takt zur S-Bahn und in die Kreisstadt Dachau, Ausbau des Radwegenetzes und Mobilitätsstationen, die zum Beispiel den Umstieg vom Leihauto aufs Rad erleichtern. Weiterhin muss der Schulbusverkehr zur BIS (Bavarian International School) optimiert werden.

Detlef Wiese: Einerseits auf der Basis der aktuellen Straßen mit baulichen Maßnahmen eine Verkehrsberuhigung zu erreichen, andererseits über größere Projekte im Straßenbau nachzudenken, die Haimhausen entlasten. Mittel- bis langfristig brauchen wir Konzepte, die den Fußgänger und Radfahrer innerhalb der Ortschaften in den Mittelpunkt rücken.

Kommunalwahl 2020 in Haimhausen: sechs Fragen -  sechs Antworten

Was braucht Haimhausen, um überlebensfähig zu bleiben?

Peter Felbermeier: Haimhausen ist im wahrsten Sinn des Wortes gesund, der starke Zuzug und der Bau des neuen Ärztehauses beweisen es. Wir werden immer attraktiver für die Ansiedlung von umweltfreundlichem Gewerbe ohne Verkehrsbelastung und Emissionen. So gewinnen wir moderne Arbeitsplätze und weitere Steuereinnahmen.

Sabrina Spallek: Haimhausen braucht Vielfalt und Leben: moderne Kinderbetreuung und Schule, Angebote für Jugend und Senioren, (Kinder-)Ärzte, Hebammen und Kultureinrichtungen. Langfristig müssen wir unsere Energie vor Ort produzieren und Ressourcen wie Wasser, Bodenqualität und gesunde Luft erhalten.

Detlef Wiese: Haimhausen braucht vor allem Attraktivität in Form von Treffpunkten, Naherholung und Infrastruktur, wie Geschäften. Wir brauchen Möglichkeiten, dass die Menschen sich gerne im Ort aufhalten. Für diese Attraktivität benötigt Haimhausen auch die entsprechenden Finanzen, die nur durch ein Gewerbegebiet aufzubessern sind.

Wie schalten Sie nach einem besonders stressigen Tag ab?

Peter Felbermeier: Die Zeit mit meiner Familie ist für mich ungemein wichtig, weil mir das letztlich auch die Energie für die Arbeit als Bürgermeister gibt. Freude macht auch das Luftholen beim Freizeitsport und die Lektüre eines guten Buches. Und natürlich trinke ich in Gesellschaft von Freunden mal ein Glas Bier.

Sabrina Spallek: Durch tägliche Meditation beginnt mein Tag gelassen, das hilft mir gut mit Stress umzugehen. Abschalten gelingt mir wunderbar bei sportlichen Aktivitäten, wie Wandern und Bogenschießen, und natürlich, wenn ich Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringe.

Detlef Wiese: Für mich sind Sport und Musik die besten Möglichkeiten mich zu sammeln, energetisch, also mental und physisch. Ich improvisiere am Flügel oder schreibe ein neues Stück, während ich beim Sport gerne schnell gehe oder auch mit einem Freund ins Sportstudio gehe und Kraft/Ausdauer trainiere.

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