Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl will ihr Amt bei der Kommunalwahl 2020 verteidigen. Sie ist gemeinsame Kandidatin der CSU und vom Bürgerblock Lengdorf.
Lengdorf – Ein großartiges Ergebnis hat Amtsinhaberin Gerlinde Sigl bei ihrer Nominierung zur gemeinsamen Bürgermeisterkandidatin von CSU und Bürgerblock Lengdorf für die Kommunalwahlen im März 2020 erzielt. Alle 35 Wahlberechtigten stimmten am Dienstagabend im Gasthaus Obermaier in Kopfsburg für die CSU-Ortsvorsitzende und Kreisrätin.
Sigl ist seit 2008 Bürgermeisterin von Lengdorf und warb in einer leidenschaftlichen Rede für eine weitere Amtszeit. Sie habe noch sehr viel vor: „In Lengdorf bin i dahoam und möcht‘ weiter Bürgermeisterin bleiben.“ Als anstehende Projekte nannte die 57-Jährige die Neugestaltung der Ortsmitte und die Sanierung der Brücke über die Isen, die Erweiterung des Kindergartens und des Gewerbegebietes sowie die Digitalisierung der Schule. Außerdem will sie Bauland erwerben, die Radwege ausbauen und die Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Lampen umstellen. Beim Ausbau der Bahnstrecke Mühldorf – München müsse von vornherein höchster Wert auf bestmöglichen Lärmschutz gelegt werden, um Probleme wie bei der A 94 zu vermeiden, sagte Sigl.
Sigl hat bereits vieles erreicht
Sie blickte auf ihre bisherige Amtszeit zurück und erklärte, mit die größter Herausforderung sei der elf Jahre währende und erst heuer abgeschlossene Rechtsstreit um den Abwasserkanal gewesen. Bei der Wasserversorgung sei es gelungen, die Wasserverluste von 40 auf 10 Prozent zu reduzieren. Neue Regenwasserleitungen verhinderten künftig Überschwemmungen wie 2016 in Kopfsburg. Die Schule habe inzwischen drei Gruppen zur Mittagsbetreuung, die 75 der 100 Kinder nutzten. Auch die Bücherei sei erweitert worden und biete zusätzliche Öffnungszeiten.
Sigl erinnerte auch daran, dass im Ende 2017 erworbenen Baugebiet 90 Prozent der Grundstücke an Einheimische gegangen seien. „Wir wollen auch das Gewerbegebiet erweitern und dort in den nächsten zwei Jahren einen kleinen Supermarkt errichten“, kündigte sie an.
Schwierigkeiten bei Breitbandausbau
Mit großen Schwierigkeiten sei dagegen der Breitbandausbau verbunden. Die Gemeinde habe sich jetzt – wie Dorfen – für ein Betreibermodell entschieden. „Außerdem soll es in Lengdorf künftig vier Stellen mit freiem W-Lan geben“, sagte die Bürgermeisterin. Als weitere Erfolge nannte Sigl die Fertigstellung des Radwegs Isen–Lengdorf im Oktober, die Einweihung des Feuerwehrhauses sowie die gute Integration von zurzeit 30 Flüchtlingen – darunter elf Kindern.
In seinem Grußwort lobte Landrat Martin Bayerstorfer das große Engagement der Bürger im Landkreis. „In meiner Amtszeit habe ich 3000 Feuerwehrleute auszeichnen können“, freute er sich. Außerdem habe der BRK-Kreisverband 11 000 Mitglieder, 13 000 Bürger seien Mitglied in Schützenvereinen, 60 000 in Sportvereinen. Erding sei auch wirtschaftlich der erfolgreichste Landkreis in ganz Deutschland mit der jüngsten Bevölkerung, erklärte Bayerstorfer. Mit 1,8 Millionen Besuchern 2018 sei die Therme Erding der zweitgrößte Besuchermagnet in Deutschland gewesen, nach dem Hamburger Zoo.
Unterstützung für A94-Lärmschutz von Landrat Martin Bayerstorfer und MdL Ulrike Scharf
Was den Lärmschutz an der A 94 betreffe, so hätten die Bürger ein „Recht auf eine erträgliche Lebenssituation“, sagte Bayerstorfer. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) müsse sich deshalb selbst ein Bild von den Zuständen vor Ort machen, forderte er. Ulrike Scharf (CSU), die als Landtagsabgeordnete Mitglied des Verkehrsausschusses ist, äußerte sich in ihrem Grußwort ähnlich. Die A 94 müsse ab Pastetten einen neuen Belag erhalten und die Geschwindigkeit beschränkt werden. „Lärmschutz ist Gesundheitsschutz“, betonte Scharf.
Die Kandidaten für den Gemeinderat werden erst im Januar aufgestellt.
Günter Wirnhier
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