Michael Spindler (CSU) wagte sich als Erster aus der Deckung. Jetzt gibt es einen zweiten Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2020 in Unterammergau.
Unterammergau – Er weiß, wie Kommunalpolitik funktioniert, kennt die Abläufe, die juristischen Haken und Ösen. Robert Stumpfecker verfügt über reichlich Verwaltungswissen, war 17 Jahre bei der Gemeinde Unterammergau tätig, davon von 2005 bis zum Sommer 2013 als Geschäftsleiter. Jetzt hat sich der 52-jährige Verwaltungsfachwirt „nach reiflicher Überlegung und in enger Absprache mit meiner Familie“ dazu entschlossen, noch einmal als Bürgermeister zu kandidieren. Dies teilte er seiner Gruppierung, der FUZ (Für Unterammergaus Zukunft), bei einer Sitzung zur Kommunalwahl mit, was die Mitglieder mit spontanem Beifall zur Kenntnis nahmen.
Bereits bei der letzten Kommunalwahl 2014 hatte sich Stumpfecker für das Bürgermeisteramt beworben und erreichte gegen den Mitbewerber und Amtsinhaber Michael Gansler 43,8 Prozent der Stimmen – ein mehr als respektables Ergebnis. Trotz des Scheiterns der Kandidatur übernahm der verheiratete, dreifache Familienvater – seine Kinder Jonas (27), Simon (24) und Magdalena (21) sind schon „aus dem Gröbsten raus“ – Verantwortung als Gemeinderat in den vergangenen, bald sechs Jahren. Dadurch blieb er bei der Ortspolitik weiter am Ball.
Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?
Das Ausbluten des Ortskerns stoppen
„Es ist in den vergangenen Jahren in Unterammergau einiges auf den Weg gebracht worden, ich möchte hier nur das neue Pflegezentrum und die Entwicklung des Gewerbegebiets nennen. Aber auch nach 2020 steht unser Dorf vor Herausforderungen“, beschreibt Robert Stumpfecker den Status Quo seiner Heimatgemeinde. Wichtig sind ihm eine solide, stabile Finanzwirtschaft und eine durchdachte Politik mit Konzepten, die längerfristig ausgelegt ist. Projekte, die es anzupacken gelte, sieht der FUZ-Bewerber in der Zukunftsplanung für das Rathaus, die dringend notwendige Sanierung der Kläranlage und vor allem in der Stärkung der Nahversorgung gegen das drohende Ausbluten des Ortskerns. „Die Menschen brauchen weiterhin Örtlichkeiten, wo sie sich tagsüber treffen können.“
Alle Kandidaten im Überblick
Im Dorf ist Stumpfecker seit vielen Jahren fest verankert. Er hat eine halbe Stelle als Vorstand der Privatwaldgemeinschaft Unterammergau inne, wo er 250 Anteilseigner vertritt und auch für zwei Jagdbögen zuständig ist. Außerdem ist er noch als Fahrlehrer und Busfahrer tätig. 35 Jahre lang war Robert Stumpfecker aktives Mitglied bei der örtlichen Bergwachtbereitschaft, dieses Jahr beendete er seinen aktiven Dienst. Bereits seit 1993 übt er das Amt des Schriftführers beim Krieger- und Veteranenverein aus, 22 Jahre versah er seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Beim neu geschaffenen Naturpark der Ammergauer Alpen ist der 52-Jährige Zweiter Vorsitzender, ebenso wie beim Förderverein „Unser Ammergebirge“, der bis ins Ostallgäu hinaus reicht. Und nicht zu vergessen sein Ehrenamt als gemeindlicher Vereinebeauftragter.
Sich in die Dorfgemeinschaft aktiv ein zu bringen und das Ortsleben mit zu gestalten, ist für Robert Stumpfecker „sehr wichtig, denn dass Unterammergau von außen oft als Gemeinde gesehen wird, in der man noch zusammenhält und mit vereinten Kräften anpackt, kommt nicht von ungefähr.“ Das zeichne das Dorf aus. In seiner Freizeit radelt der FUZ-Bewerber gerne. Auch Berg-und Skitouren mit seiner Frau Regine zählen zu den gemeinsamen Unternehmungen „in unserer wunderschönen Landschaft, die wir direkt vor unserer Haustüre haben“.
Paul Silber