Bürgermeisterwahl 2020

Sechs Fragen - sechs Antworten: Zweikampf um Indersdorf

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Sie hoffen auf den Rathaussessel: Hubertus Schulz und Franz Obesser.
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Wir haben den zwei Bürgermeisterkandidaten in Indersdorf, Franz Obesser und Hubertus Schulz sechs Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.

  • In Indersdorf stehen Franz Obesser und Hubertus Schulz zur Wahl des Bürgermeisters.
  • Wir haben den Kandidaten sechs Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.
  • Am 15. März entscheidet sich, wer ins Rathaus einzieht. 

Indersdorf - Unsere Redaktion hat die Bürgermeisterkandidaten in Indersdorf befragt. Gegen Amtsinhaber Franz Obesser (CSU) tritt Hubertus Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) an. Sechs Fragen - sechs Antworten. Die Kandidaten antworten nach alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens. 

Franz Obesser: 50 Jahre, Bürgermeister
Hubertus Schulz: 58 Jahre, Diplom Physiker

In und um Indersdorf gibt es kaum mehr Wirtschaften, es fehlt an Treffpunkten und Versammlungsmöglichkeiten. Ihre Ideen das zu ändern?

Franz Obesser: Öffentliche Räume werden vielseitig genutzt. Dies kann noch ausgebaut werden. Wir haben Räume geschaffen z.B. in Ainhofen, Niederroth und aktuell in Hirtlbach. Die Turnhallensanierung ermöglicht auch größere Veranstaltungen. Es gibt Gespräche mit Institutionen/Partnern, um gemeinsam eine Begegnungsstätte zu schaffen. Mit der FOS soll eine weitere Turnhalle entstehen. Außerdem gilt es, die bestehende gute Gastronomie zu erhalten.

Hubertus Schulz: Unsere Idee für Markt Indersdorf selbst ist ein Bürgerhaus. In den Orten ohne Treffpunkte können wir geeignete Räume aus dem Leerstand zur Verfügung stellen. Die Geschichte des Freibads Ainhofen zeigt, dass Bürger mit Engagement und unserer Unterstützung wichtige gemeinschaftliche Einrichtungen betreiben können. Wir möchten einen offenen Bürgerdialog hierzu starten.

Über die Marktplatzumgestaltung wurde viel diskutiert, es gab eine lange Liste an Pflichtpunkten, die es umzusetzen galt. Wie gefällt Ihnen das Endergebnis der Planungen?

Franz Obesser: Seit rund 30 Jahren gab es Diskussionen. Auch wegen nötiger Sanierungen hat der Gemeinderat eine Umgestaltung beschlossen. Sehr wichtig war uns der Bürgerdialog. Gemeinsam ist uns eine sehr ansprechende Gestaltung gelungen, mit Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Platz für Fußgänger und Radfahrer, richtigen Bushaltestellen, Parkplätzen, neuem Grün und Geschwindigkeitsreduzierung durch die Straßenverlegung. Es gefällt mir sehr gut.

Hubertus Schulz: Da dies ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderats war, habe ich beschlossen, es nicht im Wahlkampf zu thematisieren. Ich denke aber, dass die Umgestaltung nicht ausreichend sein wird, um den Marktplatz zu einem Wohlfühlort für die Bürger und spielende Kinder zu machen. Wir werden gegebenenfalls erweiterte Ideen einbringen.

Bürgermeisterwahl 2020 in Indersdorf: Sechs Fragen - sechs Antworten

Was ist das Erste, das Sie angehen wollen, sollten Sie die Wahl gewinnen?

Franz Obesser: Wie vor sechs Jahren eine Gemeinderatsklausur. Der neue Gemeinderat und die Verwaltung sollen zügig zusammenfinden, um die bisherige konstruktive, parteiübergreifende, sehr gute Zusammenarbeit fortzusetzten. Dies ist wichtig, um geplante Projekte wie Umfahrung, Klärschlammbehandlung, Renaturierungen, Radwege usw. zügig voranzubringen.

Hubertus Schulz: Das Mobilitätsthema, zusammengesetzt aus öffentlichem Verkehr und einem gesamtheitlichen Radwegekonzept. Natürlich hier mit Nachdruck auch auf höheren Ebenen wie dem Landkreis, da die Zuständigkeiten verteilt sind. Die Sicherheit der Kinder ist hier im Vordergrund, aber gleichzeitig nutzt es auch dem Klima.

Jeder redet parteiübergreifend darüber, dass es mehr bezahlbaren Wohnraum geben muss. Was gilt es zu tun, damit ausreichend Menschen davon profitieren?

Franz Obesser: Die Gemeinde hat Grundstücke für Wohnungsbau erworben. Nun soll der kommunale Wohnungsbau beginnen, das heißt, die Gemeinde baut und vermietet bezahlbare Wohnungen. Wir haben auch schon wegweisende Beschlüsse gefasst, u.a. das neue Baulandmodell als Weiterentwicklung des Einheimischenmodells oder der Bau des Maria-Gschwendtner-Hauses.

Hubertus Schulz: Sozial gebundenen Wohnungsraum fördern, ein Beispiel dafür ist das Münchener Modell. Dort werden sozial gebundene Grundstücke zum einheitlichen Preis an Bauträger oder Genossenschaften vergeben, mit der Auflage zum Bau von Miet- bzw. Genossenschaftswohnungen. Im Rahmen einer festgelegten Bindungszeit darf die Wohnung nicht weiterverkauft werden.

Bürgermeisterwahl 2020 in Indersdorf: Franz Obesser und Hubertus Schulz wollen ins Rathaus einziehen

Ihr persönliches Herzensprojekt für Indersdorf?

Franz Obesser: Ein Bürgerpark an der Roth in Indersdorf, für Naherholung und Freizeit und um Natur erlebbar zu machen. Dieses Areal wird dann über Generationen von Bebauung freigehalten.

Hubertus Schulz: Dies ist eindeutig das bereits erwähnte Bürgerhaus. Es soll Möglichkeiten für Kultur bieten sowie eine Bühne haben. Es soll ein Treffpunkt für Jung und Alt, bunt und ein Vorbild der Inklusion sein. Vereine sollen es nutzen können, aber auch Familien für Geburtstagspartys. Übrigens vermisse ich auch unseren Biergarten.

Welchen Menschen (tot oder lebendig) würden Sie gerne mal treffen? Und warum?

Franz Obesser: Karl Valentin. Er befasste sich mit den Menschen und dem Alltag und brillierte mit sehr tiefsinnigen, zeitlosen Aussagen – „Heute ist die gute, alte Zeit von morgen.“

Hubertus Schulz: Freddy Mercury! Schon als Jugendlicher war ich Queen-Fan. Leider ist er viel zu früh gestorben. Mir würde es reichen, ihn aus nächster Nähe noch einmal live zu hören.

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