VonManuel Eserschließen
Hermann Hammerl bleibt Bürgermeister in Kranzberg. Für seinen Herausforderer Anton Hierhager endet ein besonderer Tag enttäuschend.
Kranzberg – Mit diesem klaren Ergebnis hat Hermann Hammerl dann doch nicht gerechnet: Der Kranzberger Bürgermeister setzte sich mit 65,9 Prozent der Stimmen gegen seinen Kontrahenten, 2. Bürgermeister Anton Hierhager (SPD), durch. Der 59-Jährige, der im Mai seine zweite Amtszeit starten kann, hatte sich auf ein engeres Ergebnis eingestellt. „Am Schluss war sehr viel Bewegung im Wahlkampf. Es ging sehr, sehr spannend zu“, sagte Hammerl. „Deshalb freue ich mich jetzt riesig, dass es so ausgegangen ist. Mehr kann man sich nicht wünschen.“
Hammerl stufte den jetzigen Wahlsieg noch höher ein als den vor sechs Jahren. „Damals verlief der Wahlkampf nicht so spannend“, verriet er. „Als Amtsinhaber hat man aber auch mehr zu verlieren.“ Sein Dank galt am Sonntagabend den Wählern, aber auch allen Mitarbeitern im Rathaus, die die Wahlen – in Zeiten von Corona – über die Bühne gebracht hatten. Möglicherweise blieb wegen des Virus auch die Wahlbeteiligung unter den Erwartungen. Hammerl hatte mit 70 Prozent gerechnet. 67,9 Prozent wurden es. Jetzt geht es mit Volldampf weiter“, kündigte Hammerl an. Schon am Montag warten drei Notar-Termine auf ihn.
Hierhager erhält Gratulationen - aber nicht zur Wahl
Für Hierhager hatte der Sonntag auch gut begonnen. Sein 63. Geburtstag fiel auf den Wahlsonntag. Parteifreunde hatten seinen Gartenzaun mit Gratulationsplakaten und -flyern geschmückt. Am Nachmittag bekam er eine Torte überreicht. Statt seines Wahlslogans „Mehr Gemeinde wagen“ stand auf der süßen Kreation „Mehr Kalorien wagen“ geschrieben.
Weitere Gratulationen kamen abends dann nicht mehr hinzu. Bereits das erste Ergebnis, das um 18.16 Uhr aus dem Wahllokal in Gremertshausen geliefert wurde, war ein Tiefschlag. Nur jede fünfte Stimme hatte Hierhager dort erhalten. Auch wenn die Resultate aus den anderen sieben Lokalen für den SPD-Kandidaten besser waren: Einen Wahlkreis gewann er nicht.
Appell an den Gemeinderat: „Probleme ernst nehmen“
Hierhager nahm die herbe Niederlage mit Fassung auf. „Natürlich sind wir richtig enttäuscht“, räumte er ein. „Aber mein Team und ich müssen uns nichts vorwerfen. Wir haben unser Bestes gegeben – und die Welt wird sich weiterdrehen.“ Er gratuliere Hammerl zum Wahlsieg und appellierte an den kommenden Gemeinderat, die Probleme, die er im Wahlkampf aufgezeigt habe, ernst zu nehmen. Unter anderem hatte Hierhager anhand von Zahlen des Planungsverbands die massive Überalterung der Gemeinde Kranzberg im Vergleich mit Nachbarkommunen aufgezeigt.
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