VonJörg von Rohlandschließen
Die Bürgervereinigung Peiting (BVP) schickt mit Andreas Schmid ein verdientes CSU-Mitglied als ihren Bürgermeisterkandidaten bei den Kommunalwahlen 2020 ins Rennen. Mit dem 52-jährigen waschechten Peitinger kommt mächtig Spannung in den Wahlkampf.
Peiting – Gerüchte um eine mögliche Kandidatur Schmids waren schon seit Monaten durch die Marktgemeinde gewabert. Die Vermutung lag aber nahe, dass der stellvertretende Geschäftsführer des Tourismusverbands Pfaffenwinkel mit einer eigenen Liste an den Start gehen könnte. Jetzt einigte er sich aber mit der BVP auf eine Zusammenarbeit. Die hat damit einen echten Coup gelandet hat: Der 52-Jährige hat Stallgeruch. Er ist in der Marktgemeinde geboren und aufgewachsen, die Familie betreibt eine kleine Landwirtschaft im Ort. 13 Jahre leitete Schmid das Peitinger Verkehrsamt. Von 1999 an drückte er dann zwar in der Fachhochschule Heilbronn zwei Jahre die Schulbank und wechselte 2002 als frischgebackener Touristikfachwirt zum Landkreis. Doch er blieb Peiting treu und saß für die CSU eine Legislaturperiode im Gemeinderat (bis 2014).
Bürgermeisterwahl 2020: Andreas Schmid will „etwas in Peiting bewegen“
Den sicheren Job beim Landkreis würde Schmid nun 2020 an den Nagel hängen, würde er das Rennen um den Chefsessel im Rathaus gewinnen. „Ich möchte etwas in Peiting bewegen“, sagt er, ohne ins Detail zu gehen. Die Frage nach den Schwerpunktthemen stelle sich „heute noch nicht“, erklärte er am Freitag im Gasthof Zechenschenke.
Dort hatte sich neben dem Überraschungskandidaten die gesamte BVP-Gemeinderatsfraktion versammelt, die bester Laune war. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit habe Schmid Talent und Routine, freute sich Franz Seidel, Stellvertreter von Rathauschef Michael Asam. „Verwaltungswissen, Organisationstalent und Menschenführung, das alles bringt er zu 100 Prozent mit“, lobte Seidel Schmid, der voraussichtlich im November bei der Aufstellungsversammlung offiziell nominiert wird.
BVP-Fraktionschef Hermann Mödl zeigte sich auch erleichtert, dass in Peiting keine weitere Gruppierung hinzukommt: „Wir wollen keine Oberammergauer Verhältnisse.“
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Bürgermeisterwahl in Peiting: Schmid will Parteibuch behalten
Schmid selbst eröffnete seine Vorstellung mit einem Zitat von Mahatma Gandhi. „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“, erklärte er vielsagend. Dem Kandidaten ist es wichtig, zunächst die Wähler zurück an die Urnen zu holen, die Beteiligung in Peiting sei 2014 mit nur 58 Prozent eine der schlechtesten im Landkreis gewesen, erinnerte das CSU-Mitglied. Auf die Frage, warum er sich nicht für die Christsozialen anschickt, ins Rathaus einzuziehen, antwortet der 52-Jährige ausweichend: „Die Frage hat sich so nicht gestellt.“ Sein Parteibuch will der Peitinger aber behalten, macht er klar. Er sieht darin auch keinen Interessenskonflikt. „Die Parteipolitik sollte auf der Ortsebene keine Rolle spielen.“
Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) wollte Schmid noch am Freitag über seinen Schritt informieren. Den Peitinger CSU-Fraktionsvorsitzenden Peter Ostenrieder hatte die BVP schon vorher eingeweiht. „Für mich persönlich ist das kein Problem“, erklärte Ostenrieder auf SN-Anfrage. Dass Schmid sein Parteibuch behalten wolle, „das spricht für die CSU“, sagt der Fraktionschef. Laut Ostenrieder war Schmid seit seinem Abschied aus dem Gemeinderat 2014 für die CSU lokalpolitisch nicht mehr groß aktiv gewesen. Ihm habe er damals erklärt, dass die Kommunalpolitik für ihn erledigt sei, berichtet Ostenrieder.
Bürgermeisterwahl 2020: CSU stellt demnächst Kandidaten vor
Die Peitinger CSU wird ihren Kandidaten am kommenden Mittwoch vorstellen. Wie mehrfach berichtet, gilt es als offenes Geheimnis, dass die Christsozialen Fraktionschef Ostenrieder als Kandidat ins Rennen schicken wollen. Er wäre dann Kandidat Nummer fünf. Neben Andreas Schmid für die BVP tritt bekannlich für die SPD die externe Kandidatin Annette Luckner an, die Grünen schicken Thomas Elste ins Rennen. Der fünfte im Bunde ist Christian Lory, der als erster Kandidat vorgeprescht war. Der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende wird im März 2020 parteiunabhängig für den Posten des Rathauschefs kandidieren.
