Wir haben den zwei Bürgermeisterkandidaten in Pfaffenhofen, Susanne Vedova und Helmut Zech fünf Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.
- In Pfaffenhofen stehen Susanne Vedova und Helmut Zech zur Wahl des Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin.
- Wir haben den Kandidaten fünf Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.
- Am 15. März entscheidet sich wer ins Rathaus einzieht.
Pfaffenhofen - Unsere Redaktion hat die Bürgermeisterkandidaten in Pfaffenhofen befragt. Gegen Amtsinhaber Helmut Zech (CSU) tritt Susanne Vedova (Bündnis 90/Die Grüne) an. Fünf Fragen - fünf Antworten. Die Kandidaten antworten nach alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens.
Susanne Vedova: 55 Jahre, Lehrerin
Helmut Zech: 51 Jahre, Bürgermeister
Auf großes Interesse stieß die Bürgerbeteiligung zur Bebauung des Raiffeisengeländes in Pfaffenhofen, bei der ein erstes Bebauungskonzept vorgestellt wurde. Wie können Sie sich die Bebauung bei diesem ortsbildprägenden Bereich vorstellen?
Susanne Vedova: Dieser Bereich muss auf jeden Fall zum Ortszentrum für Pfaffenhofen werden! Das Areal ist prima geeignet als Treffpunkt mit einem kleinen Café/Bäckerei, Produkten des täglichen Bedarfs, einer Postannahme und ein Bürgerzentrum mit Veranstaltungsraum, einer Tagesbetreuung für Senior*innen und am Bach eine Wasserbaustelle für Kinder.
Helmut Zech: Das Bebauungsplankonzept wurde anhand eines Modells in der Bürgerbeteiligung besprochen, alle Wünsche fließen nun in den ersten Entwurf mit ein und bilden die Grundlage für die weitere Bürgerbeteiligung. Persönlich bin ich der Meinung, dass dies eine gute Basis für weitere konstruktive Planungsschritte darstellt.
Die Gemeinde Pfaffenhofen ist vom bayerischen Sozialministerium für das bayernweite Programm „Marktplatz der Generationen“ ausgewählt worden. Welche generationenübergreifenden Projekte können Sie sich vorstellen?
Susanne Vedova: Die drängendsten Probleme immer älter werdender Senior*innen sind abnehmende Mobilität und Vereinsamung. An einem Netzwerk von Fahrdiensten, Betreuungsgruppen, haushaltsnahen Dienstleistungen, Alltags- und Pflegebegleitung können auch junge Erwachsene und Familien beteiligt werden. Dieses Netzwerk trägt dann auch zur Entlastung pflegender Angehöriger bei.
Helmut Zech: Erst eine kleine Anmerkung: Sicherlich sind wir ausgewählt worden, aber genau genommen war unsere Bewerbung so überzeugend, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Für die Projekte, die uns vorschweben (z .B. „Fit und Mobil im Alter“) soll der gewünschte und benötigte Bedarf bei den Personengruppen abgefragt werden. Die Begleitung durch ein Fachbüro wird uns mit Sicherheit noch viele andere Möglichkeiten aufzeigen, die dann passgenau für unsere Bürger/-Innen umgesetzt werden.
Bürgermeisterwahl 2020 in Pfaffenhofen: Fünf Fragen - fünf Antworten
Dem „CSU-lastigen Gemeinderat“ warf Susanne Vedova „fehlende Transparenz“ und „oft nicht nachvollziehbare“ Zu-Null-Entscheidungen vor. Wie kommen Sie zu dieser Ansicht (Vedova) bzw. was sagen Sie zu diesem Vorwurf (Zech)?
Susanne Vedova: CSU-lastig, weil von 12 Gemeinderät*innen 9 von der CSU oder der CSU-Liste sind (zwei CSUler kommen von der AWG-Liste). Fehlende Transparenz, weil die Schritte zur Meinungsfindung in den Sitzungen nicht klar werden. Und wie können bei Abstimmungen unterschiedliche Personen so oft einer Meinung sein?
Helmut Zech: Ach was soll ich dazu sagen, es ist halt Wahlkampf und da fallen gelegentlich Aussagen, die Mann oder Frau hinterher vielleicht bereut. Im Gemeinderat spielte es bis dato und hoffentlich auch zukünftig keine Rolle, von welcher Gruppierung die Personen sind. Alle haben die Pflicht, unabhängig von Parteien zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu entscheiden.
Die Gemeinde erzeugt deutlich mehr Energie als sie verbraucht. 2018 betrug die Einspeisung durch die Photovoltaikanlagen auf den gemeindlichen Dächern 230 000 Kilowattstunden, bei der Nahwärmeversorgung 503 000 Kilowattstunden. Kann die Bilanz noch verbessert werden? Wenn ja, wie?
Susanne Vedova: Die Erzeugung von erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Baustein zur Klimaneutralität und muss auf jeden Fall weiter gefördert werden! Wichtig ist aber auch die Nachpflanzung der zahlreich gefällten Bäume im Gemeindebereich, Heckenneupflanzungen, Ansaat von Blühflächen, die ökologische Bewirtschaftung der gemeindlichen Flächen und hohe Energiestandards im Baubereich!
Helmut Zech: Auf erneuerbare Energien setzen wir seit vielen Jahren! Momentan wird gerade eine Anlage auf dem Dach des neuen Kinderhauses in Betrieb genommen und auch das neue Feuerwehrhaus wird mit einer PV-Anlage ausgestattet. Windenergie ja, aber der Standort muss passen.
Bürgermeisterwahl 2020 in Pfaffenhofen: Susanne Vedova und Helmut Zech stellen sich zur Wahl
Im April wird der Räuber-Kneißl-Radweg eröffnet. Wird man auch Sie darauf radeln sehen?
Susanne Vedova: Zum Räuber Kneißl habe ich ein zwiespältiges Verhältnis, weil er auch gewalttätig war. Mit dem Radl bin ich aber immer gern unterwegs: zum Beispiel zum VfL-Sportheim oder zum Spargeleinkauf nach Ebersried. Ich bin auf jeden Fall froh, wenn ich das Auto stehen lassen kann.
Helmut Zech: Die Idee zu diesem Radweg stammt aus dem Arbeitskreis der West-Allianz, den ich leiten darf, und deshalb ist es schon eine Herzensangelegenheit, dass ich diesen Weg, der sehr viel Zeit und Energie aller Beteiligten abverlangt hat, auch selbst abfahre!
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