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Lenggries, Wackersberg, Sachsenkam und Jachenau brauchen im kommenden Jahr einen neuen Bürgermeister. Doch wer könnte sich vorstellen, für das Amt zu kandidieren?
Lenggries/Wackersberg/Jachenau/Sachsenkam – In der Lenggrieser Bürgerversammlung ließ er die Bombe platzen: Werner Weindl kündigte an, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr zu kandidieren. Das traf viele unerwartet – deshalb stehen die Überlegungen, wer die Nachfolge antreten könnte, noch ganz am Anfang. „Nach derzeitiger Planung gehen wir davon aus, dass wir einen Kandidaten ins Rennen schicken“, sagt Tobias Raphelt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Man habe die Personalie schon diskutiert. „Wir wollen es möglichst bald festlegen, aber es ist schwierig. Wir sind von der Situation ja überrascht worden.“ Eine eigene Kandidatur „möchte ich nicht ausschließen“, sagt Raphelt, wobei er anmerkt: „Es ist halt schon einiges an Aufwand – gerade der Wahlkampf. Und man steht in einem anderen Maß in der Öffentlichkeit. Das muss man sich gut überlegen.“
Auch die Lenggrieser CSU möchte jemanden ins Rennen schicken, sagt Bernhard Simon. „Wir sind mit der Vorstandschaft zusammengesessen und haben Möglichkeiten diskutiert.“ Noch gebe es keinen konkreten Kandidaten. „Aber wir sind nicht unter Druck.“ Bis zum Sommer gebe es ganz sicher jemanden. Dass er selbst kandidiert, möchte der Fraktionschef der CSU im Gemeinderat weder dementieren noch bestätigen. „Es gibt viele Überlegungen.“
Bürgermeisterwahl 2020 im Isarwinkel: „Wir brauchen helle Köpfe, die das Richtige für die Gemeinde wollen“
Für den neu gegründeten Grünen-Ortsverein kommt die Frage nach einem Bürgermeisterkandidaten zu früh. „So weit sind wir noch gar nicht“, sagt Vorsitzende Lisa Busch. Es sei nicht die erste Prämisse, jemanden für das Amt aufzustellen. Zunächst einmal gehe es dem Ortsverein darum, Themen zu setzen. Derzeit gebe es in den Reihen niemanden, der sich aufdränge. „Aber wenn sich in den nächsten Monaten was ergibt, könnte ich mir schon vorstellen, dass wir jemanden aufstellen.“
Man sei in Gesprächen, sagt Markus Landthaler, Ortschef der Freien Wähler in Lenggries. „Es wäre wünschenswert, wenn wir einen Kandidaten finden würden.“ Einige potenzielle Anwärter seien im Fokus, Namen wolle er aber noch keine nennen. Es sei ja eine weitreichende Entscheidung. „Man ist auf dem Präsentierteller, muss seinen bisherigen Beruf aufgeben.“ Ob es ein Kandidat wird, der bereits im Gremium sitzt oder jemand anderes, „spielt keine Rolle. Wir brauchen helle Köpfe, die das Richtige für die Gemeinde wollen“.
Der Andrang um seine Nachfolge halte sich in Grenzen, sagt Wackersbergs Bürgermeister Alois Bauer. „Die brauchen alle noch Bedenkzeit.“ Tatsächlich feststehen müssten die Kandidaten bis zum Kirchweihsonntag, 20. Oktober. „Für mich wäre es bequem, wenn es recht bald jemanden gäbe.“ Den oder die potenziellen Kandidaten könnte er dann gleich in die künftigen Aufgaben einweihen. „Erste Wahl“ seien für ihn seine beiden Stellvertreter Jakob Monn und Martin Fischer. „Aber man darf nicht vergessen, dass mit dem Bürgermeisteramt ein neuer Lebensabschnitt beginnt.“ Daher sei klar, dass so eine Entscheidung nicht ganz schnell falle. Er habe für den Vollzeit-Job als Bürgermeister seinen damaligen Beruf in der Baubranche aufgegeben. „Aber es ist ein interessantes und tolles Amt.“ Bauer rechnet damit, dass für die Kommunalwahl 2020 wieder drei Listen, die sich aus Mitgliedern der verschiedenen Ortsteile zusammensetzen, ins Rennen gehen werden. „Aber wir haben damals schon unsere Ziele abgestimmt und immer versucht, an einem Strang zu ziehen.“ Das habe der Gemeinde gut getan.
„Klar mache ich mir Gedanken“, sagt Bauers Stellvertreter Jakob Monn. Noch könne er aber nicht sagen, ob er sich tatsächlich aufstellen lasse. „Ich möchte es nicht ausschließen, bin aber unentschlossen.“ Das soll sich bis zum Sommer ändern. Als Zweiter Bürgermeister überlege er vielleicht sogar noch etwas mehr, weil er das Geschäft kenne – und es eben nicht nur schöne Seiten gebe. „Es ist schon eine ganz schöne Verantwortung.“
Bürgermeisterwahl 2020 im Isarwinkel: Viele Gespräche, aber noch keine konkreten Kandidaten
Dritter Bürgermeister Martin Fischer war urlaubsbedingt für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Noch alles offen ist in der Jachenau. „Wir werden jetzt erst einmal einen Termin machen, um uns zu unterhalten“, sagt Peter Krauß, Dritter Bürgermeister (Unabhängige Wählergemeinschaft). Es sei ja erst bei der Bürgerversammlung bekannt geworden, dass Georg Riesch keine weitere Amtszeit angehen wolle. Daher könne er noch gar nichts sagen. Er rechnet aber damit, dass im Mai erste Weichen gestellt werden. Es sei ja noch früh, sagt auch Riesch selbst, der noch keinen konkreten Nachfolger im Blick hat. Wenn die beiden Fraktionen sich besprochen hätten, könne man sehen, wie es weiterläuft.
„Die Debatte haben wir noch gar nicht geführt“, sagt auch Zweiter Bürgermeister Klaus Rauchenberger (Freie Wähler-Gemeinschaft). Ende Mai wisse man mehr. Ob er sich selber für das Amt zur Verfügung stellt? „Kein Kommentar“, so Rauchenberger.
Innerhalb des Gemeinderats habe man erste Gespräche geführt, sagt Sachsenkams amtierender Bürgermeister Hans Schneil. „Aber es gibt noch keinen fixen Kandidaten.“ Er rechnet damit, dass im Mai alles festgelegt wird. Holger Emmrich, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Reichersbeuern-Sachsenkam, hat wie berichtet bereits einen Kandidaten im Blick. „Aber ich war jetzt zwei Wochen nicht da, daher konnte noch nicht gesprochen werden. Es gibt im Moment noch nichts Neues.“
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