Bürgermeisterwahl

Moosburg: Stanglmaier und Dollinger ziehen in die Stichwahl ein

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In der Moosburger Stichwahl: Josef Dollinger (FW, l.) und Michael Stanglmaier (Grüne).
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In Moosburg machen Michael Stanglmaier (Grüne) und Josef Dollinger (FW) die Stichwahl unter sich aus. Denn Georg Hadersdorfer profitierte nicht vom CSU-Bonus der Amtsinhaberin.

Moosburg – Wer sich in den vergangenen Tagen in Sachen Moosburger Bürgermeisterwahl vor Ort umgehört hatte, der bekam stets drei Namen genannt. Und tatsächlich kam es am Wahlabend zum Kopf-an-Kopf-Rennen dieses Trios: Am Ende lag 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) mit 30,04 Prozent vor 2. Bürgermeister Josef Dollinger (FW; 28,83), wiederum knapp gefolgt von Georg Hadersdorfer (CSU; 24,90). Letzterer verpasste damit den Einzug in die Stichwahl am 29. März.

Die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl 2020 in Moosburg.

Für Stanglmaier ein „tolles Ergebnis“, das für ihn einen „riesigen Vertrauensvorschuss“ der Moosburger bedeute, wie er am Sonntagabend betonte. „Es ist aber noch kein Sieg. Ich hoffe, dass ich auch in zwei Wochen die Menschen überzeugen kann, dass Moosburg mit Stanglmaier einen Aufbruch erlebt.“ Man habe einen auf Inhalte fokussierten und kreativen Wahlkampf geführt, „der nicht so eine Materialschlacht wie bei den anderen war“. Gleichzeitig sei der Wettbewerb „fair und fast kameradschaftlich“ verlaufen. Für Stanglmaier ein gutes Vorzeichen für das, was wegen der Corona-Krise auf Moosburg zukomme: „Im neuen Stadtrat ist es noch wichtiger, dass wir zum Wohl unserer Bürger, Betriebe und Gaststätten alle an einem Strang ziehen.“ Stanglmaier, der sich als Wissenschaftler in seiner Doktorarbeit ausgerechnet mit der Vermehrung von Viren beschäftigt hat, sieht sich für diese Aufgabe gewappnet. Er appelliert nun an alle Wähler, ein zweites Mal vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und wirbt für die Briefwahl. „Egal, ob Sepp Dollinger oder ich: Es ist wichtig, dass Moosburgs neuer Bürgermeister mit einer hohen Wahlbeteiligung legitimiert wird.“

Josef Dollinger nahm sein Wahlergebnis am Abend mit gemischten Gefühlen auf. Auf der einen Seite sei er glücklich über den Einzug in die Stichwahl. „Dass die Grünen in Front sein werden, habe ich erwartet“, so Dollinger. Auf der anderen Seite sorge die allgemeine Corona-Entwicklung dafür, „dass ich mich nur bedingt freuen kann“. Er erwartet in der kommenden Legislaturperiode „massive Gewerbesteuereinbrüche, Insolvenzen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit“. Die Folgen des Virus „werden eine große Belastung für das ganze Land, aber auch für Moosburg“. Auch das Kino und die Gastronomie seiner Familie seien stark betroffen. Wie Stanglmaier hofft Dollinger „nach dem fairen Wahlkampf auf eine gute Zusammenarbeit aller, um die Herausforderungen gemeinsam zu meistern“. Seine Prognose für die Stichwahl: „Ich gehe schon davon aus, dass ich gewinne.“

Georg Hadersdorfer (CSU) verpasste die Stichwahl um wenige Prozentpunkte.

Georg Hadersdorfer sieht den Grund für sein Ausscheiden aus dem Rennen nicht in seiner Person. „Ich hab’ das maximal Machbare getan, und ich glaube auch nicht, dass es am Wahlprogramm gelegen hat.“ Vielmehr sei wohl der allgemeine Trend in Deutschland zugunsten der Grünen verantwortlich dafür gewesen, dass man auch nicht vom Bonus der Amtsinhaber-Partei profitieren konnte. „Wir müssen das noch genauer analysieren.“ Das Ergebnis sei „schade“, es sei über die letzten vier Briefwahlbezirke entschieden worden. Gleichwohl: „Ich fühle mich trotzdem gut, wir haben als CSU und im Team einen sehr guten und themenorientierten Wahlkampf gemacht. Alle haben tolle Arbeit geleistet.“ Er sehe es nun sportlich – und werde auf jeden Fall politisch weiterarbeiten. Zuversichtlich stimme ihn auch, „dass alle Gruppierungen im Wettbewerb gezeigt hätten, dass ein Umdenken zu mehr Miteinander und mehr Bürgerbeteiligung zustande gekommen ist“.

Bürgermeisterwahl in Moosburg: SPD-Kandidat nur ganz knapp vor AfD-Mann

Für das übrige Kandidatenfeld blieben nicht mehr viele Teile des Stimmen-Kuchens übrig: SPD-Newcomer Gunnar Marcus (4,15 Prozent) schaffte nur einen hauchdünnen Vorsprung auf AfD-Mann Gerhard-Michael Welter (4,03), Stadtrat Jörg Kästl (ÖDP, 3,49) konnte sein Ergebnis im Vergleich zur letzten Bürgermeisterwahl (2,5) leicht steigern. Die Schlusslichter bilden die beiden jüngsten Kandidaten Philipp Fincke (FDP, 2,98) und Stefan John (Linke, 1,56).

Die komplette Wahl-Nachlese und alle Ergebnisse finden Sie hier in unserem Ticker.

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