Susanne Hartmann und Alexandra Karl in der nächsten Runde – Günter Fuchs unterliegt knapp

Bürgermeisterwahlen in Fahrenzhausen: Zwei Frauen ziehen in die Stichwahl ein

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Bereit machen für die nächste Wahl: Der 2. Bürgermeister Fahrenzhausens, Andreas Karl (l.), verkündete am Sonntag die Wahlergebnisse: Günter Fuchs (CSU) musste sich seinen beiden Gegnerinnen Alexandra Karl (Grüne, r.) und Susanne Hartmann (FWE, 2. v. l.) geschlagen geben. Die beiden treten in der Stichwahl in zwei Wochen, am Sonntag, 9. Oktober, gegeneinander an.
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Es war knapp. Und es war spannend bis zum Schluss. Um 19.05 Uhr am Sonntagabend stand aber zumindest eines fest: Fahrenzhausen bekommt eine Bürgermeisterin.

Fahrenzhausen - Alexandra Karl (Grüne) mit 37,9 Prozent und Susanne Hartmann (FWE) mit 31,4 Prozent setzten sich bei der Wahl durch, dürfen in zwei Wochen bei der Stichwahl wieder die Klingen kreuzen. Günter Fuchs von der CSU hingegen ist mit 30,7 Prozent aus dem Rennen. Am Ende fehlten ihm 15 Stimmen zum Einzug in die Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,7 Prozent.

Es ist 18 Uhr, die fünf Wahllokale der Gemeinde Fahrenzhausen schließen, die Auszählung beginnt, 3. Bürgermeister Heinrich Kislinger schaltet im Saal des Pfarrheims den Beamer ein. Noch sind nur ganz wenige Bürger vor Ort. Der erste der Matadore, der am Ort des Geschehens aufkreuzt, ist Fuchs. Er muss nicht lange warten.

Um 18.17 Uhr liegt das erste Ergebnis aus Weng vor: Auf ihn, den CSU-Bewerber sind 41,2 Prozent der Stimmen entfallen, Karl liegt bei 35,6 Prozent, Hartmann kommt dort gerade mal auf 23,2 Prozent. Und dann geht es Schlag auf Schlag: Kammerberg. Auch da liegt Fuchs mit 41,6 Prozent vor Karl mit 30,4 und Hartmann mit 28 Prozent. Das Resultat aus Großnöbach lässt aufhorchen: Karl hat hier mit 43,6 Prozent die Nase weit vorn, es folgen Hartmann mit 29,2 und Fuchs mit 27,2 Prozent. Um 18.35 Uhr ist auch der Hauptort Fahrenzhausen ausgezählt. Inzwischen ist auch Susanne Hartmann vor Ort, sieht, dass sie mit 34,7 Prozent der Stimmen hinter Karl (42,9 Prozent), aber vor Fuchs (22,4 Prozent) liegt.

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Und dann beginnt das lange Warten auf die Resultate der 899 Briefwähler. Zu diesem Zeitpunkt ist schon klar, dass es zu einer Stichwahl kommen wird: Fuchs liegt bei 32,6 Prozent, Karl bei 37,1 und Hartmann bei 30,3 Prozent. Um 18.51 Uhr betritt auch Karl den Saal, blickt wie ihre beiden Mitbewerber gespannt auf die Leinwand.

Um 19.05 Uhr stand fest: In Fahrenzhausen regiert bald eine Frau

Dann: 19.05 Uhr. Das Ergebnis der Briefwahl liegt vor, wird sogleich in das Gesamtergebnis eingerechnet und sorgt für lauten Jubel in der Hartmann-Ecke. 31,4 Prozent bei den Briefwählern genügen knapp, um Fuchs, der es bei den Briefwählern nur auf 28,2 Prozent bringt, auf der Zielgeraden zur Stichwahl noch abzufangen. Karl siegt mit 37,9 Prozent auch bei den Briefwählern.

Hartmann, kurz nach dem Zieleinlauf befragt, gibt zu, dass „der Puls hoch“ ist. Sie sei schon im Vorfeld davon ausgegangen, dass es zu einer Stichwahl kommen werde. Dass sie dabei ist, schreibt sie ihrer „positiven und offenen Ausstrahlung“ zu. Und Hartmann denkt gleich an den 9. Oktober, wenn die 4004 Wahlberechtigten wieder an die Urne gerufen werden: „Jetzt geht es weiter.“ Auch wenn Karl sozusagen mit 37,9 Prozent in der Pole Position ist, gibt sich Hartmann optimistisch. Auch weil sie davon ausgehe, dass es eine Wahlempfehlung der CSU für sie geben werde.

Mit dieser Meinung ist Hartmann nicht allein: Auch ihre Kontrahentin von den Grünen geht fest davon aus, „dass es eine Wahlempfehlung gegen uns geben wird“. Dass sie mit diesem Ergebnis in die Stichwahl einzieht, hätte sie so nicht erwartet. Den Grund für diesen Erfolg sieht Karl auch in einem „sehr inhaltsbezogenen und sehr wertigen Wahlkampf“. Das habe den Menschen eindeutig gezeigt, dass „Grün viel mehr kann als Verbote“. Bis zur Stichwahl werde man die Ergebnisse analysieren und schauen, wo man die Wähler „noch abholen“ kann.

Und Fuchs, für den es am Anfang nach der Spitzenposition, danach lange nach dem Einzug in die Stichwahl aussah und der dann doch mit leeren Händen dastand? Er habe alles versucht, alles, was ihm möglich war, getan, habe alle Ortsteile besucht. Bei 15 Stimmen Unterschied könne man auch nicht sagen, woran es gelegen haben könnte. Aber: „Knapp verloren ist auch verloren. So ist das Leben.“ Missen möchte er es nicht, dass er sich in Fahrenzhausen für die CSU ins Zeug gelegt habe: „Es war eine schöne Zeit“. Ob die örtliche CSU eine Wahlempfehlung ausspreche, wisse er nicht. Denn, so der Petershausener: „Ich bin jetzt weg.“

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