Hermann Hammerl steht Rede und Antwort

Bürgerversammlungen der Gemeinde Kranzberg: Viele Fakten zum Auftakt

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Bürgermeister Hermann Hammerl stand in Hohenbercha Rede und Antwort und gab einen Überblick über ein sehr ereignisreiches Jahr 2019.

Was ist in Kranzberg passiert und wie steht die Gemeinde da? Darüber referierte jetzt Ortschef Hermann Hammerl bei der Bürgerversammlung in Hohenbercha.

Hohenbercha – Entwicklung von Wohngebieten, zukunftsweisender Ausbau des schnellen Internets, Hochwasserschutz, Energiewende, Mobilitätskonzept oder Verbesserungen in den Bildungseinrichtungen: das waren längst nicht alle Themen, die Bürgermeister Hermann Hammerl bei der ersten Bürgerversammlung der Gemeinde Kranzberg in Hohenbercha ansprach. Rund 20 Bürger waren in das Gasthaus Hörger gekommen.

An das „Fest der Feste“ erinnerte der Rathauschef gleich zu Beginn. Unter großer Beteiligung der Bürger war die drei Tage dauernde Feier „50 Jahre Erholungsgebiet Kranzberger See“ im Sommer zu einem Riesenerfolg geworden. Bereits im Frühjahr wurde mit der Umsetzung von Straßensanierungen begonnen. 350 000 Euro seien investiert worden. Einen finanziellen Aufwand von 1,6 Millionen Euro erwarte man bei den anstehenden Kanalsanierungen in den kommenden zehn Jahren. Das Engagement beim Breitbandausbau wird nach Fertigstellung des letzten Ausbaus weiter gehen. Hammerl kündigte den dritten Förderausbau an, der auch für öffentliche Einrichtungen wie Rathaus und Schule nötig sei. Letztere erhalte in den kommenden Monaten einen geförderten direkten Glasfaseranschluss, um im Internet noch schneller angebunden zu sein.

Einwohnerzahl stagniert beinahe

„Tendenz steigend“ vermeldete der Rathauschef bei der Mittagsbetreuung der Grundschüler. 63 Kinder hatten das Angebot im Vorjahr genutzt, heuer seien es bereits 69 gewesen. Obwohl die Entwicklung der Einwohnerzahlen in Kranzberg und den Ortsteilen fast stagniert (siehe Info am Textende), bemühe sich die Gemeinde stetig um die Ausweisung von Bauland, betonte Hammerl.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans und der Erschließungsplanung habe man heuer in zwei Baugebieten in Gremertshausen und Kranzbergs „Ringstraße-West“ begonnen.

Dabei kam prompt eine Frage aus den Reihen der Zuhörer. Ob man denn nicht den genauen Zeitpunkt erfahren könne, wann die Grundstücke zur Bebauung frei gegeben werden könnten? Bis alles wasserdicht sei, müssten einige Parameter abgearbeitet werden, ließ Hammerl wissen. Das Einheimischen-Modell, in dem die Grundstücke vergeben werden sollen, müsse noch überarbeitet werden. Im Rahmen des Erschließungsvertrags werde alles genau juristisch geprüft. Das müsse die Gemeinde abwarten, um nicht auf den „Kosten sitzen zu bleiben“, so der Rathauschef. Die Flächen für den benötigten Hochwasserschutz entlang des Thalhauser Grabens seien bereits erworben. Die Gemeinde werde sechs Damm-Maßnahmen verwirklichen, die zusammen insgesamt 150.000 Kubikmeter Wasser auf Gemeindegrund zurückhalten sollten. Zusätzlich werde am Thalhauser Graben derzeit eine Mischwasserentlastung auf einer Länge von 200 Metern geprüft.

Am Ende gab es noch ein Lob des Bürgermeisters

Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssten, um im Mehrgenerationenhaus eine Wohnung zu finden, wollte ein anderer Bürger wissen. Da müssten vom Gemeinderat noch Kriterien aufgestellt werden, so der Bürgermeister. Man wolle dazu beitragen, dem benötigten Kita-Personal Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Zur Energiewende trage man mit PV-Anlagen am Klärwerk, dem FFW-Gerätehaus, am Rathaus und am Kinderhaus Kleeblattl bei.

Der Kranzberger Friedhof werde derzeit überplant. Die Werksplanung mit Vorstellung des Urnenbereichs werde in der kommenden Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Lob gab es vom Rathauschef für „verantwortungsbewusste Mitmenschen in Vereinen oder im privaten Bereich“, die ein funktionierendes Gemeinschaftsleben ermöglichten.

Maria Martin

Kranzberg in Zahlen

Einen Einwohnerzuwachs von gerade einmal fünf Personen gab es im Laufe des vergangenen Jahres. Von 4193 (2018) stieg die Zahl auf 4198 (2019). Einschließlich Zweitwohnsitz beheimatet die Gemeinde 4503 Einwohner. Erfreuliche Zahlen gab es bei der Vorstellung der Finanzdaten. Der Schuldenstand und die Pro-Kopf-Verschuldung pro Einwohner bezifferte Hammerl auf „0“. Mit gesunden Rücklagen in Höhe von 3,9 Millionen Euro gehe man in das neue Jahr.

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