Stunde der Wintervögel

Bundesweite Zählaktion: Diese Vögel sind im Landkreis häufig anzutreffen

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Man trägt schwarz: Leicht zu erkennen ist die Amsel (Schwarzdrossel).
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Zum neunten Mal findet die Stunde der Wintervögel statt. Auch Walter Wintersberger vom Landesbund für Vogelschutz beteiligt sich. Er hat einen Trend ausgemacht.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Vor dem Fenster von Walter Wintersberger geht’s rund. Bergfinken, ein Erlenzeisig, Buchfinken, Amseln, Kohlmeisen, Blaumeisen, Haussperlinge und eine Heckenbraunelle bedienen sich an der Futterstation im Garten des Wackersbergers. Wintersberger ist seit zehn Jahren Kreisvorsitzender des Landesbund für Vogelschutz (LBV). Er hofft, dass sich möglichst viele Landkreisbürger an der Stunde der Wintervögel beteiligen, die der LBV zusammen mit dem Naturschutzbund (NABU) von Freitag bis Sonntag veranstaltet.

Walter Wintersberger ist seit zehn Jahren Chef des LBV-Kreisverbands.

Zum neunten Mal findet die bundesweite Zählaktion heuer statt. Alle Naturfreunde sind dazu aufgerufen, Vögel zu beobachten und zu melden. Ob draußen im Garten oder drinnen am Wohnzimmerfenster: Gezählt werden kann überall. „Wichtig ist nur, dass man die Stunde an ein und demselben Ort verbringt“, sagt Wintersberger. Notiert werden soll, was man in der näheren Umgebung erkennt. „Gezählt werden die meisten Vögel einer Art, die man zu einem Zeitpunkt innerhalb dieser Stunde gesehen hat“, erklärt der 56-Jährige. „Also nicht die Vögel zusammenzählen.“

Im Landkreis kommen laut Wintersberger vor allem Kohlmeisen, Blaumeisen, Amseln, Haussperlinge und Buchfinken häufig vor. „Auch Buntspechte kann man an Futterstellen sehen.“ Momentan gebe es zudem viele Bergfinken, die aus Skandinavien eingeflogen sind. „Das sind reine Wintergäste.“ Ziel der Zählaktion ist es, ein deutschlandweites und möglichst genaues Bild von der Vogelwelt zu erhalten. Dabei geht es nicht um eine vollständige Erfassung aller Vögel, sondern darum, Veränderungen der Vogelbestände festzustellen. Einen Trend hat auch Wintersberger schon beobachtet. „Immer mehr Zugvögel wie beispielsweise der Hausrotschwanz oder die Mönchsgrasmücke bleiben länger bei uns.“ Im Fränkischen würden diese Vögel sogar den ganzen Winter über bleiben.

Wer keine Futterstation zuhause hat und trotzdem viele Vögel beobachten möchte, sollte an einen Fluss gehen, rät der LBV-Kreischef. „Dort halten sich oft mehr Vögel auf, weil die Nahrungsgrundlage besser ist.“ Auch ein paar Samenkörner unter einem Strauch oder einer Hecke können als Anziehungspunkt dienen. Wer den Piepmätzen hochwertiges Futter bieten möchte, könne dieses direkt über den LBV beziehen oder im Zoofachhandel kaufen, so Wintersberger. Von Mischungen aus dem Supermarkt rät der Vogelschützer ab. Auch zuhause lässt sich ein Meisenknödel herstellen: Dazu Pflanzenmargarine in einen Topf erwärmen. Wenn das Fett flüssig ist, Rosinen, Erdnussbruch und Körner dazu geben, abkühlen lassen und Knödel formen.

Wintersberger will sich an der Aktion beteiligen. „Ich werde von meinem Garten aus zählen.“ Bei dem Andrang an seiner Futterstation wird der LBV-Chef gut zu tun haben. 

Beobachtungen melden

Eine Meldung ist bis 15. Januar unter www.nabu.de/onlinemeldung möglich. Am 5. und 6. Januar geht das auch per Telefon unter 08 00/1 15 71 15.

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