Unter großer Anteilnahme des Dorfs, haben die Münsinger Madln und Burschen am Samstag ihren Maibaum eingeholt. Der 38 Meter lange Fichtenstamm wurde bis zur Wachhütte transportiert.
Münsing - Die Münsinger Madln und Burschen der Burschenschaft West („Weschner“) haben am Samstag ihren Maibaum eingeholt. Unter großer Anteilnahme des Dorfs transportierten sie den 38 Meter langen Fichtenstamm, gestiftet von der Familie Will, aus dem Wald am Ende des Hartlwegs bis zur Wachhütte an der Degerndorfer Straße. „Beim Rank“ liegt der Baum nun – hoffentlich – sicher bis zum 1. Mai.
Münsing: Burschen und Madln bringen Maibaum zur Wachhütte
50 Mitglieder der „Weschner“ beteiligten sich an der Aktion unter der Leitung von Oberbursch’ Kilian Strobl und Obermadl Lena Graf. Einige Bläser der Musikkapelle begleiteten sie. Am Restaurant Pinocchio vorbei zog der Traktor das Prachtexemplar im Schritttempo zur Holzhauser Straße, wo die Feuerwehr den Verkehr regelte, bis zum Lagerplatz, dem Hof der Familie Bruckmeir, Hofname „Rank“.
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Autos und Radfahrer hielten gerne an, um dem fröhlichen Tross Vorfahrt zu gewähren. Am Ziel angekommen erwartete die Madln und Burschen, die Musikanten sowie die zahlreichen Besucher ein zünftiger Frühschoppen mit Bier und Brotzeit. Ab Mittag wurde die Wachhütte, ein geräumiger Bauwagen, auf Vordermann gebracht und eingerichtet. Dort sollen in den kommenden Tagen und Wochen die Maiwachen stattfinden.
Maibaum-Wache in Münsing: „Haben uns ein paar schöne Sachen ausgedacht“
„Wir haben uns ein paar schöne Sachen ausgedacht“, sagt Kilian Strobl. So wird es neben einer „Malle-Wache“ mit Sangria und Tequila auch erstmals eine „Törggelen-Wache“ mit Südtiroler Weinen geben. „Die Idee kam uns bei einem Vereinsausflug nach Klausen“, erzählt Strobl. Herzlich eingeladen sind alle Münsinger einmal zum Steckerlfisch- und einmal zum Spanferkelessen auf dem Bruckmeir-Hof.
Am 1. Mai stellen die „Weschner“ ihren Maibaum vor dem Altwirt auf. Er löst den alten Baum ab, der dort unversehrt vier Jahre lang stand. Um 13 Uhr beginnt die Maifeier mit Auftritten der 21 Tanzpaare. „Wir sind schon fleißig am Üben“, sagt Obermadl Lena Graf.
Man muss wissen, dass in Münsing die „Ouschner“, die unverheirateten Frauen und Männer im Osten Münsings, und die „Weschner“ im Westen seit Jahrzehnten zwei voneinander unabhängige Burschenschaften neben der Katholischen Burschenschaft bilden. Die Trennung rührt daher, dass es früher in Münsing zwei Brunnen gab.
Der Brunnen beim „Nickler“ war dem Ostteil, der beim „Mussl“ dem Westteil vorbehalten. Aus diesem Grund kann Münsing im Dorfkern gleich zwei Maibäume aufweisen: einen beim Neuwirt – den der „Ouschner“ – und einen beim Altwirt. Von Tanja Lühr
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