VonLukas Schierlingerschließen
Der bundesweite Warnstreik wird auch für die Bewohner Münchens Konsequenzen haben. Erste Auswirkungen sind bereits am Sonntag spürbar.
- Die Gewerkschaften EVG und Verdi haben für den kommenden Montag (27. März) einen bundesweiten Streik angekündigt.
- Gewaltige Auswirkungen werden auch für ÖPNV-Nutzer in München spürbar sein.
- Flughafen München: Der Streik legt Sonntag und Montag den kompletten Flugverkehr lahm.
- In unserem Überblickstext fassen wir die anstehenden Einschränkungen zusammen.
Update vom 26. März, 8.55 Uhr: Der angekündigte zweitägige Warnstreik hat am Münchner Flughafen begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am frühen Sonntagmorgen. Für voraussichtlich rund 200.000 Fluggäste bedeutet das, dass sie ihre geplante Reise nicht antreten können. Der reguläre Flugbetrieb wird wegen des Verdi-Warnstreiks in der Gepäckabfertigung und bei den Sicherheitsdiensten an beiden Tagen ausgesetzt.
Betroffen sind nach Angaben der Flughafengesellschaft insgesamt rund 1500 Verbindungen. Starts und Landungen sind demnach nur für humanitäre Flüge im Notbetrieb möglich. Passagiere, die an diesen beiden Tagen eine Flugreise von oder nach München geplant haben, sollen sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Der Flughafen riet zudem davon ab, am Sonntag oder Montag trotz des Warnstreiks zum Flughafen zu fahren.
Münchens Flughafen-Chef kritisiert zweitägigen Warnstreik
Update 25. März, 19.55 Uhr: Samstagnachmittag (25. März) informierte Munich Airport via Twitter über zwischenzeitliche „Beeinträchtigungen im Flugbetrieb“. Diese hätten jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Verdi-Warnstreik gestanden, der in München bereits am Sonntag den Ausfall zahlreicher Verbindungen zur Folge hat. Laut des offiziellen Twitterprofils des Münchner Flughafens gab es eine „technische Störung bei der Deutschen Flugsicherung“. Diese sei mittlerweile wieder behoben und „Verkehrskapazitäten können nun schrittweise erhöht werden“, hieß es zuletzt in einem Tweet um 18.26 Uhr.
Bundesweiter Warnstreik: Für Munich Airport laut Flughafen-Chef ein „immenser Schaden“
Update 25. März, 18.35 Uhr: Nach der Ankündigung des bundesweiten Warnstreiks bereiten sich auch die Mitarbeitenden des Flughafens München darauf vor, ihre Arbeit niederzulegen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa), fallen zwei Tage lang sämtliche Flüge aus. Den aktuellen Zahlen der Flughafengesellschaft fallen demnach rund 1.500 Verbindungen aus. Am Sonntag (26. März) und Montag (27. März) starten und landen Flugzeuge am Münchner Airport nur noch im Fall eines Noteinsatzes.
Laut einer Pressemitteilung vom Donnerstag (23. März) rechnet Munich Airport damit, dass etwa 200.000 Reisende von den bevorstehenden Flugausfällen betroffen sind. Für Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, ist der Verdi-Warnstreik „eine beispiellose Eskalation“, „überzogen und völlig unverhältnismäßig“. Darüber hinaus weist er in der Flughafen-Meldung darauf hin, dass ein „immenser wirtschaftlicher Schaden“ und „Imageschaden für unseren Wirtschaftsstandort Deutschland“ entstehen würde. Zusätzlich würde „die Tarifauseinandersetzung auf dem Rücken unserer Reisenden und unserer Unternehmen ausgetragen“, heißt es weiter.
Dallmayr bleibt dicht: Warnstreik mit Konsequenzen für den Münchner Einzelhandel
Update 25. März, 12.50 Uhr: Der angekündigte Warnstreik trifft auch den Münchner Einzelhandel. Nach Informationen der Bild wird Dallmayr, das Delikatessenhaus am Marienhof, am Montag (27. März) nicht öffnen. Der kommende Montag werde zum Ruhetag: Dallmayr könne aufgrund des Streiks keinen gewohnten Betrieb garantieren, heißt es. Pressesprecherin Sunny Randlkofer sagte dazu, dass das Delikatessenhaus am bundesweiten Streiktags nicht öffnen wird, gegenüber der Bild: „Sowohl Lieferungen als auch Abholungen sind zudem aus personellen und organisatorischen Gründen nicht möglich.“
Das Dallmayr-Delikatessenhaus schließt damit genauso kurzfristig wie „Dallmayr Bar & Grill“ und „Dallmayr Café-Bistro“. Erst am Dienstag (28. März) könne mit einer Wiederaufnahme der Betriebe zu rechnen sein.
Nahverkehr in Bayern: Inwieweit besteht Schulpflicht, wenn weder Bus noch Bahn fährt?
Update 24. März, 12.12 Uhr: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo gibt allen Schülern in Bayern am Streik-Montag schulfrei, sofern wegen des Streiks am Montag ihr Bus oder ihre Bahn nicht fahren. Die Infos zur Ankündigung.
Streik: Flughafen München lahmgelegt – 200.000 Passagiere betroffen
Update 24. März, 9.31 Uhr: Lufthansa-Passagiere müssen sich aufgrund der Warnstreiks bereits am Sonntag auf erhebliche Ausfälle einstellen. Am Flughafen München finden wegen der Ausstände schon an dem Tag – abgesehen von humanitären Flügen – keine Lufthansa-Flüge statt, wie die Airline am Freitag mitteilte. Hinzu kommt am Montag Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt: „Lufthansa geht davon aus, dass der Flugbetrieb bereits am Dienstag wieder weitestgehend normal durchgeführt werden kann.“
Update 23. März, 19.26 Uhr: Flugpassagiere, die eine Reise vom Airport München aus planen, sollten jetzt ganz genau planen. Aufgrund des angekündigten Streiks entfallen am Sonntag und Montag (26./27.) alle Flüge am Erdinger Moos. Man empfehle Passagieren „dringend“, sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen und am Sonntag und Montag „von einer Anreise zum Flughafen abzusehen“, so der Flughafen. Voraussichtlich 200.000 Passagiere würden vom Streik betroffen sein.
Update 23. März, 15.41 Uhr: Der angekündigte Streik wird auch den Flughafen München treffen. Wie die Gewerkschaft Verdi informiert, werden die Beschäftigten der Sicherheitsgesellschaft München (SGM), der FMG/AeroGround sowie die Beschäftigten der FM Sicherheit am Flughafen München zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Aufgrund des Streiks ist mit verlängerten Wartezeiten und Flugausfällen für Passagiere zu rechnen, so Verdi in einem öffentlichen Statement weiter.
Streik führt zu Einschränkungen in München: U-Bahn, Bus und Tram ebenfalls betroffen
Update 23. März, 15.16 Uhr: Jetzt ist auch eine konkrete Aussage aus der Isar-Metropole da: „Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, dass es auch in München zu Einschränkungen bei U-Bahn, Bus und Tram kommen wird“, hieß es in einer Presseaussendung am Nachmittag. Zumindest einen Teil des Linienbetriebs wolle man am kommenden Montag allerdings aufrechterhalten.
„Bei der U-Bahn muss der Linienbetrieb aus Sicherheitsgründen zunächst eingestellt werden. Ob der Betrieb zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden kann, hängt von der Anzahl des verfügbaren Personals ab“, kündigte die MVG an. Priorität hätten dann die Linien U3 und U6.
Ebenfalls im Fokus für einen etwaigen Betrieb stehen die am meisten frequentierten Trambahnlinien 20 und 25. Hoffnung gibt es für Münchner, die mit dem Bus unterwegs sind: „Es könnte etwa jedes zweite Fahrzeug zum Einsatz kommen, da die Kooperationspartner voraussichtlich nicht bestreikt werden.“
Bundesweiter Streiktag angekündigt: Auch München trifft‘s mit voller Wucht
Ursprungsmeldung:
München - Da müssen sich die Münchner warm anziehen! Die Gewerkschaften EVG und Verdi haben für den kommenden Montag (27. März) einen bundesweiten Streik angekündigt. Detaillierte Informationen zur Pressekonferenz am Mittag finden Sie in unserem Überblickstext.
Auch die bayerische Landeshauptstadt trifft es vermutlich mit voller Wucht, denn folgende Bereiche sind in die Streik-Aufforderung der Gewerkschaften inkludiert:
- Der Fern-, Regional- sowie S-Bahn-Verkehr der Deutschen Bahn sowie weiterer Eisenbahn-Unternehmen (die BRB im Münchner Umland hat bereits einen Notfallfahrplan erarbeitet.)
- Flughäfen
- Der gesamte ÖPNV (U-Bahn, Bus, Tram)
„Es wird im gesamten Bundesgebiet zu starken Verzögerungen bis hin zum Erliegen der Verkehrsdienste in allen genannten Bereichen kommen“, blickten Gewerkschaftsvertreter bei ihrem Statement am Donnerstagmittag voraus. Der ganztägige Streik soll in der Nacht vom 26. auf den 27. März um 0 Uhr beginnen und 24 Stunden später planmäßig enden. Konkrete Ankündigungen, ob der Münchner ÖPNV vollumfänglich betroffen sein wird, gab es zunächst nicht.
Warnstreik trifft auch München: Verdi erhöht den Druck
Mit den Aktionen erhöht Verdi den Druck für die am Montag beginnende dritte Verhandlungsrunde mit Bund und Kommunen. Gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb fordert die Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst 10,5 Prozent und mindestens 500 Euro mehr Lohn.
Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Februar ein Angebot vorgelegt. Es umfasst unter anderem eine Entgelterhöhung von insgesamt fünf Prozent in zwei Schritten und Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 2500 Euro.
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