VonSascha Karowskischließen
Das neue Leistungsprogramm der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) stößt auf Kritik. Es sei schlicht zu wenig, um die Verkehrswende zu erreichen, sagt der Fahrgastverband Pro Bahn.
München - Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will zum Fahrplanwechsel auf verschiedenen Buslinien (z.B., 55, 135) den Takt verdichten, es wird neue Expressbuslinien (X204) geben, die aus dem Umland durch das Stadtgebiet fahren. Und es sind neue Haltestellen geplant, zum Beispiel am Mahatma-Ghandi-Platz in der Amalie-Nacken-Straße in Freiham. Das geht aus dem Leistungsprogramm hervor, das nun in den Bezirksausschüssen vorgestellt wird.
Neues Leistungsprogramm der Verkehrsbetriebe sorgt für Kritik: „Verkehrswende wird so nicht erreicht“
Bei U-Bahn und Tram werden zwar sukzessive neue Fahrzeuge auf die Gleise gebracht. Und bei der U5 soll es vormittags einen 5-Minuten-Takt geben. Doch dem Fahrgastverband Pro Bahn reicht das nicht. „In einer wachsenden Stadt wie München ist der verwaltete Stillstand ein klarer Rückschritt“, sagt Vereinschef Andreas Barth. „Das politische Ziel der Verkehrswende kann mit diesem Vorschlag nicht erreicht werden.“
Die Neuerungen bei der MVG sind freilich geprägt von Energiekosten, Inflation und dem Mangel an Fahrern. Auch daher sind Politiker im Rathaus weniger kritisch. „Wir freuen uns sehr, dass im kommenden Jahr zahlreiche neue U-Bahnen und Trambahnen in Betrieb gehen, denn die alten U-Bahn-Waggons entsprechen künftigen Brandschutzanforderungen nicht mehr“, sagt SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl. Die MVG werde zudem das Angebot bei den Bussen ausweiten, weil die neuen Schulgebäude in Freiham, Oberföhring und Neuperlach angebunden werden sollen.
Mehr Busse, mehr neue Fahrzeuge bei Tram & U-Bahn: Grüne hoffen auf weitere Verbesserungen
„Das Leistungsprogramm für den Fahrplan 2024 behält im Wesentlichen den Stand von 2023 bei“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Wesentliche Ausweitungen des Programms seien wegen der Corona-Krise noch nicht machbar. Weiter gelte es für alle Beteiligten, die Steuerschätzungen abzuwarten. „Erst dann wird man abschätzen können, inwieweit zumindest gewisse Verbesserungen 2024 oder erst 2025 möglich werden. Ideen über das verschickte Programm hinaus gibt es schon, zum Beispiel für Freiham oder für den Altstadtring.“
