Bekannter Cartoonist holt Hühner ins Hollerhaus

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Stellt ab kommenden Samstag im Hollerhaus aus: Cartoonist Peter Gaymann.
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Der Cartoonist Peter Gaymann präsentiert sein „Huhniversum“ im Hollerhaus. Es ist eine besondere Ausstellung.

Icking – Peter Gaymann präsentiert ab Samstag, 11. März, die Vernissage beginnt um 17 Uhr, im Hollerhaus in Icking eine sehenswerte Auswahl an Motiven aus seinem „Huhniversum“. Beim Aufhängen der Bilder sprach unsere Mitarbeiterin Bettina Sewald mit dem bekannten Cartoonisten, Grafiker und Autor über Hühner, Heimat und Humor.

Herr Gaymann, Sie leben als gebürtige Freiburger und langjähriger Wahl-Kölner mit Ihrer Frau seit 2017 im Isartal. Wie leicht kommt Ihnen inzwischen das „Servus“ über die Lippen, sprich wie heimisch fühlen Sie sich in Bayern?

Peter Gaymann: Sehr leicht. Servus ist besser als Hallöle. Ich habe mich von Anfang an hier wohlgefühlt. Von Ankommen kann keine Rede mehr sein. Ich bin, wir sind voll da.

Cartoonist Peter Gaymann präsentiert sein „Huhniversum“ im Hollerhaus

Sie stellen im Hollerhaus eine ganze Reihe Ihrer Hühnerbilder aus, wohnen quasi im Nachbardorf. Wie kam der Kontakt zustande?

Gaymann: Folgende Szene: Sommergeburtstagsgartenfest bei einer Freundin um die Ecke. Großes Gegacker bei Wein und Häppchen. Und da sitzt dann in der Runde Lia Schneider-Stöckl vom Hollerhaus und daneben Josef Brustmann, den ich zuvor schon kennen- und schätzen gelernt hatte. Noch bevor die erste Flasche leer war, war klar: Wir machen etwas zusammen. Das Hollerhaus kannte ich bis dato nur von Plakaten. Das Plakat für die Ausstellung zeigt gleich mal eine lustige Szene, die eben genau bei dieser Ausstellung im Hollerhaus zu sehen ist.

Wie schnell hatten Sie das Motiv? Und was hat Sie motiviert?

Gaymann: Schon bei der ersten Besichtigung des wunderbaren alten Bauernhauses war klar: Hier werde ich ausstellen und hier will ich auch vor Ort zeichnen. Ich hätte am liebsten sofort angefangen. Ich habe dann gewartet, bis es richtig kalt war. Dann bin ich – eingepackt in den Wintermantel – einige Nachmittage allein in diesem schönen Atelier gesessen und habe eine Reihe von Skizzen gezeichnet, in die ich auf der Stelle auch meine Hühnerfiguren eingearbeitet habe. Damit war der Titel für diese Ausstellung klar: Hühner im Hollerhaus. Ich hatte vorher noch nie meine Ausstellungsräume gezeichnet. Hier hat’s perfekt gepasst.

„Brigitte-Kolumne“ von Cartoonist Peter Gaymann feierte große Erfolge

Und wann haben Sie in einer Ausstellung zuletzt ein Bild zu hoch gehängt? Können Ihnen solche Anfängerfehler passieren?

Gaymann: Irgendwelche Fehler können immer mal passieren. Aber dass man Bilder nicht zu hoch hängen sollte, habe ich schon früh gelernt. Schief sollten sie auch nicht hängen.

Neben den Hühner-Cartoons hatten Sie große Erfolge mit Ihrer „Brigitte-Kolumne“. Wie sehr vermissen Sie die „Paar-Probleme“?

Gaymann: Geht so. Klar, ich habe die Paar-Probleme 30 Jahre lang gezeichnet. Und dann plötzlich – zack, fertig. Es war nicht meine Entscheidung aufzuhören. Die Redaktion wollte mal einen anderen Strich – und vor allem eine Frau als Zeichnerin. Aber ich habe mich schon lange gewundert, dass ich als „alter weißer Mann“ so viele Jahre für eine Frauenzeitschrift zeichnen durfte. Doch ich habe nach wie vor genug Aufträge und Ideen. Langweilig wird mir nie.

In München engagieren Sie sich an der Seite von Gerhard Polt für das „Forum Humor und Komische Kunst“. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Gibt es eine Chance auf ein Humor-Zentrum in der Landeshauptstadt? Oder bleibt es bei der guten Zusammenarbeit mit Bernried am Starnberger See?

Gaymann: Für Bernried haben wir ja vom Bund eine Menge Geld bekommen, um dort ein Haus des Humors zu bauen. Aber man muss so ein Haus auch unterhalten können. Wir arbeiten daran. Auch die Viehbank in München haben wir nicht ganz abgeschrieben. Die Stadt hält uns da schon seit vielen Jahren hin, obwohl wir ein ausgefeiltes Konzept und einen Investor vorweisen können. Wir geben nicht auf, werden in diesem Jahr einige Forum-Humor-Veranstaltungen sowohl in München als auch in Bernried machen. Wir haben viele Unterstützer und freuen uns über jedes weitere Mitglied.

Im Buch „Geht doch!“ befasst sich Cartoonist Peter Gaymann mit dem Thema Rollator

Sie haben über 100 Bücher veröffentlicht. Kochbücher, Reiseimpressionen – und natürlich die Hühner. Zuletzt gab es ein Buch mit Cartoons über Ihre kreative Auseinandersetzung mit der Corona-Pandemie. Ist Ihnen der Humor schon einmal abhandengekommen?

Gaymann: Zum Glück noch nie. Das würde ich ihm auch nicht raten. Sonst wird’s ernst.

Und welches Buch brüten Sie aktuell gerade aus?

Gaymann: Gerade ist mein Buch „Geht doch!“ erschienen. Das Buch zeigt etwa 70 Cartoons zum Thema Rollator. Nicht lustig? Doch! Für mich schreien gerade solch schwierige Themen nach Humor. Ansonsten arbeite ich im Moment an einem Europapark-Kochbuch mit vielen internationalen Köchen. Im Europapark Rust werde ich in diesem Jahr noch eine Ausstellung machen. Und schon an Ostern eine größere Eier-Malaktion mit Kindern. 1,80 Meter große Ostereier habe selbst ich noch nie bemalt.

Die Ausstellung im Hollerhaus läuft bis zum 2. April. Worauf freuen Sie sich in dieser Zeit am meisten?

Gaymann: Na ja, erst einmal hoffe ich auf viele Vernissage-Gäste. Das Ganze ist ja eine super Nachbarschaftsaktion. Vom Zahnarzt bis zum Bauernladen um die Ecke sind alle eingeladen. Und alle anderen natürlich auch. Ein Highlight wird ein gemeinsamer Auftritt mit Josef Brustmann werden. Am 1. April – kein Scherz – werden wir mit Musik und Livezeichnungen die Gäste unterhalten. Motto: Hühner und Musik. Wir sind noch nie zusammen aufgetreten. Aber wir wissen jetzt schon: Wir sind ein gutes Team.

ina

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