Selbstgefertigte Mundschutzmasken sind nicht so effektiv wie die genormten. Ein Exemplar zu tragen, kann aber nicht schaden. Deshalb zeigen wir, wie man das Hilfsmittel selber herstellen kann.
Landkreis – „Es geht zur Zeit um Leben und Tod“: Viele Mediziner zögern nicht, solch drastische Worte für die derzeitige Corona-Krise in den Mund zu nehmen. Weiter ein großes Problem stellt das fehlende Schutz-Material dar. Im Landkreis Ebersberg komme aus der zentralen Verteilung nach wie vor zu wenig an, schreibt das Landratsamt. Es fehle an Schutzmasken, an Schutzkleidung, an Schutzbrillen für das medizinische Personal. „Die für die Untersuchungsabstriche benötigten Utensilien stehen nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung“, so das Landratsamt.
Fakt ist: Die Übertragung von Coronaviren erfolgt beispielsweise durch Tröpfchen, die unter anderem beim Sprechen, beim Husten oder Niesen entstehen und auf diesem Weg auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen gelangen können. Da zur Zeit immer noch Engpässe bei der Herstellung und Lieferung von genormtem Mundschutz bestehen, die Regale leer gefegt sind und selbst Apotheken und Arztpraxen nicht den gewünschten Nachschub erhalten, kann ein solcher selbst gemachter Behelfs-Mund-Nasenschutz die Verteilung von Tröpfchen in die Umgebung und auf andere zumindest minimieren und so mithelfen, die Übertragungswege zu reduzieren.
Lesen Sie auch: Schützt eine Mundschutzmaske vor einer Coronavirus-Infektion? Wer sie tragen muss
Wann sollte man überhaupt eine Maske tragen? Laut Experten ist es zumindest sinnvoll, sie bei jeder Begegnung mit einer Risikoperson zu verwenden. Die Experten weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem selber gefertigten Mund- und Nasenschutz lediglich um ein Hilfsmittel nach dem Motto „Besser als nichts“ handelt. Sie können die genormten, industriell gefertigten Masken in Qualität und Funktionalität nicht komplett und adäquat ersetzen.
UND SO GEHT‘S:
Folgende Materialien werden zur Herstellung des waschbaren Behelfs-Mund-Nasenschutzes benötigt:
1. Zwei 90 Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Stoffstreifen aus kochfester Baumwolle.
2. Zwei 17 Zentimeter lange und zwei Zentimeter breite Stoffstreifen aus kochfester Baumwolle.
3. Einen 15 Zentimeter langen, dünnen und biegsamen Draht, wie zum Beispiel einen Bastedraht, einen Pfeifenreiniger oder aber einen Klemmdraht von Gefrierbeuteln.
4. Ein 17 auf 34 Zentimeter großes Stofftuch aus einem atmungsdurchlässigen, kochfesten Baumwollstoff, z. B. aus einer Stoffwindel, einem T-Shirt-Stoff, oder aus einem leichten Baumwolltuch.
Um zu prüfen, ob das Material atmungsdurchlässig ist, sollte man das Tuch vor der Verarbeitung doppelt falten, dann dicht um Mund und Nase schließen und ein- und ausatmen. Ist das ohne größeren Atemwiderstand möglich, ist das Material zur Weiterverarbeitung geeignet. Nun kann man sich anhand der Schritt-für-Schritt-Bilderanleitung selber ans Nähen machen.
Wenn der Mundschutz fertiggestellt ist, sollte er bis zu einem tatsächlichen Einsatz trocken gelagert werden. Nach einer Benutzung muss er vorsichtig ausgezogen werden, die Außenfläche sollte dabei möglichst nicht berührt werden. Danach heißt es auf alle Fälle immer, gut die Hände zu waschen. Der selber genähte Schutz sollte, wenn man ihn hernimmt, mindestens einmal täglich gereinigt werden. Das kann entweder bei 90 Grad in der Waschmaschine erfolgen, oder aber, indem man die Maske in einem Topf auf dem Herd mindestens fünf Minuten lang auskocht.
Mehr zum Coronavirus im Landkreis Garmisch-Partenkirchen:
Das Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen informiert über die aktuelle Lage
In Zeiten von Corona: Kloster Ettal stellt jetzt Desinfektionsmittel her
Rubriklistenbild: © dpa / Frank Rumpenhorst









