Corona im Landkreis Erding: „Die Lage ist entspannt“

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Nach wie vor gibt es viele Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Im Moment steigen die Zahlen wieder.
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Trotz wieder steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus sieht der Erdinger Gesundheitsamtsleiter keinen Grund zur Sorge.

Erding – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt wieder an. Doch in den Kliniken sowie in den Alten- und Pflegeheimen ist die Lage entspannt, berichtet Gesundheitsamtsleiter Peter Stadick. Von den Festivitäten im Landkreis habe sich bisher keines als Superspreading-Event gezeigt. Viel zu tun hat die Kreisverwaltung noch mit der Abarbeitung der Verstöße gegen die – mittlerweile überwiegend außer Kraft gesetzten – Coronaregeln.

Vor ziemlich genau einem Jahr hätte Erding um ein Haar die Null-Inzidenz erreicht, doch danach stiegen die Zahlen wieder. Peter Stadick, Leiter des Gesundheitsamts, erinnert sich: „Vor einem Jahr lag die Inzidenz unter 20, aktuell bei um die 300, somit wieder ein gutes Stück höher als in den vergangenen Tagen. Seit Juni ist keine Fortsetzung des Abwärtstrends mehr zu verzeichnen.“

Er geht davon aus, „dass wir auch den Sommer über merkliche Infektionszahlen zu verzeichnen haben werden und ein nahezu Corona-freier Sommer wie im vergangenen Jahr nicht zu erwarten ist.“ Die Erwartungshaltung, dass alleine höhere Temperaturen zu geringen Infektionszahlen führen, könne durch einen Blick auf die Situation in Portugal widerlegt werden.

Gelassen gibt sich Gesundheitsamtsleiter Peter Stadick ungeachtet wieder steigender Corona-Zahlen. Vor allem die kritische Infrastruktur sei stabil.

Zudem glaubt Stadick an eine erhebliche Dunkelziffer. Denn in Folge des Wegfalls von Zugangsbeschränkungen unter anderem zu Veranstaltungen und Flugreisen sowie der Testungen in den Betrieben und Schulen blieben viele Corona-Infektionen unentdeckt oder gingen nicht in die Statistik ein.

Dennoch ist das für Behördenleiter kein Anlass zur Sorge: „Die Lage in den Pflege- und Seniorenheimen ist seit geraumer Zeit relativ entspannt. Zu größeren oder sogar unkontrollierbaren Ausbrüchen kam es in den vergangenen Wochen hier nicht mehr.“

Auch in den Krankenhäusern sei die Lage in Bezug auf das Virus ruhig und stabil. Aktuell befinde sich nur ein Patient auf der Covid-Intensivstation, die geraume Zeit komplett leer war.

Allgemein beobachten die Mediziner in den vergangenen Monaten laut Stadick: „Es werden uns kaum schwerwiegende Symptome bei den Erkrankten bekannt. In der Regel sind es leichte bis mittelschwere Verläufe. Jedoch ist auch festzuhalten, dass völlig symptomfreie Verläufe offenbar sehr selten sind.“

Die Grafik links zeigt die Entwicklung der Pandemie seit Jahresbeginn – die Talfahrt ist vorbei.

Gute Nachrichten für alle, die gerne die zahlreichen Feste besuchen, die derzeit im Landkreis stattfinden: „Uns sind keine größeren Veranstaltungen in der jüngeren Vergangenheit bekannt, welche zu einer Vielzahl von Infektionen geführt hätten“, sagt Stadick. Allerdings finde auch keine Kontaktnachverfolgung mehr statt, sodass dem Gesundheitsamt keine näheren Erkenntnisse vorlägen. Bundesweite Studien zeigen hingegen, dass etwa Bierzelte per se keine Superspreader-Events sein müssen. Vereinzelt gab es die aber.

Von der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und im Gesundheitsbereich abgesehen, gibt es so gut wie keine Corona-Beschränkungen mehr, Dennoch bereiten die Corona-Maßnahmenschutzverordnungen dem Landratsamt nach wie vor viel Arbeit. Stadick berichtet, dass nur noch vereinzelt Anzeigen eingingen – etwa durch die Bundespolizei am Flughafen wegen der Maskenpflicht. Auch erlebe man vereinzelt Verstöße gegen die Isolierpflicht Infizierter.

Was der Behörde Arbeit macht, ist die Flut an Altfällen. Laut Stadick liegen noch rund 1500 Ordnungswidrigkeitenanzeigen auf Halde. „Der überwiegende Teil davon wird aber schon bearbeitet, wir beurteilen die Anhörungen und Einsprüche und geben Fälle vereinzelt an die Staatsanwaltschaft ab.“

Bemerkenswert: Die Mehrzahl dieser noch offenen Verfahren richtet sich laut Stadick gegen Fluggesellschaften wegen Verstößen gegen die Corona-Einreiseverordnung. „Hier gestaltet sich die Verfolgung äußerst schwierig und aufwendig.“ Vollständig abgeschlossen sind seinen Angaben zufolge über 1800 Verfahren.

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