Aufmunterung in einsamen Zeiten

Süße Grüße für Erdings Senioren: Ehrenamtliche legen Schokolade vor Heiliggeist-Stift ab

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Eine Armlänge Abstand halten: Das haben die Bewohner des Heiliggeist-Stifts mit Stephanie Maier vom Sozialdienst eingeübt.

In Altenheimen herrscht strenges Besuchsverbot. Für die Senioren wird das Leben dadurch nicht einfacher. Ehrenamtliche finden dennoch Wege, sie glücklich zu machen.

Erding Auf die Ehrenamtlichen ist Verlass: Ihre Schokolade zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der Seniorenheim-Bewohner in Erding. Gerade sie sind von der Corona-Krise stark betroffen. Sie zählen nicht nur zur Risikogruppe, sondern leiden auch besonders unter den Ausgangsbeschränkungen, denn in Krankenhäusern und Altenheimen herrscht strenges Besuchsverbot. Das heißt: Es gibt keine Gemeinschaftsstunden mehr, kein Singen, keine Gymnastik. Bei den Mahlzeiten sitzen nicht mehr vier Senioren zusammen am Tisch, sondern nur noch zwei. Es fehlt die Abwechslung, die Einsamkeit übermannt so manchen Bewohner. Auch tägliche Anrufe von Angehörigen oder Ehrenamtlichen helfen da nur partiell.

Im Erdinger Heiliggeist-Stift steht nun ein großer Wagen vor dem Fenster an der Eingangspforte, auf dem die Angehörigen für ihre Lieben im Heim kleine Packerl und Nachrichten hinterlassen können. Aber was passiert mit den Bewohnern, die keine Angehörigen haben? Eine Ehrenamtliche ist jetzt auf die Idee gekommen, kleine Päckchen – mit Ostereiern und selbst gemachten Etiketten versehen – auf diesem Wagen abzustellen. Es ist ein kleiner Gruß nach dem Motto „Schokolade macht glücklich“ und „Ich denk an Dich, auch wenn ich nicht persönliche kommen kann“.

Auch spendable Mitglieder der Corona-Nachbarschafshilfe Erding, die sich via Facebook gegründet hat (wir berichteten), stellen regelmäßig Süßes in einer Box bereit, das unter anderem an die Seniorenheime in der Stadt verteilt wird.

Elvi Reichert

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