VonMarkus Schwarzkuglerschließen
An der Klinik Wartenberg gibt es besonders viele Patienten der Risikogruppe. Ein Schwerpunkt des Hauses ist nämlich die Altersheilkunde. Seit Ostermontag ist dort nun eine Corona-Station eingerichtet. Aus einem speziellen Grund ist die Kommunikation mit den Patienten derweil schwieriger geworden.
Neben der Studie zu den Chronotypen ihres Personals beherrscht natürlich ein Thema auch die Klinik Wartenberg: Corona. Ein Schwerpunkt an der Klinik ist die Geriatrie, also die Altersheilkunde.
Geriatrische Patienten gehören zur Hochrisikogruppe in Corona-Zeiten – „insofern sind wir froh, dass wir die Klinik über mehrere Wochen Corona-frei halten konnten“, sagt Pressesprecherin Irene Hilf auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch auch hier war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall auftreten würde. „In der ersten April-Woche hatten wir den ersten bestätigten Fall unter den Patienten. Er wurde ins Klinikum Erding verlegt“, berichtet Hilf.
Seit Ostermontag gibt es nun eine mit zehn Betten ausgestattete „Corona-Station“. Diese Station 1 hat einen eigenen Zugang und ist eine Isolierstation. Für das auf die Behandlung von Covid-19-Patienten eigens vorbereitete Personal gebe es dank der Beschaffung über den Krisenstab des Landkreises ausreichend Schutzausrüstung, also sogenannte FFP-Masken, Schutzkittel und Handschuhe, so Hilf.
Aktuell würden fünf Patienten auf der Corona-Station behandelt: zwei „eigene“ Patienten, die positiv getestet worden seien (eine davon die Ehefrau des ersten Falles), sowie drei Patienten aus dem Klinikum Erding, die Covid-19 weitgehend überstanden hätten oder nur milde Symptome zeigten. Die Patienten der Stationen, auf denen die Corona-Fälle aufgetreten sind, seien allesamt getestet worden. Aktuell gebe es keine weiteren positiven Befunde. Intensivmedizinische Behandlungsplätze gibt es Hilf zufolge nicht. „Patienten, die einer solchen Behandlung bedürfen, werden im Klinikum Erding versorgt.“
Auch Mitarbeiter der Isolierstation, die mit nachgewiesenen Erkrankten Kontakt hatten, werden regelmäßig getestet. Sie führen ein Symptom-Tagebuch und messen zweimal täglich Fieber. Nur bei einer Mitarbeiterin war laut Hilf das Ergebnis positiv. Ihr gehe es aber gut. Die Frau befinde sich derzeit in häuslicher Quarantäne.
Abstand halten ist in der Pflege generell und insbesondere bei der Versorgung älterer Patienten nicht immer möglich. Um die Patienten zu schützen, trägt das Personal Masken, die zum Teil hausintern in der Wäscherei genäht wurden. Ein weiterer Teil kam von Privatpersonen – „wofür wir sehr dankbar sind“, sagt Hilf. Die Nachbarschaftshilfe Fraunberg habe zum Beispiel über 100 Masken für die Klinik genäht. Die Mund-Nasen-Abdeckungen würden täglich desinfizierend gewaschen und heiß gemangelt.
Die Kommunikation mit geriatrischen Patienten ist durch die Masken allerdings erschwert. „Sie dämpfen die Lautstärke, zudem behelfen sich Patienten mit Hörproblemen häufig mit Lippenlesen“, erklärt Hilf.
Die interne Kommunikation laufe vermehrt digital ab, bei Besprechungen werde auf den Mindestabstand geachtet. Hier leiste der Vortragssaal der Klinik aufgrund seiner Größe gute Dienste. Angehörige, die zum Beispiel Patientenwäsche bringen, betreten das Haus nur einzeln und geben die Sachen am Empfang ab. Ansonsten gilt ein generelles Besuchsverbot in den Krankenhäusern. „Eine Ausnahme stellt bei uns die Palliativstation dar. Allerdings ist hier eine vorherige Abstimmung mit dem Stationspersonal nötig“, sagt Hilf.
