VonAlois Ostlerschließen
Carmen König-Rothemund lässt sich selbst von einer Pandemie nicht leicht aus der Fassung bringen. „Es geht weiter“, sagt die Vorsitzende der Georg-von-Vollmar-Akademie – auch wenn der Betrieb der SPD-nahen Bildungseinrichtung auf Schloss Aspenstein noch immer ruht.
Kochel am See/München – „Es geht weiter“, hat sich die Akademie-Vorsitzende vorgenommen, „auch wenn es derzeit unheimlich anstrengend ist“. Seit Mitte März liegt die Erwachsenenbildung in dem alten Schloss und in den Seminargebäuden hoch über dem Kochelsee auf Eis. „Wir haben wegen der Corona-Krise alle Kurse abgesagt und wissen momentan beim besten Willen nicht, wie es weitergehen kann“, sagt die „Königin“, wie sie liebevoll von ihren engsten Mitarbeitern genannt wird.
Carmen König-Rothemund organisiert den derzeitigen Notbetrieb von ihrem Büro in München. Fast alle der 30 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, sagt sie. So fallen keine Lohnkosten an. Der Hausmeister sei von der Kurzarbeit freilich ausgenommen, denn der müsse ja auch in diesen Tagen nach dem Rechten sehen.
Optimistisch trotz der langen Zwangspause
Trotz der anhaltenden Zwangspause ist König-Rothemund optimistisch, „dass wir das durchstehen“. Die Akademie habe im vergangenen Jahr viel Zuspruch erfahren, als – wie mehrfach berichtet – die Schließung des Tagungshotels drohte. „Die Unterstützer von 2019 haben uns heuer weitere Unterstützer gebracht“, sagt die Akademie-Chefin. Und: „Diese große Solidarität trägt uns.“ Dafür sei sie sehr dankbar.
Aber es sei in diesen Tagen sehr stressig. Kaum habe man sich in den Vorschriften zu den Änderungen bei der Lockerung eingelesen, so gebe es neue Anweisungen zu beachten. Die politische Bildung werde ja nach wie vor als nicht lebensnotwendig eingestuft – ebenso wie Übernachtungen in Hotels. Die Aufnahme von Gästen auf Schloss Aspenstein müsste aber möglich sein, um den Betrieb zu starten. So sollten dieser Tage eigentlich gleich zwei Seminare beginnen. „Wir wissen derzeit aber noch nicht, ob das passieren kann“, sagt König-Rothemund. Sie treibt eine weitere Sorge um: Werden die bereits angemeldeten Teilnehmer kommen, falls der Seminarbetrieb wieder anlaufen kann? Darüber hat sie sich dieser Tage Gedanken gemacht, als sie für einen kurzfristig erforderlichen Arztbesuch sofort einen Termin bekommen hat, „denn die Praxen sind derzeit weitgehend leer“.
Auf der Einnahmenseite der Akademie sieht es düster aus
Auf der Einnahmen-Seite der Akademie sehe es momentan düster aus. „Uns fehlen die Teilnehmerbeiträge und auch Zuschüsse, die zum Teil nur projektgebunden fließen.“ Man habe zwar Webinare angeboten, um so Teile des Kursangebots online zu vermitteln. „So machen wir wenigstens politische Bildung, aber diese Form ist kostenlos und stärkt leider nicht unsere Finanzen.“ Carmen König-Rothemund wünscht sich, dass die Akademie im Mai „wieder Fahrt aufnimmt“. Normalisieren dürfte sich alles wohl erst im nächsten Jahr. Im Kursangebot von 2021 werde auf alle Fälle die Corona-Krise breiten Raum einnehmen.
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