VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
16 Bewohner einer Asyl-Gemeinschaftsunterkunft in Bad Tölz haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Die Einrichtung steht unter Quarantäne.
- Mehrere Bewohner einer Asyl-Unterkunft in Bad Tölz haben sich mit dem Coronavirus.
- Bislang zeigt nur der Indexfall Symptome.
- Die betroffene Einrichtung wurde unter Quarantäne gestellt.
Bad Tölz - In der Asylbewerber-Gemeinschaftsunterkunft (GU) an der Peter-Freisl-Straße gibt es weitere Fälle von Corona: Nachdem am vergangenen Donnerstag das Coronavirus bei einem Bewohner nachgewiesen worden war, wurden weitere Tests angeordnet. Bis Samstag, Stand 16 Uhr, fielen diese laut Landratsamt bei weiteren 15 Bewohnern der GU der Regierung von Oberbayern positiv aus. Es ist im Landkreis der zweite größerer Ausbruch in einer Asyl-Unterkunft innerhalb weniger Tage. Anfang Juli hatten sich 21 Bewohner und Mitarbeiter einer GU in Geretsried mit dem Corona-Virus infiziert.
Bad Tölz: Bewohner und Personal von Asyl-Unterkunft stehen unter Quarantäne
Die Unterkunft in der Peter-Freisl-Straße sowie das Personal vor Ort stehen nun unter Quarantäne. „Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden durch das Gesundheitsamt persönlich informiert“, so Landratsamts-Pressesprecherin Marlis Peischer. Die infizierten Personen würden durch die Regierung von Oberbayern in andere Unterkünfte verlegt.
Der erste Infizierte, der sogenannte Indexfall, war bereits am Donnerstag in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern in die Unterkunft nach Wackersberg gebracht worden. Dort betreibt die Regierung von Oberbayern wie berichtet seit April eine spezielle Unterkunft, in der mit Covid-19 infizierte Asylbewerber isoliert werden können. 32 Plätze stehen dort insgesamt zur Verfügung.
Corona-Fälle in Tölzer Asyl-Unterkunft: Nur der Indexfall zeigt Symptome
Im Zusammenhang mit dem Indexfall waren neun Menschen als Kontaktpersonen I eingestuft und bereits in eine andere Unterkunft außerhalb des Landkreises verlegt worden.
Von den nun 16 positiv getesteten Bewohnern aus der Tölzer Unterkunft zeigt nur der Indexfall Symptome, alle anderen sind asymptomatisch. Das Gesundheitsamt ermittelt nun die Menschen, die direkten Kontakt mit den Infizierten hatten. Dabei geht es um einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden vor der Testung. Sobald die Kontakte ermittelt worden sind, wird das Gesundheitsamt Abstriche nehmen und eine Quarantäne anordnen.
Unter den Infizierten sind auch vier Kinder
Unter den 15 infizierten Menschen sind auch vier Kinder. „Sie besuchten im infektiösen Zeitraum aber weder eine Kindertagesstätte, Schule oder andere Einrichtung“, so Peischer.
Dr. Stephan Gebrande, Leiter des Gesundheitsamtes, führt die Konzentration des derzeitigen Infektionsgeschehens auf zwei Asylbewerberunterkünfte im Landkreis auf die Wohnsituation in den Heimen zurück. „Die beengten Verhältnisse in Mehrbettzimmer, die hohe Personendichte und das Teilen von Sanitäranlagen und Küchen mit mehreren Personen lassen das verordnete allgemeine Abstandsgebot in keiner Weise zu“, sagt Gerbrande. „Da steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person weitere Bewohnerinnen und Bewohner ansteckt.“
„Unterkunft unter Quarantäne zu stellen, ist die ,ultima ratio‘“
Das Gesundheitsamt lege den Fokus auf die Suche nach den Kontaktpersonen, um die Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen, erklärt Peischer. Dafür arbeite man sieben Tage die Woche nahezu in Vollbesetzung. Im Rahmen des Maßnahmenkatalogs zur Eindämmung des Virus ist die Quarantäne für eine ganze Unterkunft das härteste Mittel, das das Gesundheitsamt ergreifen kann.
Aber: „Eine ganze Unterkunft unter Quarantäne zu stellen, ist die ,ultima ratio‘“, führt Gebrande aus. Sprich: Es ist die wirklich letzte Lösungsmöglichkeit, zu der gegriffen werden sollte. „Denn unter den vielen Menschen, die in einer solchen Unterkunft leben, sind auch sehr viele dabei, die nie Kontakt mit dem Indexfall hatten“, so Gebrande. „Dies und mögliche Folgen der Isolation muss man bei der Entscheidung immer bedenken.“
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