VonChristiane Mühlbauerschließen
Sängerin und Chorleiterin Andrea Fessmann lädt am Ostersonntag um 19 Uhr zu einem musikalischen Online-Flashmob ein. Noten und Text gibt es hier.
Bad Tölz/Iffeldorf – Die Italiener haben es vorgemacht, und auch in Deutschland sind viele Menschen von der Idee begeistert: Man geht zu einer bestimmten Uhrzeit auf den Balkon, auf die Terrasse oder vor die Haustür und singt ein vorher festgelegtes Lied beziehungsweise spielt es mit einem Instrument. Die aus Bad Tölz stammende Sängerin und Chorleiterin Andrea Fessmann lädt am Ostersonntag um 19 Uhr zu einem sogenannten Flashmob ein. Dafür rührt sie gerade die Werbetrommel, vor allem im Internet.
Fessmann war schon beim ersten „Corona-Flashmob“ am 22. März dabei, als „Ode an die Freude“ gesungen wurde. Auch im Tölzer Land beteiligten sich Sänger und Musiker an der Aktion. Seither gab es allerdings keinen Aufruf mehr. Nun hat Fessmann selbst einen gestartet.
Ausgewählt hat sie das „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel. „Das ist ein Stück, das viele kennen“, sagt die 51-Jährige, die in Iffeldorf lebt. Allerdings wurde die Version verändert, damit Laien sie leichter singen können.
Flashmob mit „Halleluja“ - Video mit Lied
Fessmann verbreitet die Version von Kirchenmusiker Thomas Rothfuß. Der Organist Franz Günthner spielte die Version an der Orgel ein und schickte sie Fessmann. Diese nahm nun ein Video auf: Im Hintergrund hört man die Orgelmusik, während Fessman in ihrem Wohnzimmer steht und die Version vorsingt. „Wer nicht alleine singen möchte, kann das am Sonntag im Hintergrund laufen lassen und mitsingen“, erklärt sie ihre Vorgehensweise.
Corona-Flashmob mit „Halleluja“ - die Noten
Fessmann weiß, dass es sich zu zweit oder im Chor leichter singt als alleine. Die 51-Jährige leitet unter anderem den KlangKunst-Chor in Iffeldorf, in dem auch zahlreiche Sänger aus dem Tölzer Land mitwirken. Weil ihr Aufruf über Facebook gerade fleißig geteilt werde, hofft Fessmann, dass sich viele am Sonntag beteiligen. Willkommen sind natürlich auch Instrumentalisten aller Art. Text und Noten hat sie über Facebook und ihre Webseite veröffentlicht.
Weil Fessmann über zahlreiche Kontakte verfügt, hat sie den Text auch auf Englisch, Italienisch und Französisch veröffentlicht. „Ich habe schon mit Freunden in der Bretagne telefoniert, die wollen auch mitmachen“, freut sie sich. Schon im März hatte sich Fessmann gewünscht: „Es wäre doch schön, wenn wir so ein Musik-Projekt mal in ganz Europa machen.“
Die Künstlerin versucht derzeit wie zahlreiche Kollegen, das Beste aus der Situation zu machen. Mit dem KlangKunst- und Lassus-Chor wird derzeit online geprobt, um für die Konzerte in München und Benediktbeuern (geplant: Anfang Juli) gerüstet zu sein. Der mit dem KlangKunst-Chor geplante Auftritt in der Carnegie-Hall in New York musste abgesagt werden. „Wir versuchen, einen neuen Termin zu bekommen“, sagt Fessmann. Das werde aber vermutlich 2021 und 2022 aus Termingründen nicht mehr gehen, bedauert sie.
Fessmann hofft, dass der Flashmob am Sonntag bei den Menschen die Stimmung hebt. Wer möchte, kann sich filmen und die Aufnahme an Fessmann schicken. „Es wäre doch schön, wenn wir jemanden finden, der das schneidet, damit wir eine Erinnerung ins Internet stellen können.“
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