Milder Verlauf

Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt ist an Covid-19 erkrankt

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Christian Blatt, Erdwegs Bürgermeister

Die Amtsgeschäfte leitet Christian Blatt von zu Hause aus. Zwangsweise. Denn der Erdweger Gemeindechef hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

  • Der Erdweger Bürgermeister ist mit dem Coronavirus infiziert. 
  • Seit zwei Wochen arbeitet Christian Blatt deshalb von zu Hause aus. 
  • Seinen Krankheitsverlauf beschreibt Blatt als milde. 

Erdweg – Alles begann mit einem Anruf vom Gesundheitsamt. Er sei Kontaktperson  eines Infizierten und müsse sich in häusliche Quarantäne begeben, hieß es. Am folgenden Tag wurde Christian Blatt getestet, und einen Tag später kam das Ergebnis: Auch er ist positiv, hat also Covid -19 durch das Coronavirus. Die Diagnose habe ihn zwar nicht geschockt, doch habe er sich schon ernsthafte Gedanken gemacht. „Was man im Fernsehen hört und alles liest über Verläufe, ist nicht gerade hilfreich für die Psyche.“

Wo er sich angesteckt hat, kann er sich zumindest vorstellen. Doch der 36-Jährige ist ein Pragmatiker. Noch am selben Tag, als er die Nachricht vom Gesundheitsamt bekam, packte er Akten und alles Wichtige zusammen und begab sich ins Homeoffice. Den Betrieb in der Gemeindeverwaltung hatte er schon mit dem Tag der Schulschließungen begonnen neu zu ordnen, mit Einteilung in unabhängige Teams und Schichtdienst, damit alle allein in den Büros sind. „Eine Behörde muss ja leistungsfähig bleiben“, so Blatt. Hinzu kommt die Unterstützung des zweiten Bürgermeisters Otmar Parsche.

Erdwegs Bürgermeister Christian Blatt mit Corona infiziert: Er hat noch normal im Homeoffice weitergearbeitet

Zuhause hat er ganz normal weitergearbeitet und auf Symptome gewartet. Die kamen dann am letzten Märzwochenende: mit leichten Kopfschmerzen, später kamen starke Gliederschmerzen hinzu, „so wie ich es von Erkältungen kenne“. Ohne aber den für Covid- 19 typischen Husten und ohne den Geschmacks- oder Geruchssinn verloren zu haben. Im Prinzip habe er nur leichte Symptome gehabt. Doch natürlich habe er sich Gedanken gemacht, ob es noch schlimmer kommt. „Man kennt diese Krankheit ja nicht wirklich“, so Blatt.

Seit vergangenen Dienstag ist er symptomfrei, am kommenden Donnerstag darf er die häusliche Quarantäne verlassen und auch wieder „Kontakt“ zu seiner Frau und dem 20 Monate alten Sohn haben. „Wir hatten getrennte Schlafzimmer und mussten auch getrennt voneinander essen. Mein Arbeitszimmer war mein Quarantänezimmer“, erklärt der Großberghofener. Die ganze Familie durfte nicht aus dem Haus gehen. Eingekauft haben Freunde und Nachbarn: „Unsere Nachbarschaft in Großberghofen funktioniert gut.“

Nach Corona-Quarantäne: Christian Blatt nimmt am Donnerstag die Arbeit wieder auf

Schwierig sei es gewesen, seinen kleinen Sohn von ihm fernzuhalten. „Verstanden hat er es wohl nicht, dass ich zum Essen im Büro bleibe und er nicht zu mir kann“, meint Christian Blatt. Am Donnerstag nimmt der Rathauschef wieder die Arbeit auf. Just an dem Tag beginnen auch die Arbeiten am geplanten Eisenhofener Kinderhaus. „Das passt! Da gibt es schließlich viel zu besprechen.“

Christian Blatts Fazit: „Ich bin froh, dass ich die Krankheit mit einem sehr milden Verlauf überstanden habe. Aufgrund der schnellen, unkalkulierbaren Ausbreitung, der Vielzahl an Patienten mit mitunter schweren Verläufen und den noch notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung bin ich jedoch nicht gelassener, obwohl ich nun angeblich immun bin.“

Sabine Schäfer

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