VonFabian Dilgerschließen
Corona ist schuld – der DaVinci in Fürstenfeldbruck muss schließen. Schon jetzt gibt es keinen Mittagstisch mehr, ab September muss Gastronom Max Lienert auch die Caterings aufgeben.
- Die Corona-Krise in Bayern hat vor allem die Gastronomie hart getroffen.
- Catering-Services werden mangels Veranstaltungen kaum noch gebucht.
- Ein Brucker Partyservice muss deshalb jetzt nach 14 Jahren schließen.
- Noch mehr lokale Geschichten gibt es in unserem Regionen-Newsletter für FFB.
Fürstenfeldbruck - „Mein letztes Catering ist am 29. August und am 1. September trete ich den neuen Job an“, sagt Max Lienert (35) im Tagblatt-Gespräch. 14 Jahre lang gab es den DaVinci in der Kreisstadt, mit Mittagstisch, Partyservice und als Privatlokal für Gesellschaften. Eine echte Institution in der Stadt.
Begonnen hatte Lienert gemeinsam mit Florian Droglauer, der 2017 den Dorfwirt in Landsberied übernahm. „Ich habe von Anfang an bis jetzt dran geschmiedet wie ein kleines Kind“, sagt Lienert. Doch in den vergangenen Monaten hat die Corona-Pandemie das Geschäft kaputt gemacht. „Ich hatte eigentlich ein Bombenjahr vor mir. Corona hat leider sämtliche Aufträge, die Geld gebracht hätten, zerstört“, sagt Lienert.
Wegen Corona: Traditionslokal in Oberbayern muss nach 14 Jahren schließen - „Eigentlich ein Bombenjahr vor mir“
Schulfeste, Hochzeiten, Privatfeiern – alle Veranstaltungen abgesagt, die Lienert sonst mit Essen und Service versorgt. „Ich war ja eigentlich jedes Wochenende unterwegs.“ Diese Umsatzverluste konnte auch das Lokal vor Ort, das nach dem Lockdown mit Abholung und Lieferung wieder geöffnet hatte, nicht ausgleichen. Ein kleiner Trost: Lienert selbst hat gleich eine neue Stelle gefunden. Bei einem großen Gastronomen in München übernimmt er die Küchenleitung. Von den vier DaVinci-Angestellten sind zwei schon wieder versorgt.
Auch die vielen herzlichen Nachrichten zum Abschluss rühren den Wirt. „Ich wurde überschüttet. Ich habe seit Jahren viele Stammkunden. Die waren natürlich alle sehr derbleckt“, sagt Lienert. Das sei ein schöner Abschied gewesen, mit Briefen und Geschenken der Gäste an das Team. „Es war eine sehr schöne Zeit, bisweilen aber anstrengend. Wenn du den Beruf nicht lebst und liebst, dann würdest du ihn nicht jahrelang schaffen“, sagt Lienert im Rückblick auf die Zeit als eigenständiger Gastronom, die gerade am Anfang wirtschaftlich hart sein kann. Da brauche man eine Familie im Rücken, die Unterstützung liefert. „Ich habe sehr viele Leute kennengelernt, war viel unterwegs“, sagt Lienert über die vielen Bekanntschaften, die im Lauf der Jahre entstanden sind.
Wirt muss Lokal in Fürstenfeldbruck nach 14 Jahren schließen - Corona-Hilfen sind nur sehr umständlich zu bekommen
Geteilter Meinung ist er, was die Staatshilfen für Selbstständige angeht, die während der Pandemie geflossen sind. Zum Teil sei es schon zu spät gewesen, bis die Finanzspritzen ankämen. Für manche Unterstützung hätte er eine Umsatzbegrenzung gehabt, mit möglicher Rückzahlung der Gelder. Die Bürokratie sei auch nicht einfach zu bewältigen. „Ich habe 20 Seiten ausfüllen müssen, wie in die Insolvenz, da musstest dich komplett ausziehen dafür“, sagt er. „Das sind ein Haufen Steine, die einem in den Weg gelegt werden, wenn man eh schon viele Probleme hat.“
Weitere Nachrichten aus der Stadt Fürstenfeldbruck finden Sie hier.
