Wolfratshausen - Seit 1994 gibt's über den Dächern Wolfratshausens die Bergwaldbühne. Dass dort auch künftig Kultur unter freiem Himmel zu genießen ist, scheint zunehmend fraglich.
Die CSU plädiert dafür, die Bergwaldbühne abzubauen und stattdessen das Loisachufer für Veranstaltungen zu befestigen. „Die Bühne gehört aus unserer Sicht weg“, sagte der CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionschef Manfred Fleischer am Sonntag beim Stadtgespräch seiner Partei.
Wegen des „Waldinnenklimas“, so der diplomierte Forstwissenschaftler, sei die Holzbühne fast immer nass und somit glatt und gefährlich. Stadtrat Richard Kugler stört das Freilichttheater aus optischen Gründen. Die Aluminium-Konstruktion passe nicht auf den Kalvarienberg, sagte er. Über 50 000 Euro habe der Unterhalt der Waldbühne die Stadt im vergangenen Jahr gekostet, berichtete Fleischer. Ständig müssten Aufführungen wegen schlechten Wetters ausfallen. „Das lohnt sich einfach nicht mehr“.
Die Bergwaldbühne gibt es seit 1994. Sie entstand auf Vorschlag des damaligen Kulturreferenten Peter Struzyna. Zunächst wurde sie nach jeder Saison wieder abgebaut, seit 2007 ist sie fest installiert.
Das Open-Air-Kino, die Sautrogregatte und die Johannifeier hätten gezeigt, dass das Loisachufer als Veranstaltungsort viel besser geeignet sei als die Bergwaldbühne, urteilte Fleischer. Man müsste nur die Untergrundverhältnisse an der alten Floßlände verbessern.
Vor der CSU hatte sich bereits die städtische Kulturmanagerin Marion Klement skeptisch mit Blick auf die Bergwaldbühne geäußert. In einem Interview mit unserer Zeitung sagte sie: „Mein Herz sagt ja, 2012 gibt’s ein Bergwaldfestival, mein Verstand sagt nein.“ Denn die Freiluftbühne über den Dächern Wolfratshausens sei „schwer bespielbar, für die Besucher nur schwer zu erreichen“ und verursache so hohe Kosten, dass es kaum mehr zu vertreten sei. Heuer fiel das Bergwaldfestival nahezu komplett ins Wasser. (tal/cce)