Kommunalwahl 2020

CSU sucht Bürgermeister-Kandidaten: Einer wäre schon bereit

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Volle Rückendeckung: Die Führungsriege der Holzkirchner CSU feierte am Montag die Nominierung von Bürgermeister Olaf von Löwis (mitte) zum Landratskandidaten. Um seine Nachfolge im Holzkirchner Rathaus wird sich aller Voraussicht nach Christoph Schmid (3. v. r.) bewerben.
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Den Landkreis erobern, die Marktgemeinde aber nicht verlieren: Die Holzkirchner CSU wird 2020 zwei Spitzenkandidaten aufbieten. Einer ist bekannt.

Holzkirchen – Endlich ist es raus. Olaf von Löwis, seit Monaten Schattenkandidat der Kreis-CSU für den Posten des Landrats, trat am vergangenen Wochenende als designierter Kandidat ins Rampenlicht. Die einstimmige Nominierung durch Kreisvorstand und Kreistagsfraktion gab dem 64-Jährigen überraschend viel Rückenwind, auch die Parteifreunde aus dem Landkreis-Süden versammelten sich geschlossen hinter dem Kandidaten aus dem Norden.

Das heißt aber auch: Die Holzkirchner CSU, mit 180 Mitgliedern der stärkste Ortsverband im Kreis, hat Handlungsbedarf. Nach nur sechs Jahren, als sich Löwis in der Stichwahl gegen Birgit Eibl (FW) durchsetzen konnte, gilt es, einen neuen Bürgermeister ins Ziel zu bringen, ohne Amtsinhaber-Bonus. Als Ziel für die Kommunalwahlen 2020 strebe man einen Doppelsieg an, betont Franz: „Wir wollen den Bürgermeister und den Landrat stellen.“

Am Montag traf sich die Vorstandschaft des Ortsverbands, um die Marschroute abzustecken – und um Olaf von Löwis zu feiern. „Wir sind stolz auf die einstimmige Nominierung“, sagt Ortsvorsitzender Sebastian Franz. „Es gab minutenlangen Applaus für unseren Olaf“, freute sich Christine Schiffner. Schriftführerin und Sprecherin der Frauenunion, „das habe ich so nur auf CSU-Parteitagen erlebt.“ Die Nominierung wertet Franz „als eine Bestätigung für unsere Holzkirchner Politik, die entscheidend durch die CSU geprägt wurde“. Holzkirchen sei zum wirtschaftlichen Motor und zur Vorbildgemeinde für den Landkreis geworden.

Doch wie will die CSU in der „Vorbildgemeinde“ am Ruder bleiben? Wer wird Bürgermeisterkandidat? Franz fordert Geduld ein, will Rücksprache halten mit der Frauenunion, der Fraktion und der örtlichen JU. Namen will er noch keine nennen; auch auf die Frage, ob er sich selbst eine Kandidatur zutraut, will der 28-Jährige nichts sagen.

Immerhin ist ihm ein Anforderungsprofil zu entlocken: „Wer für die CSU ins Rennen geht, darf nicht nur verwalten, sondern muss gestalten können.“ Er oder sie müsse den Mut haben, innovative Projekte anzuschieben und auch einmal visionäre Gedanken entwickeln, die dem Ort weiterhelfen. „Wir werden sicher keinen Quereinsteiger präsentieren, sondern jemanden, der politische Erfahrung mitbringt.“

Jemanden wie Christoph Schmid, der als wahrscheinlichster Kandidat gilt. Der 49-Jährige sitzt seit 2011 im Marktgemeinderat, im Mai 2015 stieg er zum Fraktionssprecher auf. Er gilt als jemand, der politisch – anders als Olaf von Löwis – auch eine aggressivere Linie fahren kann. 

Schmid stammt aus Gersthofen (bei Augsburg). Seit 2001 wohnt der Vater eines 19-jährigen Sohns und einer 16-jährigen Tochter in Holzkirchen, wo er zwölf Jahre die Sparkassen-Geschäftsstelle leitete. Mittlerweile arbeitet der 49-Jährige als Firmenkundenberater am Hauptsitz in Miesbach.

Bei der Kommunalwahl 2014 zählte Schmid nicht zu den Stimmenkönigen, er rutschte damals mit seinem Ergebnis gerade noch in den Marktgemeinderat. Als Fraktionssprecher konnte er zuletzt aber mehr politisches Profil zeigen. Auch Schmid hält sich in Sachen Bürgermeister-Kandidatur bedeckt, verweist auf die Nominierungsversammlung im Herbst: „Aber wenn mich die CSU fragt, dann stelle ich mich dieser Verantwortung.“

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