Kommunalwahl 2026

CSU nominiert Amtsinhaberin: Koch visiert letzte Amtsperiode an

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Geschafft: CSU-Kandidatin Elisabeth Koch übermittelt die frohe Botschaft.
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Sechs Jahre noch – dann will sie Schluss machen im Rathaus: Die Garmisch-Partenkirchner CSU hat Amtsinhaberin Elisabeth Koch erneut zur Bürgermeister-Kandidatin nominiert. Die 63-Jährige erzielte ein solides Ergebnis. Die Koch-Kür hatte auch eine kuriose Note.

Garmisch-Partenkirchen - Ihr Kommentar signalisierte keine Euphorie, aber Zufriedenheit: Das passe schon, sagte Elisabeth Koch, nachdem der CSU-Ortsverband Garmisch-Partenkirchen sie am Donnerstagabend im Kurpark-Café Adlwärth nach 2019 zum zweiten Mal zur Bürgermeister-Kandidatin gekürt hatte. „Es war mir klar, dass es nicht 100 Prozent werden. Aber ich werde mich nicht verbiegen.“

Ein Stimmzettel zu viel: Koch-Kür benötigt zwei Durchgänge

Kurios war, dass es zwei Durchgänge brauchte, bis ein rechtlich wasserdichtes Ergebnis vorlag. Im ersten Versuch war ein Stimmzettel mehr eingesammelt worden, als überhaupt Wahlberechtigte anwesend waren. Im zweiten rief Wahlleiter Claus Gefrörer („Das ist ein Novum, zumindest soweit ich mich erinnern kann“) die 52 Mitglieder – ein relativ überschaubarer Kreis – dann einzeln namentlich zur Papier-Abgabe auf. 44 Stimmen waren gültig, 43 davon entfielen auf die einzige Kandidatin Koch. Blieben also acht ungültige – fast ebenso viele wie vor sechs Jahren –, die Interpretationsspielraum ließen.

Koch räumt ein: „Ich bin nicht immer bequem“

Doch Koch sprach‘s an diesem Abend selbst immer wieder an: Sie ist bisweilen keine Frau aus pflegeleichtem Teflon, sondern eher eine mit Ecken und Kanten, so ganz und gar nicht jedermanns Liebling. „Ich bin nicht immer bequem und rede keinem nach dem Mund, das liegt mir nicht“: So und so ähnlich formulierte es die Erste Bürgermeisterin, kokettierte fast schon mit diesem Wesenszug. Klartext redete sie auch, was die eigenen Perspektiven angeht: Sie versprach, weitere sechs Jahre ihre ganze Kraft einzusetzen, „dann habe ich ein gesegnetes Alter, um mich aus der Kommunalpolitik zu verabschieden“, sagte die 63-Jährige vor ihrer Kür, für die sie um „breite Zustimmung für mich, auch wenn es Vorbehalte gibt“, bat. Eine Periode also visiert Koch noch an, dann will sie Schluss machen.

Zweimal die identische Prozedur: Helfer um Wahlleiter Claus Gefrörer (l.) zählen die Stimmen bei der Kür von Elisabeth Koch zur CSU-Kandidatin aus.

Die Bürgermeisterwahl im März 2026 dürfte in Garmisch-Partenkirchen personell wieder gut bestückt mit Kandidaten sein. Die SPD schickte Peter Schimpf ins Rennen, zudem haben bislang Daniel Schimmer (Freie Wähler) und Dr. Stephan Thiel (Grüne) ihren Hut in den Ring geworfen; auch Martin Sielmann und Michael Bergmann kündigten an, sich bewerben zu wollen. Anton Hofer (Garmisch+Partenkirchen miteinander) hat sich noch nicht öffentlich erklärt.

Bei der CSU zeigte man sich am Donnerstagabend zuversichtlich, was Kochs Chancen betrifft. Gemeinderat Wolfgang Bauer, ein Mann mit politischem Gewicht, schwang sich vor der entscheidenden Abstimmung zum großen Fürsprecher auf. Warum man „die Sissi“ wieder wählen sollte? Seine Antwort in Kurzform: „Weil sie seit über fünf Jahren zeigt, dass sie es kann.“ Weil man sie brauche – und nicht wegen ihres sanftmütigen Wesens.

Koch: Es braucht Politik mit Haltung und Rückgrat

Koch tangierte in ihrer Bewerbungsrede viele große Themenfelder, die in der Ortspolitik eine Rolle spielen. Sie stellte sich unter anderem als verantwortungsbewusste, entscheidungs- und verhandlungsstarke Krisenmanagerin mit Herz dar, die für konsequentes, konservatives Verwaltungsagieren steht und sich für das Wohl der jungen wie der älteren Generation einsetzt. Es brauche Politik mit Haltung, mit Rückgrat, betonte Koch. Keine, die beifallsheischend sei und dazu diene, gut dazustehen.

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