Unverständnis bei der Feuerwehr

Beifahrer beschimpft  Dachauer Feuerwehrmann im Einsatz als „Opfer“

+
„Wir leisten Dienst am Nächsten und müssen uns beschimpfen lassen“, sagt Feuerwehr-Pressesprecher Wolfgang Reichelt enttäuscht (Symbolbild).
  • schließen

Eine Dachauer Feuerwehrmann ist bei einem Einsatz beleidigt worden. Der Helfer hob gerade eine Straßensperrung auf, als ihn der Beifahrer eines Lieferwagens beschimpfte.

Dachau – Kurz vor 15 Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Dachau am Samstag zusammen mit den Gündinger Kollegen zu einem Einsatz in die Brucker Straße in Mitterndorf alarmiert worden. „Auf Höhe der OMV-Tankstelle waren Öl und Betriebsstoffe ausgelaufen“, wie Wolfgang Reichelt, Pressesprecher der Feuerwehr, mitteilte. „Die Kollegen mussten die Fahrbahn halbseitig sperren.“ Am Ende des Einsatzes stellte ein 34-jähriger Feuerwehrmann noch die Ölspur-Warnschilder auf, als die Beleidigung ertönte.

Aus einem vorbeifahrenden Lieferwagen beschimpfte ihn ein Beifahrer als „Opfer“, so Reichelt. Obwohl sich der Feuerwehrhelfer gleich umdrehte, konnte er das Kennzeichen nicht mehr erkennen. „Und die Polizei war zu dem Zeitpunkt schon weg.“

„Wir machen das ja nicht zum Spaß“

Offenbar hatte es der Beifahrer im Lieferwagen eilig und war verärgert über die Straßensperre – „aber wir machen das ja nicht zum Spaß und wären auch lieber daheim bei der Familie“, sagt Reichelt. „Wir leisten Dienst am Nächsten und müssen uns beschimpfen lassen.“ Leider sie das nichts Neues – „das war vor 20, 30 Jahren auch schon so“.  

Beschimpft und beleidigt: Das müssen Feuerwehrler aushalten - Bürgermeister findet deutliche Worte

Sie retten ehrenamtlich Leben und opfern dafür ihre Freizeit. Doch was sich Feuerwehr-Einheiten mittlerweile während ihres Dienstes gefallen lassen müssen ist bodenlos. Mittenwalds Rathauschef appelierte jetzt an seine Mitbürger, berichtet Merkur.de.

Nach Ekel-Einsatz für Feuerwehr: „Beleidigungen sind fast schon normal“

Sie opfern ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Doch immer öfter kommt es vor, dass Feuerwehrleute im Einsatz beleidigt oder sogar angegangen werden, so auch in Bichl bei Bad Tölz im Mai, wie Merkur.de meldete

Kommentare