VonStefanie Zipferschließen
Eine 17-Jährige ist in Dachau-Ost von einem Rottweiler angefallen und schwer verletzt worden. Über den Tathergang gibt es unterschiedliche Aussagen.
Dachau – Es muss ein schöner Nachmittag gewesen sein, den Tanja F. (Name geändert) am Sonntag erlebt hat. Wie ihre Mutter gegenüber der Heimatzeitung berichtet, war die 17-jährige Karlsfelderin mit ihrer Freundin in Dachau-Ost unterwegs.
Die beiden hatten gerade bei McDonalds gegessen, als sie sich noch mit zwei Freunden auf einer Grünfläche in Dachau-Ost treffen wollten. Um zirka 18 Uhr dann begann der schöne Tag aber zu einem Alptraum zu werden.
Denn: Einer der beiden Freunde besitzt einen Rottweiler, der laut Polizei zwar den sogenannten Wesenstest bestanden hatte, aber den Chihuahua von Tanja F.’s Freundin nicht ausstehen kann. Wichtig in dem Zusammenhang: Laut Polizei wussten die beteiligten Jugendlichen, „dass sich die Tiere nicht verstehen“.
In der Bayerischen Kampfhundeverordnung firmieren Rottweiler in der Kategorie II, in der ihre „Eigenschaft als Kampfhund widerlegbar vermutet wird“. Mit anderen Worten: Kann der Halter ein Gutachten in Form eines sogenannten Wesenstests vorlegen, der eine gesteigerte Aggressivität oder Gefährlichkeit des Hundes verneint, dann gilt für seinen Vierbeiner keine Maulkorb-, sondern lediglich normale Leinenpflicht.
Verschiedene Aussagen über Treffen
Über das Treffen der vier Jugendlichen auf der Grünfläche gibt es nun unterschiedliche Aussagen. Die Mutter Tanja F.’s berichtet, dass ihre Tochter grundlos und von hinten von dem Rottweiler angegriffen worden sei.
Eine Zeugin sagte dagegen bei der Polizei aus, dass der Rottweiler eigentlich den Chihuahua habe anfallen wollen und erst, nachdem sich Tanja F. schützend vor den kleineren Hund gestellt habe, auf sie losgegangen sei.
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Fest steht, dass der Hund sich regelrecht im Oberschenkel des Mädchens verbiss. Ihre Tochter habe noch verzweifelt versucht, mit den Händen das Maul des Tieres zu öffnen, der an ihrem Bein hing, berichtet die Mutter unter Tränen. Nachdem der Rottweiler endlich von der 17-Jährigen abgelassen hatte, brachte die Freundin sie sofort ins Dachauer Krankenhaus. Die beiden jungen Männer sollen in der Zwischenzeit ungerührt nach Hause gegangen sein.
Tiefe Narbe wird bleiben
Die Folgen für das Opfer sind bitter: An ihrem Bein wird sie eine tiefe Narbe ein Leben lang an den Vorfall erinnern. Aktuell muss sie zudem hohe Dosen Antibiotika und Schmerzmittel nehmen.
Doch auch dem Halter des Rottweiler droht Ungemach. Die Hundestaffel Fürstenfeldbruck ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Und die, weiß eine Sprecherin der Polizei in Dachau, „sind Spezialisten. Die werden sich den Fall nun genau anschauen“.
Auch diese Angriffe sorgten für Entsetzen:
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