VonSebastian Grauvoglschließen
Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wie lange Sie zu Fuß vom Habererplatz zum Warmfreibad brauchen: Jetzt wissen Sie’s. Und die neuen Schilder in Miesbach können noch mehr.
Miesbach – Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wie lange Sie zu Fuß vom Habererplatz zum Warmfreibad brauchen: Jetzt wissen Sie’s. Exakt zwölf Minuten, verrät die neue Info-Stele am Parkplatz. Und noch eine ganze Menge mehr. Auch alle anderen wichtigen Ziele in der Kreisstadt wie Marktplatz, Kirchen, Ämter und Schulen sind auf den in den Farben des Stadtwappens Rot und Weiß lackierten Metalltafeln verzeichnet. Jeweils mit Zeitangabe, Symbolen und Richtungspfeilen.
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Elf solcher Stelen wurden in den vergangenen beiden Tagen in Miesbach aufgestellt. Hinzu kommen elf Schilderbäume mit reinen Wegweisern sowie weitere kleinere Info-Tafeln. Insgesamt 56 Standorte werden abgedeckt. „Jedes Ziel ist barrierefrei erreichbar – und hat auch einen Anschluss“, sagt Max Kalup, stellvertretender Leiter des Kulturamts Waitzinger Keller, der zusammen mit Wanderexperte Holger Wernet vom Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) das Projekt betreut hat.
Eigentlich sollte der Startschuss bereits 2015 fallen. Doch das städtische Haushaltsloch brachte das zwischen 40 000 bis 50 000 Euro teure Vorhaben ins Straucheln. Die Pläne wanderten in die Schublade. Ende 2017 holten Kalup und Wernet sie wieder heraus. Mehrere Male marschierten sie selbst alle Routen ab. Die Auswahl vergleicht Wernet mit einem Puzzle. „Wir mussten sinnvolle Achsen schaffen und darauf achten, dass kein Weg im Niemandsland endet.“
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Die Minutenangaben wurden mit einer Formel berechnet. Sie nimmt an, dass der durchschnittliche Fußgänger in durchschnittlicher Topografie vier Kilometer pro Stunde zurücklegt, erklärt Wernet. Die Strecke in Metern auszuweisen, wäre benutzerunfreundlich gewesen, so Kalup. „Die Leute sollen nicht umrechnen müssen.“
Das System ist übrigens variabel. Sollten Ziele hinzukommen, könne man diese als neues Modul in die Stelen einfügen, erklärt Kalup. Das erleichtere auch den Austausch bei Beschädigungen. Stand jetzt sind er und Wernet aber zufrieden mit den neuen Schildern: „Damit ist Miesbach richtig gut aufgestellt.“
