Garmisch-Partenkirchen - Der Platz vor dem Garmisch-Partenkirchner Eisstadion wird Altbürgermeister Neidlinger gewidmet - zur Freude von zahlreichen Weggefährten des verdienten CSU-Politikers.
Das Eishockey-Fieber hat ihn gleich bei seinem ersten Besuch im Stadion gepackt. „Damals war er neun Jahre alt“, weiß Barbara Hopfner-Müller aus Erzählungen. Und seit diesem Tag 1949 gehörten für Toni Neidlinger die Heimspiele des SC Riessersee zum Pflichtprogramm. „Wir haben viele Stunden hier verbracht“, erinnert sich die frühere Lebensgefährtin des Garmisch-Partenkirchner Altbürgermeisters. Dass der Platz vor dem Stadion am Freitagabend in Bürgermeister-Neidlinger-Platz umbenannt wurde, findet sie „eine tolle Lösung“.
Diese Würdigung habe sein Vorgänger unbedingt verdient, betont auch der amtierende Rathaus-Chef Thomas Schmid (CSB). „Neben Politik und Kultur war Eishockey seine große Leidenschaft.“ Mit der Verleihung der Ehrenbürger-Würde habe Neidlinger zwar bereits die höchste Auszeichnung, erhalten, die der Markt vergeben kann. „Aber die ist nicht sichtbar.“ Dass der CSU-Politiker jetzt mit einem Platz in seiner Heimatgemeinde verewigt wurde, „begeistert mich“.
Der Weg zu dieser Umbenennung war freilich nicht ganz einfach. Zunächst war vorgesehen, ihm ein Drittel des Partnachuferwegs zu widmen. Ein Vorschlag, der bei fast allen Parteien auf Unverständnis stieß und der aufgrund der intensiven Berichterstattung im Tagblatt überdacht wurde. „Es war eine unwürdige Diskussion“, meint Hopfner-Müller. Genau die sei aber offenbar notwendig gewesen, um eine gute Lösung zu finden, unterstreicht Schmid. „Mit der bin ich mehr als zufrieden.“ Dem kann sich die langjährige Partnerin des Altbürgermeisters, der 24 Jahre lang die Geschicke der Marktgemeinde gelenkt hatte, nur anschließen: „Darüber hätte sich auch der Toni gefreut.“
Der Freitagabend war in doppelter Hinsicht symbolträchtig: Zum einen fand die feierliche Einweihung des neuen Platzes, die eine Abordnung der Musikkapelle Garmisch umrahmte, an Neidlingers achtem Todestag statt. Zum anderen schauten sich die geladenen Gäste, unter denen sich viele Weggefährten des verdienten Politikers befanden, anschließend in Gedenken an ihn das SCR-Heimspiel an. „Das ist eine sehr runde Sache“, erklärt SCR-Manager Ralph Bader, der zudem für das CSB im Gemeinderat sitzt. Die Anregung, den Altbürgermeister durch die Umbenennung des Platzes am Stadion zu würdigen, stammte von ihm. „Ich freue mich, dass das sofort aufgenommen und letztlich auch umgesetzt wurde.“
Seine Begeisterung teilen frühere CSU-Gemeinderäte: „Endlich wird Toni Neidlinger so gewürdigt, wie er es verdient hat“, sagt Franz Braun. Der Platz sei perfekt, „schließlich lag ihm das Eisstadion sehr am Herzen“. Der SCR sei ein bedeutender Teil seines Lebens gewesen, bestätigt Andreas Hutter. „Damit wäre er sicher einverstanden gewesen.“ (tab)