VonCarl-Christian Eickschließen
Der Stadtrat hat „Ja“ gesagt: Wer sich künftig in Wolfratshausen trauen lassen möchte, kann dies in einem prominenten Gebäude tun.
Wolfratshausen – Im April 2020 begann die Generalsanierung und Erweiterung der städtischen Immobilie am Untermarkt 10. Voraussichtlich im Oktober, das kündigte Rathauschef Klaus Heilinglechner (BVW) in der jüngsten Bürgerversammlung in der Loisachhalle an, sind die Arbeiten abgeschlossen. Künftig können in dem denkmalgeschützten Gebäude standesamtliche Trauungen stattfinden. Diese Entscheidung fällte der Stadtrat kurz vor der politischen Sommerpause einstimmig.
Wer traut sich: Wolfratshausen schafft neuen Raum für standesamtliche Hochzeiten
Mit den aufwendigen Baumaßnahmen beauftragt ist die Dienstleistungs GmbH der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (StäWo), eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Kommune. Das prominente Eckhaus in der Altstadt beheimatet künftig das Museum der Flößerstadt, eine zentrale Anlaufstelle für Touristen und ein rund 100 Quadratmeter großes neues Ladenlokal. Einen Mieter für das Geschäft hat die Stadt wie berichtet vor einigen Wochen gefunden. Rund 5,5 Millionen Euro hat die Kommune in das Gesamtprojekt investiert, zwei Millionen Euro davon flossen als staatliche Fördermittel wieder zurück in den Stadtsäckel.
Wolfratshausen: Neue Räumlichkeit entspricht dem Personenstandsgesetz
Der neue Multifunktionsraum im Museum am Untermarkt 10, das „Wallner-Bockhorni-Kabinett“, steht nicht nur für Sonderausstellungen und Vortragsveranstaltungen zur Verfügung – sondern auch denen, die ihre Liebe standesamtlich beurkunden lassen möchten. Nachdem der Hauptausschuss die notwendige förmlichen Umwidmung des Raumes vorberaten hatte, stimmte der Stadtrat mit 23:0 Stimmen zu: Somit ist der Multifunktionsraum künftig „als Eheschließungsort außerhalb des Trauzimmers im Rathaus zugelassen“. Zuvor hatte Hubert Bernwieser vom Rathaus-Referat „Bürgerservice“ den Räten erläutert, dass laut Personenstandsgesetz die Eheschließung „in einer der Bedeutung der Ehe entsprechenden würdigen Form, die dem Standesbeamten eine ordnungsgemäße Vornahme seiner Amtshandlung ermöglicht“ vollzogen werden müsse. Diese äußeren Rahmenbedingungen erfülle der neue Multifunktionsraum im Museum, so Bernwieser.
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Details zur praktischen Umsetzung sind noch nicht geklärt. Dazu gehört die Antwort auf die Frage, was eine Hochzeit im Museumsraum Braut und Bräutigam kosten wird. „Denkbar“, so hatte es Bernwieser in der Beschlussvorlage formuliert, wäre zum Beispiel eine „Gebührenstaffelung“ zum Trauzimmer im Rathaus und im „Wallner-Bockhorni-Kabinett“.
Grünen-Rat fragt sich, wer den Raum „ausräumt“
Einige Fragen hatte in der Stadtratssitzung noch Rudi Seibt (Grüne). Er wollte unter anderem wissen, wer sich „ums Ausräumen“ des Raumes vor und nach Trauungen kümmere. Darüber hinaus interessierten ihn technische Details zu zwei Türen im Multifunktionsraum, ob das Mobiliar „aus fairer Produktion stammt“ und warum es keinen Beamer gebe.
„Der Raum ist mit einem Beamer ausgerüstet“, berichtete Rathauschef Heilinglechner. Fürs Ausräumen sei der Hausmeister verantwortlich – und Einzelheiten zu den Türausführungen und dem Mobiliar werde er Seibt nachliefern. (cce)
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