„RaumdurchKunst“

Neue Kunsthalle im kleinen Sindelsdorf soll Großes bewirken

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Der Kunst einen Raum geben: Dazu möchte Yvonne Fontane mit ihrer Kunsthalle beitragen, deren Inneres von einem großen Kubus dominiert wird. In seinem Inneren sollen Kunstinstallationen ausgestellt werden, sein Dach soll als Zuschauerbereich sowie als Raum für Workshops dienen.
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„RaumdurchKunst“: Das ist der Name der neuen Kunsthalle, die Yvonne Fontane und ihr Partner Manfred Dangl gerade in Sindelsdorf errichten. Noch ist hier Baustelle, doch ab 9. September soll in dem modernen Gebäude sowie in den Außenanlagen Kunst jeglicher Spielart präsentiert werden. Der Kartenvorverkauf für die ersten Veranstaltungen hat gerade begonnen.

Sindelsdorf – Der Name deutet es schon an: „RaumdurchKunst“ steht für ein Ineinanderfließen von Kunst und Architektur. Für einen Raum, in dem Malerei und Musik, Installationen, Plastiken und die verschiedensten Bühnenveranstaltungen Raum finden sollen, um die Besucher zu inspirieren.

Während das Freigelände des Grundstücks Anfang Juli noch Baustelle ist, ist die Kunsthalle in ihrem Inneren schon nahezu fertig. Geschäftsführerin Yvonne Fontane steht in einem 23 mal 10 Meter großen, hellen Raum. An den Wänden hängen erste Bilder und an einer Schmalseite steht ein variales Bühnenelement für künftige Band-Abende, Vorträge, Comedy-Veranstaltungen oder Diskussionsrunden. Gegenüber davon: ein riesiger Kubus. Ein Raum im Raum quasi, mit Vorhängen und flexiblen Wand-Elementen, die sich auch als Stellwände für Bilder eignen. Und einem begehbarem Dach. „So kann man als Besucher die Perspektive wechseln“, erklärt Fontane. Denn vom Dach des Kubus aus könne man die Kunstwerke unter sich ganz anders entdecken. Außerdem möchte Fontane die Fläche Unternehmen als geschützten Raum für Workshops oder Mediations-Veranstaltungen anbieten. Im Innern des Würfels plant Fontane eine Art begehbare Ausstellung von Kunstinstallationen, die sie mittels Scheinwerfer und verschiedenen Farbtönen in Szene setzen kann.

Verschiedene Kunstformen sollen sich „gegenseitig bewirken und voneinander speisen“

Das ganze Raumkonzept, inklusive eines flexiblen Barbereichs, so erklärt die gebürtige Münchnerin, sei darauf ausgerichtet, den verschiedenen Kunstformen möglichst viel Flexibilität zu ermöglichen. „Sie sollen sich gegenseitig bewirken und voneinander speisen.“ Während ein Maler etwa seine Bilder zu einem bestimmten Thema präsentiere, könnten Lesungen das selbe Motiv aufgreifen. Alle Bilderausstellungen, so Fontane, sollen zeitlich begrenzt sein und ein übergeordnetes Thema haben. Das Thema für die erste Schau stehe bereits fest: die vier Elemente. Dazu sei eine Lesung geplant, die sich ebenfalls mit Feuer, Wasser, Erde und Luft beschäftige.

2012 sei sie aus London zurück in die Region gekommen. Und als die Pandemie ihr dann die berufliche Existenz genommen habe, wagte sie sich zusammen mit ihrem Partner, dem Sindelsdorfer Steinmetz Manfred Dangl, an die Verwirklichung ihres Herzensprojekts: einer Kunsthalle. Das passende Grundstück fand das Paar vor einiger Zeit passender Weise in Sindelsdorf (wir berichteten) – dem Ort, an dem einst die Künstler des „Blauen Reiter“ wirkten. „Kunst soll hier nahbar werden“, beschreibt Fontane ihre Intention. Dass das ausgerechnet in dem Ort geschehen soll, in dem Franz Marc ein Zuhause fand, „das ist zwar ein wunderbarer Zufall“. Aufgreifen wolle sie diese Vergangenheit in ihrem Projekt aber nicht.

„Ziel ist die Symbiose zwischen verschiedenen Kunstformen“

Viel lieber wolle sie den verschiedensten lebenden Künstlern die Möglichkeit geben, Werke auszustellen oder sich mit Musik, Theater und Co. zu präsentieren. „Ich bin da für vieles offen. Mein Ziel ist die Symbiose zwischen verschiedenen Kunstformen.“ Maximal 60 Besuchern auf einmal biete die Kunsthalle Platz, um etwa Lesungen, Vorträgen und Co. zu lauschen. Zu regulären Öffnungszeiten sollen alle Interessierten kommen und Kunst im Innern des Gebäudes, aber auch Kunst im Außenbereich genießen können. „Es ist eine Stimmung, eine Atmosphäre, die ich hier kreieren will.“ Außerdem plant Fontane jeden letzten Dienstag im Monat einen „After-Work-Treff“. „Hier sollen spontan Leute zusammenkommen können, die etwas ausprobieren wollen.“ Etwa einen selbst verfassten Text vortragen oder sich als Sänger auf der Bühne versuchen.

Eröffnet werden soll die Kunsthalle am Samstag, 9. September. Am Ablauf dafür wird noch gearbeitet. Alle Interessierten seien eingeladen, so Fontane. Tickets für erste Veranstaltungen seien ab sofort im Vorverkauf erhältlich.

Informationen

finden Künstler, die bei Yvonne Fontane ihre Kunst präsentieren oder Unternehmen, die hier einen Workshop abhalten wollen, unter www.raumdurchkunst.de. Hier findet man auch das Programm der ersten Wochen.

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