VonAndreas Beschornerschließen
Fahrenzhausen hat die Wahl. Wieder einmal. Nachdem die Kommunalaufsicht den ersten Wahlgang für ungültig erklärt hat, steigt Susanne Hartmann am 30. April erneut in den Ring. Dieses Mal alleine.
Fahrenzhausen – Ein bisschen erinnert es an „Täglich grüßt das Murmeltier“: Am Sonntag, 30. April, sind die Fahrenzhausener aufgerufen, ihr Gemeindeoberhaupt zu wählen. Schon wieder. Notwendig ist der neuerliche Urnengang bekanntlich deshalb, weil der erste und zweite Versuch – also die Wahl und die Stichwahl im Herbst vergangenen Jahres – aufgrund von Verfehlungen des damaligen Wahlleiters und Zweiten Bürgermeisters Andreas Karl (FWE) von der Kommunalaufsicht für ungültig erklärt wurden. Damals hatte es Susanne Hartmann, die FDP-Kreisrätin aus Hohenkammer, die für die FWE angetreten war, im ersten Wahlgang ganz knapp vor Günter Fuchs (CSU) zusammen mit Alexandra Karl (Grüne) in die Stichwahl geschafft. Dort hatte sie dann relativ deutlich gesiegt.
Beim dritten Versuch nun hat sich Hartmann mit keinen Mitbewerbern auseinanderzusetzen: Nachdem erst Fuchs und dann auch Alexandra Karl ihren Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur erklärt haben, ist es am Sonntag ein Solo für Susanne Hartmann. Das Freisinger Tagblatt hat die „Titelverteidigerin“, die die vergangenen Wochen zum Krafttanken genutzt hat, befragt.
Freisinger Tagblatt: Sie waren jetzt einige Wochen lang nicht mehr im Amt. Ist Ihnen das schwergefallen?
Susanne Harmann: Nachdem ich von Beginn an viel Herzblut in die Amtsführung gesteckt hatte, ist es mir tatsächlich nicht leicht gefallen, das Rathaus am 3. März zu verlassen. Ich vermisse insbesondere die gute Zusammenarbeit mit meinem neuen Team in der Verwaltung, mit dem ich sofort eine sehr konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit gefunden habe. Ich hoffe, dass ich nach der Wahl am 30. April daran anknüpfen kann.
Was haben Sie in dieser Zeit getan? Waren Sie trotzdem im Rathaus und haben bei den Entscheidungen und Themen mitgewirkt?
Am 3. März habe ich die Amtsgeschäfte vollständig an den 2. Bürgermeister übergeben. Die Entwicklungen in der Gemeinde habe ich natürlich als Bürgermeisterkandidatin sehr aufmerksam verfolgt. In den knapp zwei Monaten habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Auch nutzte ich die Zeit für einen Kurzurlaub und einem Besuch bei meiner Mutter im Ruhrgebiet, um meinen Akku wieder aufzuladen. Auch Fortbildungen für das Bürgermeisteramt standen auf meiner persönlichen Agenda.
Die letzten Tagesordnungen für die Gemeinderatssitzungen waren ja nicht so „spektakulär“. Standen keine wichtigen Entscheidungen an oder war das der Tatsache geschuldet, dass Sie eben nicht im Amt waren?
Wichtige Themen wie die Verabschiedung und die Genehmigung des Haushalts 2023 wurden ja bereits zu meiner Amtszeit abgeschlossen. Auch der Beginn von Straßensanierungen, etwa der Moosstraße, wurde angestoßen. Zu den Entscheidungen im Gemeinderat, die oft auch in der nichtöffentlichen Sitzung getroffen werden, kann ich nichts sagen, da ich derzeit ja nicht im Amt bin.
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Wieso haben Sie keine Wahlveranstaltungen gemacht?
Ich kann bei der Nachwahl auf die breite Unterstützung aller im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen zählen, also von CSU, FBL, SPD, FDP und natürlich von der FWE. Das ist eine gute Ausgangsbasis für die Nachwahl. Der Wahlkampf im Herbst war mit über 30 Veranstaltungsterminen sehr intensiv und ich denke, alle Bürger hatten Gelegenheit, mich während meiner Amtszeit kennenzulernen. An diesem Wochenende wird mein aktueller Wahlkampfflyer an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt. Am 26. April habe ich um 18 Uhr zum Stammtisch im Gasthaus Graßl eingeladen, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Gibt es aus Ihrer Sicht am nächsten Sonntag noch Unwägbarkeiten?
Ich persönlich hoffe im Sinne meiner demokratischen Legitimierung, dass die Wahlbeteiligung ähnlich hoch ist wie im letzten Jahr und dass ich in der Zwischenzeit viele Bürgerinnen und Bürger, die mich beim letzten Mal nicht gewählt haben, von mir überzeugen konnte. Es gilt für mich also auch bei dieser Wahl das Motto: „Jede Stimme zählt!“
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