VonThomas Kasparschließen
Es ist schwer in der Lokalzeitung zu lügen, ist eine von mehreren Kernaussagen, die uns über tausend befragte Leser zum Lokaljournalismus geliefert haben. Die Studienergebnisse zusammengefasst hat Thomas Kaspar.
Nachrichten polarisieren. Das zeigt unsere neue Studie deutlich: 49 Prozent der Befragten haben schon einmal Streit wegen Falschnachrichten im privaten Umfeld erlebt. Fake News sind längst in unseren Küchen, an den Weihnachtsbäumen und bei Familienfeiern angekommen. Nachrichten informieren nicht nur – sie spalten auch. Kein Wunder, dass viele Menschen skeptisch geworden sind.
In unserer Umfrage haben wir Leserinnen und Leser gefragt, wie sie sich lokal informieren, was sie erwarten und was sie sich von ihrer Lokalredaktion wünschen. 1184 Menschen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen haben geantwortet. Die Ergebnisse sind spannend – und auch überraschend.
Diese Webseite ist Teil von IPPEN.MEDIA – Das Netzwerk für Lokaljournalismus.
Größte Plattform für Lokaljournalismus in Deutschland: Mehr als 80 Marken, darunter Münchner Merkur, Frankfurter Rundschau, HNA, Kreiszeitung und Westfälischer Anzeiger mit ihren lokalen Titeln.
Print-Auflage: Täglich rund 750.000 Exemplare der Tageszeitungen und wöchentlich mehrere Millionen Exemplare der Wochenzeitungen.
Digitale Reichweite: Die digitalen Angebote werden monatlich rund 300 Millionen Mal besucht, eines der größten digitalen Medienhäuser in Deutschland.
Gesamt-Reichweite: Das Netzwerk erreicht rund die Hälfte aller Deutschen.
Redaktionelle Stärke und regionale Reichweite: 2000 Journalisten berichten täglich aus über 100 Landkreisen in ganz Deutschland.
Weitere Informationen auf IPPEN.MEDIA.
Was interessiert die Menschen wirklich?
Verkehr und Mobilität stehen ganz oben: Infos zu Staus, Baustellen und ÖPNV-Störungen sind für fast alle zentral. Bei den über 45-Jährigen ist lokale Politik der Spitzenreiter. Das Interesse an demokratischen Prozessen und Entscheidungen vor Ort ist ungebrochen. Auch die lokale Wirtschaft ist wichtig: Wie geht es den Unternehmen? Gibt es neue Jobs oder Insolvenzen?
Klassische Themen verlieren an Bedeutung
Sport, Vereine und Veranstaltungen – einst Kern des Lokaljournalismus – rutschen ab. Viele holen sich diese Infos inzwischen in sozialen Medien. Trotzdem erwarten manche, dass Redaktionen weiterhin Orientierung geben und Tipps liefern.
Junge Leser sind nicht verloren
Auch junge Menschen suchen lokale Nachrichten. Sie nutzen Apps, Webseiten, soziale Medien und Newsletter. Interessant: Wenn sie sagen „Ich habe ein Abo“, meinen sie oft digitale Angebote. Doch ihr Anspruch ist derselbe wie der der älteren Generation: sorgfältig geprüfte Inhalte von der Redaktion.
IPPEN.MEDIA-„Tag des Lokaljournalismus“
Eine lebendige Demokratie braucht starke, unabhängige Lokalmedien – heute mehr denn je. Um diese Bedeutung herauszustellen, veranstaltet das Netzwerk von IPPEN.MEDIA am 15. Mai den Tag des Lokaljournalismus. Gemeinsam publizieren alle Marken auf sämtlichen Publikationswegen hunderte Beiträge, die die Relevanz von Lokaljournalismus für die Menschen, die Regionen und die Gesellschaft zeigen. Alle Texte, Videos und Bilder finden Sie auf den Webseiten verlinkt und auf Social-Media-Kanälen unter #näherdran #TagdesLokaljournalismus.
Mit alldem wollen wir zeigen, wie relevant guter Lokaljournalismus für unsere Gesellschaft ist und Sie, liebe Leserinnen und Leser, einladen, noch aktiver zu einem guten Lokaljournalismus in Ihrer Region beizutragen, in dem Sie sich direkt in unserem Netzwerk registrieren und viele Vorteile genießen. Denn jeder verdient Qualitätsjournalismus in seiner Heimat. IPPEN.MEDIA – näher dran.
Lokalzeitungen genießen Vertrauen
Quer durch alle Altersgruppen vertrauen die Menschen Lokalredaktionen am meisten. Fake News vermuten sie vor allem bei Alternativmedien (84 Prozent), Influencern (78 Prozent) und Privatpersonen (31 Prozent). Nur fünf Prozent sehen Lokalzeitungen als Quelle für Falschnachrichten.
Warum ist das so? Lokaljournalisten arbeiten oft genauer, weil ihre Fakten überprüfbar sind. Ein falsch geschriebener Straßenname fällt sofort auf – und macht alles andere unglaubwürdig. In der Lokalzeitung haben Lügen kurze Beine, denn die Wahrheit liegt oft nur einen Spaziergang entfernt.
Acht Lehren für den Lokaljournalismus der Zukunft
- Lokales bleibt Kernaufgabe: Leser erwarten klare, regionale Berichterstattung, die ihren Alltag betrifft.
- Aktualität entscheidet: Schnelle Updates und zeitnahe Infos sind unverzichtbar für Vertrauen und Relevanz.
- Tiefe statt Oberflächlichkeit: Hintergrundberichte und kritische Recherchen machen den Unterschied.
- Mehr positive Geschichten: Hoffnung und Erfolgsgeschichten sind genauso gefragt wie Krisenberichte.
- Digital ist Pflicht: Kostengünstige Apps, Pushmeldungen und smarte Suchfunktionen sind der neue Standard.
- Leser wollen mitreden: Beteiligung durch Umfragen und User-generierte Inhalte stärkt die Bindung.
- Junge Leser erreichen: Kurze, prägnante Inhalte und Themen aus der Lebenswelt der Jugend sind essentiell.
- Vielfalt gewinnt: Themen wie Umwelt, Kultur und Vereine ergänzen die klassischen Nachrichten.
Ein klarer Auftrag an die Redaktionen
Doch Vertrauen allein reicht nicht. Die Leser fordern Neutralität. Sie wollen keine Polarisierung, sondern Berichte, die alle Seiten beleuchten. Hundertfach betonen sie, wie wichtig es ist, Aussagen vor Ort zu hinterfragen, Orientierung zu bieten und sachlich zu bleiben.
Das ist kein einfacher Auftrag – gerade in Zeiten sinkender Abonnements. Aber es ist ein Auftrag, der zeigt, wie wichtig Lokaljournalismus bleibt.
