Sei nicht nachvollziehbar

Linie 29 wird gestrichen: Verein kritisiert die MVG: „Verschlechterungen als Verbesserung verkauft“

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Der Verein Straßenbahnfreunde München kritisiert die geplante Einstellung der Tramlinie 29. Die Verkehrsgesellschaft nehme Verspätungen bewusst in Kauf.

München – Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will den Betrieb der Tramlinie 29 einstellen. Grund seien laut MVG weitere Kapazitätsausweitungen auf den Linien 19, 20 und 21. Dort sollen ab Fahrplanwechsel größere Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Einstellung der Linie 29 sei jedoch nicht nachvollziehbar, schreibt der Verein Straßenbahnfreunde München.

Die Tramlinie 29 wird ersatzlos gestrichen. Seit dem 16. Dezember 2019 verbindet sie den Willibaldplatz mit de Haltestelle Hochschule an der Lothstraße.

Kritik an der Einstellung der Tramlinie 29: Die vorgestellten Berechnungen ergäben weniger Trambahnen

Die von den Verkehrsbetrieben vorgestellten Berechnungen ergäben durch den Einsatz größerer Fahrzeuge nicht mehr, sondern weniger Tram auf den stark stark belasteten Strecken in der Landsberger und Dachauer Straße. Die ursprünglich geplante Verlängerung nach Pasing habe Sinn. Ebenso sei eine Verlängerung zum Westfriedhof notwendig. Denn mit der Inbetriebnahme des Strafjustizzentrums am Leonrodplatz im kommenden Frühjahr sei mit mehr Fahrgästen zu rechnen.

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Die 2019 eingeführte Linie 29 war Teil einer ab 2020 vorgesehenen Angebotsoffensive. Sie beinhaltete unter anderem Taktverdichtungen auf weiteren stark ausgelasteten Straßenbahnstrecken. Sie sollte umgesetzt werden, wenn genügend Fahrzeuge vorhanden sind. Diese seien nun vorhanden, sagen die Straßenbahnfreunde. Und die Fahrgastzahlen hätten nach den Corona-Jahren 2020 und 2021 längst wieder das Niveau von 2019 erreicht

Kritik an der Einstellung der Tramlinie 29 in München: MVG nehme Belastungen für Fahrgäste in Kauf

„Die MVG zeigt sich nicht als Mobilitätsmacherin, wenn sie Verschlechterungen als Verbesserung verkauft“, sagt Vereinssprecher Ben Neudek. „Sie nimmt erhebliche Belastungen für Fahrgäste und Verspätungen in Kauf. Die Verkehrswende darf nicht ausgebremst werden, sondern muss aufgegleist werden.“

Rubriklistenbild: © Jantz

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