Oberbräu, Föchinger Hof und Co.

Diese vier beliebten Wirtschaften stehen leer: Für zwei gibt es gute Nachrichten

+
Oberbräu: seit Ende Juni dicht.
  • schließen

In nur sechs Monaten haben vier beliebte Wirtschaften im Raum Holzkirchen den Betrieb eingestellt. Nun stehen sie leer. Die Frage, die sich viele stellen: Wie lange noch? Ein Überblick.

Holzkirchen – Im Februar der Föchinger Hof, im April der Schreinerwirt in Kleinhartpenning, und im Sommer das Doppel-Aus für den Oberbräu und das Le Tire Bouchon: Innerhalb eines halben Jahres haben gleich vier beliebte Lokale in und um Holzkirchen zugesperrt. Sehr zum Bedauern ihrer Gäste, die sich jetzt natürlich fragen: Wie geht es jetzt weiter? Ist ein neuer Betreiber für die verwaisten Wirtschaften in Sicht? Oder droht der langfristige Leerstand? Wir haben uns umgehört – und sind auf einige Fragezeichen gestoßen, aber auch auf drei dicke Ausrufezeichen.

Le Tire Bouchon

Leichte französische Küche mit mediterranem Anstrich, dazu ein guter Wein. Dafür stand das Le Tire Bouchon an der Münchner Straße. Alles passé. Der „Korkenzieher“ ist der aktuelleste Neuzugang in der Kategorie: geschlossen. Seit Ende Juli ist das Bistro dicht. Bereits zuvor hatte es nur noch sporadisch auf, das Wirtspaar

Le Tire Bouchon: seit Ende Juli dicht.

wollte ursprünglich sogar schon Ende Juni zu machen. „Wegen Personalmangels“, erfuhren die Gäste auf der Facebook-Seite des Bistros. Dann die Rolle rückwärts, der Abschied wurde um einen Monat verschoben. Doch das große „Au Revoir“ fiel aus. Das Abschiedsfest am 31. Juli wurde kurzfristig abgesagt. Das Aus für das Le Tire Bouchon nach fünf Jahren. Zu den Hintergründen der Schließung ist nichts bekannt. Die Wirte waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, und auch Eigentümer Albert Kraml wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Wie es weitergeht? Unklar.

Oberbräu

An der Kundschaft lag’s nicht. Die Arbeitsbelastung wurde allerdings so groß, dass sich Manfred Papst dazu entschied, dem Oberbräu am Marktplatz nach neun Jahren den Rücken zu kehren. Ende Juni war für ihn Schluss. Nachdem ihm das Traditionshaus aber derart am Herzen lag, übernahm er in Absprache mit dem Eigentümer anfangs die Suche nach seinem Nachfolger. Vergebens. Heute sagt Papst: „Ich bin nicht mehr involviert.“ Das braucht es auch gar nicht mehr. Einen neuen Wirt gibt es dem Vernehmen nach nämlich inzwischen. Wegen der anhaltenden Personalsuche, heißt es, sei aber unklar, wann er den Betrieb im Oberbräu aufnimmt.

Föchinger Hof

Für den Föchinger Hof hat die Marktgemeinde als Eigentümerin ebenfalls eine Lösung gefunden. Nachdem sich schon vor gut zwei Monaten ein Nachfolger für den langjährigen und beliebten Pächter Hans Sprengler herauskristallisiert hatte, ist der Vertrag mit dem neuen Gastronomen nach Informationen unserer Zeitung nun unterzeichnet. Zwar ist noch kein Name an die Öffentlichkeit gedrungen, jedoch wird die Neueröffnung für

Föchinger Hof: seit Ende Februar dicht.

Oktober anvisiert. Bis dahin wird das Gasthaus noch umgebaut. Wie berichtet, muss der Sanitärbereich saniert werden und in den Gästezimmern energetisch nachgebessert werden. Die Dorfwirtschaft war unter Sprengler der Anlaufpunkt für Vereine und Veranstaltungen aller Art. Seit der ehemalige Wirt Ende Februar zugesperrt hat, um sich auf das Alte Zollhaus in Bad Tölz zu fokussieren, steht der Föchinger Hof leer. Der neue Pächter, das hatte Bürgermeister Olaf von Löwis zuletzt bereits angekündigt, werde das Gasthaus künftig inklusive der Vermietung betreiben.

Schreinerwirt

Im Schaukasten am Haupteingang des Schreinerwirts hängt ein Zettel. Darauf steht: „vorübergehend geschlossen“. Ein weiteres Stück Papier mit gleicher Aufschrift klebt wenige Meter weiter an einem Fensterladen. Nur ist hier das Wort „vorübergehend“ mit einem Kugelschreiber durchgestrichen. Und obwohl der Zettel am Fenster schon deutlich vergilbter ist, als sein Pendant im Schaukasten, beschreibt er den Status quo treffend. Der Schreinerwirt ist geschlossen und zwar nicht mehr nur vorübergehend, sondern wohl für

Schreinerwirt: seit Anfang April dicht.

immer. Inhaberin Birgit Burger will die Dorfwirtschaft in Kleinhartpenning verkaufen. Ob als Gaststätte oder doch eher als reines Wohnhaus – unklar. „Es tut uns natürlich weh, dass es den Schreinerwirt so nicht mehr geben wird“, sagt Burger vielsagend. „Aber wir haben lange versucht, einen Pächter zu finden.“ Trotz einiger Interessenten sei keiner dabei gewesen, „bei dem wir gesagt haben, da geben wir unseren Schreinerwirt ab. Es muss ja passen.“ Bereits im April hat Burger, die das Lokal mit ihrem Mann betrieben hatte, zugemacht. Altersbedingt. „Wir wollten nicht warten, bis einem von uns wirklich die Kraft ausgeht“, sagte sie damals. Ursprünglich wollte sie einen neuen Pächter suchen. Ein Plan, den sie inzwischen verworfen hat. Gleichbedeutend mit dem wohl endgültigen Aus für den Schreinerwirt. Ein Verlust für den Ort und für viele Ausflügler, die in der Dorfwirtschaft und im Biergarten gerne einen Zwischenstopp eingelegt haben.

Kommentare