Hochwasserschutz

Dieser Bach ist Weilheims Jahrhundertaufgabe

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Gewaltige Mengen Wasser kann bei längeren Regenfällen der sonst so beschauliche Angerbach mit sich bringen. Hier ist der Abzweig des Baches an der Angermaierstraße (Simmetsbach) bei Hochwasser im Juni 2016 zu sehen.
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Das Mammutprojekt der Stadt Weilheim für die nächsten Jahre ist der Hochwasserschutz am Angerbach – und zwar für sehr viele Jahre. Bis 2045 muss die Stadt dafür nach aktueller Schätzung über 48 Millionen Euro aufbringen.

Weilheim – Vieles wird sich in den nächsten Jahrzehnten tun im Bereich des Angerbachs. Und ein bisschen Veränderung ist ja jetzt schon zu sehen – dort, wo der bei Eberfing entspringende Angerbach zum Weilheimer Stadtbach geworden ist: In der Oberen Stadt, zwischen Gögerlweg und Trachtenheim, hat dieser 2022/23 ein neues Bachbett bekommen. Nur die versprochene neue Fußgängerbrücke, die bei der Ampel an der Einmündung Römerstraße künftig höher über den Bach führen muss, fehlt hier noch. Es gab da statische Probleme, die „einige Kunstgriffe“ erforderten, erklärte Stadtbaumeisterin Katrin Fischer in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Im Frühjahr 2024 soll die Brücke dann mit etwas Verspätung eingebaut werden.

Flutmulde soll in sechs Monaten gebaut werden

Doch die Maßnahmen in der Oberen Stadt sind nur ein Mini-Teil des Projektes „Hochwasserschutz Angerbach“, zu dem Fischer im Ausschuss den aktuellen Sachstand vortrug. Noch brauche man etwas Vorlauf für weitere Planungen, Anträge und für Grunderwerb. Im Herbst 2024 soll es aber mit dem eigentlichen Hochwasserschutz „tatsächlich aktiv losgehen“, so Fischer – und zwar „mit dem kleinsten Teilbereich, den wir haben“, einer Flutmulde, die dann binnen sechs Monaten realisiert werden könne.

Die Fußgängerbrücke über den Weilheimer Stadtbach auf Höhe Römerstraße ist immer noch ein Provisorium. Der Einbau der neuen Brücke hat sich wegen statischer Probleme verzögert und ist jetzt für Frühjahr 2024 geplant.

Der erste Abschnitt des Gesamtprojekts spielt auf Eberfinger Flur und soll bis etwa 2030 erledigt sein. Dazu gehören das Hochwasserbecken Ramseer Bach sowie Maßnahmen zum Gewässerausbau am Weidenbach mitsamt zwei Brücken. Für den zweiten Abschnitt („Weilheim Ost“), der zum Beispiel ein Rückhaltebecken sowie Uferverbau in Marnbach umfasst, sollen die Hauptbauarbeiten nach aktueller Planung 2039 beginnen und etwa sechs Jahre dauern. 2032 könnte es dagegen schon mit den mehrjährigen Hauptarbeiten im dritten Abschnitt („Weilheim West“) losgehen, zu dem unter anderem ein Hochwasserschöpfwerk bei der Mündung in die Ammer gehört.

Kosten von 92,8 Millionen Euro

„Kaum sind 20 Jahre rum, schon rührt sich ein bisserl was“, kommentierte Klaus Gast (CSU), der Stadtratsreferent für den Ortsteil Marnbach-Deutenhausen, mit etwas Augenzwinkern den Sachstandsbericht im Bauausschuss. „Die Obere Stadt war wichtig und die Flutmulde ist jetzt wichtig“, so Gast weiter, „allein das wird Weilheim schon viel helfen“. Die mutmaßlichen Kosten, setzte er hinzu, hätten sich über die lange Vorlaufzeit freilich vervielfacht. Insgesamt wird inzwischen mit Kosten von 92,8 Millionen Euro bis zum Jahr 2045 gerechnet, Preissteigerungen einkalkuliert. Dafür stehen Fördermittel in Höhe von 43,7 Millionen Euro im Raum. Die Gemeinde Eberfing beteiligt sich mit 800 000 Euro (inklusive ihrem Anteil für Grundstückskosten). Das bedeutet: Die Stadt Weilheim, Hauptnutznießer der Maßnahmen, muss 48,3 Millionen Euro selbst aufbringen.

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