Wolfratshausen - Die Flößerstadt hat die Wiedereinführung des WOR-Kennzeichens am Wochenende mit reichlich Freibier gefeiert.
Ein einziges Auto mit TÖL-Kennzeichen hat sich am Samstagnachmittag zur alten Floßlände in Wolfratshausen verirrt. Ansonsten war das WOR-Fest ganz in der Hand der neuen, alten Kfz-Kennzeichen. Und: Gegen Vorlage spendierte die CSU jedem Halter eine Maß Freibier oder ein alkoholfreies Getränk. Stadtrat Richard Kugler, der das Fest organisiert hat, kümmerte sich höchstpersönlich um die Ausgabe der Wertmarken. 187 Maß seien bis zum Ende des Festes über die Theke gegangen, berichtete er. Besonders die „brutal gute Stimmung“ bei den Auftritten der Stadtkapelle, der Goaßlschnalzer aus Höhenrain und der Band „G-mahde Wies’n“ hätten ihm imponiert.
Insgesamt schauten rund 400 Besucher im kleinen Biergarten direkt neben der Loisach vorbei, schätzt Kugler. „Es war auch die ganze Polit-Prominenz da, die wir zu bieten haben“, berichtet der Stadtrat ohne Parteibuch. „Auch einige Stadtratskollegen von der SPD, der Bürgervereinigung und den Grünen haben vorbeigeschaut.“
Günther Ketterl (57) war einer der ersten, der sein Freibier abholte. „Ich fühle mich heimatverbunden, das kann ich mit meinem Kennzeichen jetzt wieder zeigen“, erklärt er die Ummeldung seiner Autos. „Auf der Straße grüßen sich spontan immer mehr Autofahrer mit WOR-Kennzeichen“, so Ketterl. Auf der anderen Seite hat er auch schon verwunderte Blicke geerntet. „Junge Leute haben mich schon gefragt, ob ich aus den neuen Bundesländern komme.“
Auch auf junge Leute, die nicht mit den WOR-Schildern aufgewachsen sind, haben die Kennzeichen offenbar eine Anziehungskraft. „Ich hab mir eines reserviert, weil ich mich zugehörig fühle“, sagt Franziska Holzer (21). Das Schild sei zwar „ein bisserl eine Abgrenzung“. Dies aber im positiven Sinn. Der Landkreis sei groß, und mit Tölz habe sie „kaum etwas zu tun. Wir mögen unsere Nachbarn deswegen ja nicht weniger.“ (dor)